Bildtext einblenden
Von den elf neuen Feuerwehrleuten waren sieben anwesend. Kommandant Thomas Pfnür (l.) und Vereinsvorstand Maximilian Moralis (r.) freuten sich über die Neuen.

Jahreshauptversammlung der Berchtesgadener Wehr: Nachwuchsarbeit trägt weiter Früchte

Berchtesgaden – Als letzte der sechs Freiwilligen Feuerwehren im Talkessel kamen die Feuerwehrleute aus Berchtesgaden im AlpenCongress zur Jahreshauptversammlung zusammen. Aus den Rechenschaftsberichten ging hervor, dass die pandemischen Behinderungen die Feuerwehr zwar stark belastet haben, aber die Einsatzbereitschaft stets gegeben war. Zudem wurden elf junge Feuerwehrleute aufgenommen. Wie von Kreisbrandrat Josef Kaltner zu erfahren war wuchs die Gesamtstärke aller aktiven Feuerwehrleute im Landkreis erstmals über die 2000er-Marke an Einsatzkräften.


Feuerwehr-Vereinsvorstand Maximilian Moralis eröffnete die 155. Jahreshauptversammlung mit Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden im Kleinen Saal des AlpenCongress. Moralis freute sich über den Besuch vieler Ehrengäste sowie mehrerer Nachbarfeuerwehren und Blaulichtfraktionen.

Bürgermeister Franz Rasp betonte in seinem Grußwort, dass die Gemeinde zu ihrer Feuerwehr stehe. Man habe erst zuletzt für eine dreiviertel Million Euro neue Fahrzeuge in Dienst gestellt, gleichwohl werde es immer schwieriger, neue Fahrzeuge und neues Material zu bekommen, weil sich die Lieferzeiten stark verschoben hätten. Kommandant Thomas Pfnür trug seinen Rechenschaftsbericht anhand einer Powerpoint-Demonstration vor. Es lägen schwierige Zeiten hinter der Feuerwehr, da der Virus auch in die aktive Mannschaft eingedrungen sei und mehrere Kameraden sogar auf der Intensivstation gelandet seien.

Alle zu ergreifenden Maßnahmen seien notwendig oder vorgeschrieben gewesen. Alle wurden von den Feuerwehrleuten mit getragen, wofür Pfnür seinen Dank ausdrückte. Der Kommandant hofft in diesem Zusammenhang, dass es nun besser weiter gehe. Pfnür sprach des Weiteren von der Digitalisierung, einer Lernplattform, einer Blackoutvorsorge, der Warnung an die Bevölkerung per Sirenen, der Bedarfsplanung und die digitalen Alarmierung.

In den letzten beiden Jahren sei auch wieder allerhand beschafft worden, so der Kommandant. So habe man unter anderen nach dem großen Hochwasser im Juli 2021 von einer großen Firma einen Anhänger gespendet bekommen. Ferner sei der neue Mannschafts-Transportwagen mit einer LED-Warntafel versehen worden.

Waren 2020 noch 159 Einsätze zu bewältigen, so sind sie 2021 mit 243 wieder kräftig gestiegen, führte Pfnür weiter aus und sprach im überwiegenden Teil von Technischen Hilfeleistungen. Ein Teil der Einsätze im letzten Jahr sei jedoch auch der Hochwasserkatastrophe geschuldet gewesen, die sogar ein Todesopfer gefordert hatte.

Trotz Einschränkungen hätten sich die Feuerwehrleute auch wieder in zahlreichen Lehrgängen, vielfach online, weitergebildet, so Pfnür, der seine aktive Mannschaft mit 231 Feuerwehrleuten und 25 Jugendlichen bezifferte. Bei den großen vom Kommandanten geschilderten Herausforderungen der Zukunft seien besonders der Klimawandel mit seinen Auswirkungen, die »Vollkasko-Mentalität« bei vielen Bürgern und auch die schwierige Tagesverfügbarkeit genannt. Am Ende seiner Ausführungen dankte Pfnür allen, die sich Jahr und Tag um die Feuerwehr und damit dem Schutz der Bevölkerung verdient machten. Mit großer Freude beförderte der Kommandant sodann verdiente Feuerwehrleute (siehe Kasten).

Auch Kreisbrandrat Josef Kaltner sprach von schwierigen Zeiten, die jedoch von der Feuerwehr trotz Einschränkungen in Ausbildung und Einsätzen gut gemeistert wurden. Kaltner vermeldete stolz, dass die Zahl aktiver Feuerwehrleute im Landkreis trotz aller Probleme erstmals über die Zahl 2 000 gestiegen sei. Allen Beförderten und Geehrten sprach der Kreisbrandrat Anerkennung aus.

