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Der Vorstand des SK Berchtesgaden, Wilfried Däuber (l.), ehrte die langjährigen Klubmitglieder Peppi Haslinger (2.v.l.), Claudia Fichtl (2.v.r.), Antje Schäfer (r.) und Erhard Moldan (vorne) für deren Treue zum SKB. (Foto: Christian Wechslinger)

Kostenexplosion bei Renovierung der Kälbersteinschanze

Berchtesgaden – Im 116. Jahr seines Bestehens beging der Skiklub Berchtesgaden im Gasthaus »Goldener Bär« eine gelungene Jahreshauptversammlung, auch wenn mit der Renovierung der großen Schanze am Kälberstein ein schwieriges Thema auf der Agenda stand. Trotz Corona und seiner Nachwirkungen hat der Skiklub Berchtesgaden schnell wieder in die Spur gefunden und bietet seinen Mitgliedern eine breite Palette skisportlicher Betätigungsfelder. Für das klubeigene Dr.-Hugo-Beck-Haus sucht man einen neuen Pächter und die Karl-Kreuzeder-Hütte begeht im nächsten Jahr mit einem großen Fest ihr 100-jähriges Bestehen.


SKB-Vorstand Wilfried Däuber freute sich bei der Begrüßung der Versammelten besonders über das Erscheinen von Marktbürgermeister Franz Rasp, Ehrenvorstand Michael Brandner, Ehrenmitglied Helmut Weinbuch, des Vorsitzenden des Skiverbandes Chiemgau, Bernhard Kübler, sowie des Sport-Talent-Vorstands Alexander Resch. Durch Corona habe man zunächst etwas den Faden verloren, begann der SKB-Vorstand seine Rede. Besonders betroffen sei der Nachwuchs ohne Kaderstatus gewesen, bedauerte Däuber, sprach aber auch von großartig verlaufenen internationalen Veranstaltungen. Gleichwohl konnten nicht alle Vorhaben durchgeführt werden, was zu finanziellen Verlusten geführt hat. Weil jedoch auch die Ausgaben rückläufig gewesen seien, musste man keine größeren Einbußen hinnehmen, konstatierte Däuber und betonte, dass man mit den verschiedenen Skiarealen gut aufgestellt gewesen sei. Auch die Loipen am Aschauerweiher und in der Scharitzkehl seien immer in einem Topzustand gewesen.

Preissteigerungen bei Liften und Seilbahnen

Der Krieg in der Ukraine habe viel verändert und so sei auch die geplante Renovierung der K-90-Schanze am Kälberstein durch erhebliche Mehrkosten in weitere Ferne gerückt. Ein großer Erfolg war laut Däuber jedoch trotz schlechten Wetters der 37. Jenner-Berglauf, der als deutsche Meisterschaft stattgefunden hat. Als Seilbahnfachmann sprach Däuber von gewaltigen Preissteigerungen beim Strom und den Betriebsstoffen. Bei den verschiedenen Aufstiegshilfen gebe es Preissteigerungen von 10 bis 15 Prozent, gleichwohl hätten die Berchtesgadener »Seilbahner« entschieden, die Preise beim Nachwuchs und für die Trainerschaft bei den alten Tarifen zu belassen.

Alpin-Sportwart Peter Hasenknopf sprach von 35 Nachwuchskräften und schönen Erfolgen der Kinder, die von erfahrenen Trainern und ehemaligen Rennläufern trainiert werden. Man nehme im Chiemgau in einer internen Wertung die Spitzenposition ein. Der Vorsitzende des Skiverbandes Chiemgau, Bernhard Kübler, versprach, diese Wertung offiziell aufzunehmen. Nachdem die Europacuprennen im letzten Jahr erfolgreich verlaufen sind, blickt man beim SKB schon auf die nächsten EC-Rennen (15./16. Januar) am Krautkaser-Hang, wusste Peter Hasenknopf weiter zu berichten und vermeldete erfreut, dass mit Katharina Huber und Antonia Kermer zwei Damen vom SKB international erfolgreich unterwegs seien.

