Lichterprozession und Standkonzert

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Den Schlusssegen spendete Diakon Michael König an der Wallfahrtskirche.

Berchtesgaden – Die Gläubigen in Maria Gern feierten vergangenes Wochenende in der Wallfahrtskirche Maria Gern das Kirchweihamt.


Dazu fand am Samstagabend schon eine Marienandacht mit anschließender Lichterprozession statt. Der feierliche Gottesdienst am Sonntag wurde von den Blechbläsern der Musikkapelle Maria Gern unter der Leitung von Andreas Hofreiter musikalisch umrahmt. Die Fahnenabordnungen, der Krieger- und Soldatenkameradschaft Maria Gern, die Gerer Weihnachtsschützen und die Gerer Feuerwehr hatten in der Kirche Aufstellung genommen. Die Gerer Weihnachtsschützen schossen am Samstag während der Lichterprozession, am Sonntag vor dem Gottesdienst, während der hl. Wandlung und während der Prozession.

Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob zelebrierte im Beisein von Diakon Michael König den Festgottesdienst zur Kirchweih. In seinen Begrüßungsworten sagte der Pfarrer: »Heute ist das Kirchweihfest, an dem wir dankbar sind, dass wir eine Kirche haben, eine schöne Kirche, die sehr bekannt ist.« Allerdings reiche es nicht, nur eine Kirche zu haben, diese müsse auch mit Leben gefüllt sein.

In seiner Predigt sprach Pfarrer Frauenlob über das Ritual der Altarweihe. An fünf Stellen am Altar (sinnbildlich für die fünf Wundmale Jesu) werden Feuer entzündet und Weihrauch verbrannt. Die letzte Altarweihe, die der Pfarrer erlebt hatte, war im September 2019 in St. Peter in Salzburg. Als dort das Feuer am Altar brannte erinnerte er sich an ein anderes Feuer, das kurz zuvor ausgebrochen war. Am 15. April 2019 brannte in Paris die Kathedrale Notre-Dame. Man stelle sich die Frage, ob dieses Feuer in Paris ein schlechtes Symbol sei. »Ist es ein Zeichen des Niedergangs von Kirchen«, fragte der Pfarrer. »Was wäre auf dem Platz mitten in Paris geblieben, wäre die Kathedrale völlig zerstört worden?« Ein paar Mauerreste, ein paar Skulpturen als Gedenkstätte für diese Kathedrale – oder man hätte den Platz genutzt, um einen weiteren »Konsumtempel« zu errichten, vermutete er.

Während der französischen Revolution habe man alles christliche aus der Kathedrale entfernt und dort die Göttin der Vernunft hingestellt. »Vielleicht hätte man unserer Zeit entsprechend ein modernes Denkmal der Werte unserer Gesellschaft errichtet. All dies ist Gott sei Dank nicht geschehen«, so der Pfarrer. Dennoch sollte man darüber nachdenken, was wäre, wenn die Kathedrale nicht mehr stünde – was wäre, wenn die Kirche in Maria Gern nicht mehr stünde.

»Worauf vertrauen wir? Wir müssen nicht nur unsere Kirchen erhalten, sondern wir müssen auch unseren geistigen Tempel lebendig halten«, so Pfarrer Frauenlob.

Im Anschluss an den Festgottesdienst ging eine Prozession begleitet von der Musikkapelle Maria Gern zum Seidenlehen. Dort war ein Altar aufgebaut und Diakon Michael König spendete den Segen. Die Prozession ging zurück zur Wallfahrtskirche Maria Gern. Vor der Kirche war ebenfalls ein Altar errichtet. Der Schlusssegen wurde gespendet. Mit dem Lied »Großer Gott wir loben dich« war der kirchliche Teil beendet. Die Weihnachtsschützen schossen für Ehrenpersonen mehrere Salven. Bierzeltgarnituren waren zwischen Kirche und Schule aufgestellt und der »Gerer Wirt« sorgte für Speis und Trank. Die Musikkapelle Maria Gern spielte ein Standkonzert.

Bernhard Stanggassinger

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