In den letzten beiden Jahren habe sich nicht viel getan, erklärte Vereinsvorstand Maximilian Moralis. Dennoch lobte er die Disziplin bei allen befohlenen Maßnahmen durch die Regierung. Und trotz aller Probleme habe es für die Feuerwehr stets große Unterstützung gegeben. Aufgrund von Corona und Kontaktbeschränkungen, Lockdowns und Inzidenzen falle sein Bericht recht kurz aus, begann Schriftführer Michael Mistlbacher seine Ausführungen.

Er sprach dennoch von Geburten, Geburtstagen und Hochzeiten, die trotz der Einschränkungen in irgendeiner Weise bedacht wurden. Bedauerlicherweise hätte es jedoch keine Vereins-Veranstaltungen gegeben, so Mistlbacher, der sich dennoch über die rege Jugendtätigkeit bei der Feuerwehr freut. Kassierin Elisabeth Irlinger sprach von wenigen Einnahmen, aber auch wenigen Ausgaben. Sie betonte die Spendenfreudigkeit nach dem Hochwasser. Die Kassenprüfer Thomas Fritsch und Christian Eder bescheinigten einwandfreie Arbeit, die Entlastung wurde erteilt.

Moralis ehrte in der Folge langjährige Vereinsmitglieder (siehe unten). Abschließend wurden elf neue Feuerwehrleute in die Reihen der aktiven Wehr aufgenommen.

Bildtext einblenden
Die Beförderten und Geehrten bei der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden mit dem Kommando und der Vereinsvorstandschaft. (Foto: Christian Wechslinger)

Der Vorsitzende des ärztlichen Kreisverbandes Berchtesgadener Land, Dr. Reinhard Reichelt, der als Versorgungsarzt eingesetzt ist, sprach ebenfalls ein Grußwort und berichtete von steigenden Inzidenzen und Krankenhausaufenthalten. Man müsse jetzt die Entwicklung beobachten. Sorge bereite dem Mediziner auch die Umwidmung der Kreisklinik Berchtesgaden in eine Fachklinik, in der die Ambulanz wegfalle und die Innere Medizin zurückgefahren werde. Dadurch würde es weit längere Krankentransporte geben, für die auch die Feuerwehr eingesetzt werden könnte, so der Mediziner.

Beim letzten Tagesordnungspunkt »Wünsche und Anträge« erinnerte der langjährige Feuerwehrmann Roland Rother daran, wie viel Entbehrungen die Familien von Feuerwehrleuten aushalten müssen, wenn ihre Angehörigen im Einsatz seien.

Befördert wurden

  • Zur Feuerwehrfrau:Marlena Fleimisch, Sophie Fleimisch, Maria Theresa Murf und Lisa Wiltsch.
  • Zur Oberfeuerwehrfrau: Romy Richter und Christina Irlinger.
  • Zum Oberfeuerwehrmann:Christian Angerer.
  • Zum Hauptfeuerwehrmann:Christian Irlinger und Andreas Neumayer.
  • Zur Oberlöschmeisterin: Franziska Kastner.
  • Zum Oberlöschmeister: Markus Heiß, Michael Lindner, Michael Mistlbacher, Markus von Hoesslin und Benjamin Wenig.
  • Zum Brandmeister: Martin Möller.

Ehrungen aktiver Dienst

  • 15 Jahre:Christian Angerer, Franz Eder jun., Barbara Holzinger, Elisabeth Irlinger, Franziska Kastner, Christine Stangassinger, Benjamin Wenig;
  • 25 Jahre:Michael Mistlbacher.
  • 40 Jahre:Anton Brandner und Peter Lenz.
  • Sonderehrung:Moritz Weidensee.
  • Langjährige Mitglieder
  • 40 Jahre:Josef Albrecht.
  • 60 Jahre:Alfred Ehler, Rudolf Haynl;
  • 70 Jahre:Heinz Babel.

Neuaufnahmen

Timo Angerer, Simon Aschauer, Kilian Beierl, Tim Dinter, Laurence Eder, Hans-Peter Esterle, Kilian Kienast, Juliane Kreuzeder, Erik Lehmann, Maximilian Rehrl, Moritz von Hoesslin und Moritz Weidensee.

Christian Wechslinger

Mehr aus Berchtesgaden