Gute Nachwuchssituation auch bei den Nordischen

34 Nachwuchskräfte umfasst der Nordische Bereich, den Sportwart Jürgen Schmidt leitet. Nachdem man vor Corona den Nachwuchs mit einem Schnuppertag der Grundschulklassen rekrutiert hatte, war das zuletzt schwierig, so Schmidt. Dennoch gewann man wieder mehrere Kinder für den Sprunglauf. Bei den »Großen« seien die Nordischen Kombinierer Christian Frank und Julius Borgenheimer schon bei internationalen und nationalen Wettkämpfen angekommen, was auch ein Verdienst der Trainer Christian Leitner, Christian Hofreiter und Axel Malcher sei, erklärte Schmidt. Eine wichtige Einrichtung beim SKB ist die »Kinder- und Jugend-Skischule«, die erstmals im Jahr 1929 durchgeführt wurde. Ziel dieser Einrichtung war und ist es, Kindern den Skilauf nahezubringen. 100 Kinder sind bereits angemeldet und werden im Januar im Familienskigebiet »Gutshof« von mehreren Skilehrern um Cheftrainer Martin Rasp an vier Tagen ausgebildet. Den Höhepunkt bildet traditionell das Abschlussrennen am 22. Januar.

2. Vorstand Thomas Vorberg berichtete über die Situation des Dr.-Hugo-Beck-Hauses und die Pächterproblematik. Nachdem der aktuelle Pächter im April aufhört, sei man auf der Suche nach einem neuen, so Vorberg. Mit drei Bewerbern will man demnächst zusammenkommen. »Das Haus gehört dem Skiklub und so soll es auch bleiben«, machte Vorberg deutlich.

Christoph Renoth, der im letzten Jahr neu gewählte Referent der Karl-Kreuzeder-Hütte, sprach von Renovierungsarbeiten und dass die Hütte winterfest gemacht wurde. Nachdem das Holzlager etwas dünner geworden sei, plane man im nächsten Jahr wieder einmal eine große Holzaktion. Vor allem aber werde man das 100-jährige Bestehen der Hütte gebührend feiern, freute sich Renoth.

Schatzmeisterin Stefanie Angerer informierte über die Finanzen und dabei über eine erfreuliche Kassensituation. Kassenprüfer Hermann Lochschmied erwähnte die »einwandfreie Kassenführung«, woraufhin Entlastung erfolgte.

Noch keine Lösungfür Schanzenprojekt

Marktbürgermeister Franz Rasp erwähnte in seiner Rede die Renovierung der großen K-90-Schanze am Kälberstein. Nachdem die Ereignisse der letzten Monate die geplanten Kosten für die Renovierung der in die Jahre gekommenen K-90-Schanze deutlich erhöht hätten, suche man nach Lösungen und blicke gespannt in die Zukunft, sagte der Rathauschef.

Der Vorsitzende des Skiverbandes Chiemgau, Bernhard Kübler, lobte die Zusammenarbeit mit dem Skiklub Berchtesgaden als vorbildlich. Kübler drückte seine Hoffnung darüber aus, dass es mit der K-90-Schanze weitergehe, sei sie doch als Trainingsschanze und auch für die Etablierten sehr wichtig.

Eine besondere Freude war es Vorstand Wilfried Däuber, mehrere langjährige Mitglieder für ihre Klubtreue mit Vereinsemblemen auszuzeichnen (siehe Kasten). Beim Hinweis auf bevorstehende Veranstaltungen wies Alpintrainer Hansi Rasp darauf hin, dass man im Sommer nach längerer Pause wieder das traditionelle »Figei-Rennen« in der Watzmanngrube durchführen möchte. Danach informierte Sportfunktionär Helmut Weinbuch darüber, dass er seine Heimat verlasse und seinen Lebensabend im Burgenland verbringen werde. Dies tue ihm sehr weh, aber pragmatische Gründe hätten ihn zu dieser Entscheidung veranlasst, bekannte Weinbuch, der seit 25 Jahren Ehrenmitglied des SKB ist.

Von existenziellen Herausforderungen sprach der Vorsitzende der Institution »Sport-Talent«, Alexander Resch. Der Sportfunktionär machte deutlich, dass man für die Aufrechterhaltung der vorhandenen Sportstätten das Glück selbst in die Hand nehmen müsse.

Das Schlusswort gehörte dem Ehrenvorstand Michael Brandner, der zum einen Helmut Weinbuch für dessen großartige Verdienste um den Skisport dankte und ihm viel Glück in seiner neuen Heimat wünschte. Brandner hielt im Weiteren Rückschau auf die vielen sportlichen Meilensteine des ältesten Skiklubs der Region.

Christian Wechslinger

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