Im Markt wird es weihnachtlich – Adventvorbereitung mit gemischten Gefühlen

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Der Baum vor dem AlpenCongress erhält demnächst noch seinen Berchtesgadener-War-Schmuck.

Berchtesgaden – Mit gemischten Gefühlen beobachten viele Passanten aktuell die Weihnachtsvorbereitungen im Markt Berchtesgaden. Einerseits freut man sich auf den festlich geschmückten Markt und auf den »Berchtesgadener Advent«, der Pandemie bedingt im letzten Jahr ausfallen musste. Andererseits befürchten viele aufgrund der rasant steigenden Infektionszahlen, dass der große Dämpfer noch kommen könnte.


Schließlich hat man die Christkindlmärkte in Bad Reichenhall und Traunstein gestern abgesagt (siehe Seite 8). Auch Thomas Hettegger, 1. Vorsitzender der Aktiven Unternehmen Berchtesgaden und Geschäftsführer der Berchtesgadener Advent GmbH, ist aktuell alles andere als sorgenfrei. Doch gestern stand für ihn noch fest: »Wir planen ganz normal weiter und halten uns an die Vorgaben der Regierung.«

»Ich glaub's noch nicht so ganz«, sagt ein Passant in der Berchtesgadener Fußgängerzone, als Bauhofmitarbeiter gerade wieder eine Hütte aufstellen. Überall,wo sich aktuell Einheimische am Rande der Aufbauarbeiten für den Berchtesgadener Advent begegnen, sind die steigenden Infektionszahlen ein Thema. Kann der Advent heuer stattfinden? Und unter welchen Bedingungen?

»Wir planen ganz normal weiter und werden den Markt nicht absagen«, betont Thomas Hettegger. Natürlich werde man sich an alle Auflagen halten. So rechnet der Geschäftsführer der Berchtesgadener Advent GmbH mit der Einführung der 2 G-Regel. Dann hätten nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zum Advent. Außerdem werde wohl eine Maskenpflicht kommen, vermutet er.

Allerdings weiß aktuell niemand genau, wie die Einhaltung der Auflagen überhaupt kontrolliert werden könnte. »Die werden uns dann schon sagen, ob wir an den Eingängen oder an den Buden kontrollieren müssen«, sagt Hettegger. Aktuell gibt es auch keine Antwort auf die Frage, wie man dann die Besucher des Advents von anderen Marktbesuchern, die beispielsweise nur einkaufen wollen oder zum Arzt müssen, unterscheiden soll. »Eine lückenlose Kontrolle wird es sowieso nicht geben«, meint Hettegger. Er verspricht, dass man alle aktuellen Regeln umsetzen werde. »Aber was genau kommen wird, weiß ich nicht, ich kann ja nicht in eine Glaskugel schaun.« Das sagt Thomas Hettegger regelmäßig auch den Standlbetreibern, bei denen schon eine gewisse Nervosität zu spüren ist. Immer wieder fragt mal einer nach, ob es denn überhaupt Sinn mache, dass man die Waren einkaufe. Immerhin sind bislang alle am Ball geblieben, keiner hat abgesagt.

»Wir machen jetzt halt weiter«, sagt Hettegger. »Aber es kann schon sein, dass wir Mitte Dezember wieder zusperren müssen. Dann schütten wir halt 6 000 Liter Glühwein weg«, fügt er ein wenig frustriert noch hinzu.

Die Lieferung der Firma Stettner in Kirchanschöring ist nämlich gestern angekommen. Während die Mitarbeiter der Firma die auf Paletten gelieferten Fässer ins Zwischenlager Am Anger brachten, stellten Mitarbeiter des märktischen Bauhofs zusammen mit einem Schönauer Kranwagen ein paar Meter weiter den traditionellen Christbaum vor der Franziskanerkirche auf. Die Fichte stammt genauso wie das Exemplar auf dem Schlossplatz, das ein paar Stunden später fixiert wurde, vom Obersalzberg.

Der »Berchtesgadener Advent« soll am Donnerstag, 25. November, seine Pforten öffnen. Bis Silvester, 31. Dezember, wird es hier neben den zahlreichen Standln täglich Handwerksvorführungen, ein Musikprogramm, Führungen, Kutschenfahrten und einen eigenen Kinderadvent geben.

Ulli Kastner

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