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Einmal hat sich Cedric Göhr, Bar Supervisor im Hotel »Kempinski«, selbst den Cocktailmixer um die Ohren gehauen. (Foto: Lisa Schuhegger)

Heute ist Tag des Barkeepers - Cedric Göhr kreiert und serviert Cocktails und Co.

Berchtesgaden – Cocktails kreieren und servieren, Cedric Göhr steht fast täglich hinterm Tresen und erfüllt die Wünsche seiner Gäste. Der 24-Jährige ist Bar Supervisor im Hotel »Kempinski«. Heute am Tag des Barkeepers erklärt er, welche Drinks sich aus vorwiegend heimischen Zutaten mischen lassen.


In den silberfarbenen Cocktailmixer füllt er oft und gerne den hauseigenen Kempinski-Gin, ein hausgemachtes Gingerbeer, Apfelsaft und Zitronenlimonade. Er bringt die Flüssigkeiten in Bewegung, um anschließend den »Berchtesgadener Mule« in ein silbernes Glas zu füllen. »Den exklusiven Cocktail trinken die Gäste hier gerne«, erklärt er. Unzählige Male hat er den Drink und viele weitere eigene und bekannte Kreationen schon gemixt.

Erst neulich hat er sich den »Shaker« selbst ums Ohr gehauen. »Ich habe schnell geguckt, ob mich niemand gesehen hat und weiter geschüttelt.« Dass sich der Barkeeper-Profi des Fünf-Sterne-Hotels selbst mit dem »Shaker« weh tut, müsse ja niemand wissen. Der gelernte Restaurantfachmann, der ursprünglich aus Düsseldorf kommt, lacht. Wenigstens hat er sich nicht auch noch angeschüttet. »Wäre ja nicht das erste Mal.«

Einst ist es ihm passiert, dass er einer etwas älteren Dame »etwas zu flott« ihren Aperol an den Tisch gebracht hat. »Den Aperol habe ich über mein Hemd gegossen.« Charmant hat er auf die peinliche Situation reagiert. »Sie haben mich nervös gemacht«, habe er zu der Dame gesagt. »Die hat sich gefreut«, sagt er. Er lächelt – wohl so charmant wie er die Dame angelacht hat.

»Einem Gast habe ich tatsächlich noch nie etwas drüber geschüttet«, sagt er und klopft auf Holz. Dabei serviert der 24-Jährige tagein tagaus Cocktails und Co.

An der Bar, die von 12 Uhr mittags bis Mitternacht geöffnet hat, gibt es wohl jede Kreation, die nur gemixt werden kann. Hinter dem Tresen steht sowohl der Apfelsaft aus heimischen Früchten, der hauseigene Gin als auch der Jahrzehnte alte Whiskey bereit. Bis zu 15000 flüssige Euro stünden hinterm Tresen. Hochprozentiges und qualitativ Hochwertiges erfreut die Gaumen der Gäste. Cedric Göhrs Anspruch ist kein geringerer als »den Gästen ein Erlebnis zu bieten«.

Frauen und Männern, die überfordert sind mit der Auswahl auf der Karte, empfiehlt er gerne den Cocktail White Cloud: Wodka, Cream de Cacao White, Sahne und Ananassaft gut durchgeschüttelt ergeben einen fluffigen Sahnecocktail. Nach wie vor seien Kreationen mit Gin sehr gefragt. Cedric Göhrs Chef Thomas Walter, Director of Food and Beverage, sagt, der Gin habe vor etlichen Jahren den Whiskey als wohl beliebteste Spirituose abgelöst.

Cedric Göhr erkennt allerdings schon wieder einen neuen Trend. »Die Leute bestellen immer öfter alkoholfreie Cocktails, sogenannte Mocktails.« Den Klassiker Caipirinha gebe es beispielsweise mittlerweile auch in einer alkoholfreien Version. »Für einen erfrischenden Ipanema beispielsweise zerdrücke ich Limetten mit Rohrzucker in einem Glas.« Einen Ipanema reicht er auch Kindern.

Freilich, das Kind am Tisch habe im Zweifelsfall den alkoholfreien Drink bestellt. »Das ist klar.« Dass das Bier der Mann und den Sekt die Frau geordert hat, sei nicht zwingend so. »Diese Klischees bewahrheiten sich immer seltener«, weiß der Barkeeper. Durchaus bestellten Frauen Bier und Männer etwas süßes Süffiges.

Wie dem auch sei, Cedric Göhr erfüllt des Gastes Wunsch. »Auch, wenn es Kaffee mit Goldstaub sein muss«, sagt sein Chef Thomas Walter. »Der Gast muss sich dann allerdings gedulden, bis wir den Goldstaub aufgetrieben haben«, schmunzelt er. Solange kann er sich an der Bar Gerichte aus dem Restaurant und Kuchen aus dem Buffet schmecken lassen, die live performte Pianomusik genießen und mit Cedric Göhr einen Plausch halten, denn der schätzt an seinem Job am meisten den persönlichen Kontakt mit den Gästen. In einem anderen Haus hatte er sogar schon Kontakt zum österreichischen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen.

»Hinterm Tresen habe ich schon viel über Menschen gelernt«, sagt er. »Jeden Tag bekomme ich mehr Menschenkenntnis.« Gewiss auch heute, an seinem Tag des Barkeepers.

li

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