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Anweisung für das »Edeka«-Personal, eine medizinische Maske zu tragen. (Fotos: Christian Wechslinger)
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Die Kundinnen und die Kassiererin freuen sich, wieder ordentlich atmen zu können.

Mehrheit zeigt Gesicht: Nur 10 bis 30 Prozent tragen in Geschäften und Gastronomien eine Maske

Berchtesgaden – Die Maskenpflicht gilt seit Anfang April nur noch im Öffentlichen Verkehr und im Gesundheitswesen. In Geschäften und Lokalen dagegen werden FFP 2-Masken nur empfohlen. Eine Umfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« ergab, dass die Maske immer mehr in Vergessenheit gerät. Die meisten Geschäftsleute und Gastronomiebetreiber aus dem Talkessel schätzen, dass sich der Anteil der Maskenträger auf etwa 10 bis maximal 30 Prozent reduziert hat.


Bei der Firma »Edeka« gibt es für das Personal die Anweisung, zum Eigenschutz eine medizinische Maske zu tragen. Zunächst war diese Maßnahme für den April ausgegeben, wurde dann jedoch bis zum 26. Mai verlängert. Auch den Kunden empfiehlt die Lebensmittelkette, eine Maske zu tragen, Abstand zu halten und mit Karte zu bezahlen. Doch die meisten sind heilfroh, wieder frei atmen zu dürfen.

Anders sah es noch Anfang April aus, denn die Mehrheit trug noch eine Maske. Die Zahl nahm aber stetig ab. Ein älterer Tourist in einem großen Lebensmittelgeschäft befand: »Ich bin dreimal geimpft und dennoch nicht vor Ansteckung gefeit. Deshalb trage ich keine Maske mehr«. Ganz anders war die Aussage eines älteren Berchtesgadeners, der in einem Discounter mit FFP 2-Maske unterwegs war. Er trage die Maske einfach so, weil er das gewöhnt sei, sagte er. Eine Verkäuferin in einem Andenkenladen informierte, dass sowohl ältere als auch jüngere Leute mit Maske ins Geschäft kommen.

Vor allem Touristen würden auf den Mund- und Nasenschutz völlig verzichten, so die Verkäuferin. Der Betreiber eines Bio-Lebensmittelgeschäfts beziffert die Zahl der Maskenträger auf 10 bis höchstens 20 Prozent. Einige Kunden kämen mit Masken in das Geschäft und fragten, ob Maskenpflicht sei, nähmen die Maske jedoch sofort ab, wenn dies verneint würde. Auf um die 10 Prozent beziffert die Chefin des ältesten Berchtesgadener Modehauses die Anzahl von Kunden mit Maske. So gut wie keiner komme mit Maske, informierten zwei Mitarbeiter von Versicherungsagenturen. Den Mitarbeitern einer großen Parfümerie ist es frei gestellt, Maske zu tragen, die Marktleiterin geht jedoch mit gutem Beispiel voran. In einer Apotheke in der Fußgängerzone stellt man eine große Anzahl von Leuten mit Maske fest. In Lokalen, Restaurants und Kneipen werden sie dagegen nur mehr vereinzelt getragen.

Um die 20 Prozent schätzt der Inhaber des ältesten Berchtesgadener Obst – und Gemüsegeschäfts die Anzahl von maskierten Kunden. Nachdem dort jedoch viele Stammkunden einkaufen, wissen diese auch, dass der Händler nie ein großer Freund der Maske war.

Eine Bäckereiverkäuferin trägt selbst eine, da sie infiziert war und sich weiterhin schützen möchte. Bei der Kundschaft konstatierte sie, dass vor allem Leute um die 30 bis 60 Jahre Maske tragen, während die älteren Menschen zumeist masken-los einkaufen.

Sportartikelhändler Robert Brandner hatte sich vor Aufhebung der Maskenpflicht an die Verordnungen gehalten, wenngleich er von der Sinnhaftigkeit nie überzeugt war.

Christian Wechslinger

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