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Busfahrer Markus Winkler (r) chauffierte (v. l.) Geschäftsstellenleiter des Landratsamtes Hans Jahn, Baudirektor Martin Bambauch, Berchtesgadens Zweiten Bürgermeister Sepp Wenig, stellvertretenden Leiter des Forstbetriebes Berchtesgaden, Armin Haberl, Kehlstein-Betriebsleiter Hans Kogler, Landrat Bernhard Kern, Zweckverband-Geschäftsleiter Michael Wendl und RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz auf den Kehlstein. (Fotos: Lisa Schuhegger)

Gute Stimmung, schlechte Sicht: Seit Freitag fahren Busse auf den Kehlstein

Berchtesgaden – Die Kehlstein-Saison hat begonnen. Seit gestern Freitag chauffieren acht RVO-Busse wieder Einheimische und Touristen zum Kehlsteinhaus. Ehrengäste und Vertreter der Presse durften gestern um 9 Uhr bei der ersten Fahrt dabei sein. Im Bus tauschten sich unter anderem Landrat Bernhard Kern, Baudirektor Martin Bambach, Geschäftsleiter des Zweckverbandes Bergerlebnis Berchtesgaden, Michael Wendl, Betriebsleiter Hans Kogler und RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz aus. Sie sprachen etwa den Zehnjahres-Pachtvertrag für mehr Planungssicherheit für den Kehlsteinbetrieb, den der Zweckverband nun erstmals von der Berchtesgadener Landesstiftung erhalten hat, an. Oben angekommen herrschte gute Stimmung, trotz schlechter Fernsicht, denn es herrschte Nebel. 


Kurz bevor die Ehrengäste in den Bus stiegen, hieß sie Michael Wendl »nach zwei schwierigen Jahren« herzlich willkommen. »Ich wünsche mir für heuer eine tolle Saison«, sagte er. Die Voraussetzungen sind gut. Außer der Maskenpflicht im Bus und im Aufzug müssen keine speziellen Corona-Regeln mehr eingehalten werden. Der Geschäftsleiter des Zweckverbandes rechnet wieder mit mehr Fahrgästen und Besuchern. Vergangene Saison sind es rund 150.000 gewesen. »Bedeutend weniger als zu Bestzeiten, als die Busse rund 400.000 Gäste auf den Kehlstein gefahren haben«, sagte er.

Wie die Jahre zuvor verkehren auch heuer wieder acht Busse auf der Kehlsteinstraße, wie Andreas Datz berichtete. Zwölf Busfahrer werden eingesetzt. Die Kehlstein-Busfahrer sind seit mindestens zwei Jahren im südlichen Landkreis im Einsatz und haben vor ihrer ersten Linienfahrt auf den Kehlstein eine Einweisungsfahrt bekommen. »Die Gäste sollen sicher rauf und runter kommen«, erklärt Andreas Datz die oberste Priorität. »Wir sind seit 1952 unfallfrei unterwegs, so soll es bleiben.« Die Ehrengäste chauffierte Markus Winkler. Er darf er nicht schneller fahren als 30 km/h. Scheint langsam, fühlt sich auf der steilen Strecke aber schnell an.

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Baudirektor Martin Bambach erklärte die Herausforderungen der Bauarbeiten.

Michael Wendl informierte über das neue Online-Ticket, das seit Anfang Mai erhältlich ist, und bedankte sich bei Landrat Bernhard Kern, dem Vorsitzenden der Landesstiftung Berchtesgadener Land, für den Zehnjahres-Pachtvertrag. Er erklärte, dass Betriebsleiter Hans Kogler und sein Team heuer Anfang März mit den Schneeräumarbeiten begonnen hatten, um baldmöglichst mit den Sanierungsarbeiten an der Straße zu beginnen. Die Absturzsicherung unterhalb des Recktunnels sei teilweise saniert worden, so Wendl. »Die restlichen Arbeiten werden nach der Saison durchgeführt.«

Martin Bambach fragte Markus Winkler, nach einer Kurve, ob er kurz anhalten möchte. Die Ehrengäste stiegen aus dem Bus. Der Baudirektor zeigte auf die Brüstungsmauer, die bereits zum Teil mit Steinen verblendet ist. Die Statik der Mauer sei eine Herausforderung, sagte er. Gleichzeitig müssten die Bestimmungen des Landesamtes für Denkmalpflege eingehalten werden. Die Bauarbeiten seien aufwendig, zögen sich deswegen in die Länge. Die Anwesenden nickten verständlich. Sie stiegen wieder in den Bus. Geschäftsführer des Landratsamtes Hans Jahn erklärte, dass die Landesstiftung noch heuer damit beginnen wird, die Wasserleitung zu erneuern. 3,3 Millionen Euro soll das Bauprojekt kosten. Die gut aufgelegten Ehrengäste unterhielten sich, die Fahrzeit verging schnell. Am Aufzug angekommen, stiegen sie aus dem Bus, vertraten sich kurz die Beine und marschierten sogleich zum Aufzug. Der Nebel verwehrte jedoch die Fernsicht.

Der Aufzug beförderte die Ehrengäste hinauf zum Kehlsteinhaus. Oben angekommen, empfingen sie die Wirtsleute Norbert und Sabine Eder. Das Ehepaar bewirtet das Kehlsteinhaus heuer das 33. Jahr. Es ließ sich nicht nehmen, sich mit den Gästen an einen Tisch zu setzen und mit ihnen das erste Weißwurstfrühstück der Saison zu genießen, ehe um kurz vor 11 Uhr die ersten Besucher eintrudelten.

Lisa Schuhegger

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