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Michael Stanger trifft auf Starkoch

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Mit berechtigtem Stolz präsentierte Starkoch Juan Arbeláez (r.) dem Wirt vom Gasthof »Dürrlehen« in Maria Gern Michael Stanger (l.) seine drei nachgekochten Gerichte. Schließlich lag der gebürtige Kolumbianer nur beim »Sauren Lüngerl« etwas daneben, da er dies für eine Zunge hielt. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Viele Fernsehzuschauer kennen die Kochshow »Kitchen Impossible« des Fernsehsenders »Vox« mit Tim Mälzer. Diese Sendung gibt es auch im französischen Fernsehen, dort heißt sie »Cuisine impossible«. Dafür war nun kürzlich ein Filmteam im Gasthof »Dürrlehen« in Maria Gern im Einsatz.


In der Koch-Show treten zwei prominente Sterne- oder Fernsehköche gegeneinander an und müssen ein Gericht nachkochen. Dabei muss der »Nachkocher« nur durch Probieren des Gerichts die Ingredienzen erkennen und kauft dann die nötigen Zutaten ein, um das Gericht nachzukochen. Danach wird ermittelt, wie nah das nachgekochte Gericht dem Original kommt.

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Der französische Sender TF1 übernahm das Format aus Deutschland und wurde durch einen Zufall auf Michael Stanger vom Gasthof »Dürrlehen« in Maria Gern aufmerksam. Stanger bekam einen Anruf, ob er im französischen Format mitwirken möchte. Nach einer schnellen Terminabsprache stand Spitzenkoch Juan Arbeláez mit seinem Equipment vor der Tür in Maria Gern.

Arbeláez kehrte seiner Heimat Kolumbien mit 18 Jahren den Rücken, um in Paris Karriere zu machen. Seine erste Station war das berühmte Hotel und Café »George V« in der Avenue des Champs-Élysées. Der ehrgeizige Kolumbianer arbeitete sich mit viel Fleiß und dem nötigen Talent nach oben und gehört heute zu den berühmtesten Köchen und Restaurantbetreibern von Paris. Der Mann aus Bogotá führt in Paris sechs Gourmettempel mit den Namen »Frou Frou, Levan, Plantxa, Vida, Yaya Halle Secretan und Yaya Saint Ouen«.

»Dieser Spitzenkoch ist komplett ohne Starallüren, wir hatten vom ersten Moment an guten Kontakt und viel Freude beim Dreh«, beschrieb Michael Stanger seine Begegnung mit dem Fernsehkoch aus Frankreich. Wie im deutschen Format ging es zunächst darum, das gekochte Essen zu probieren und danach die ermittelten Zutaten einzukaufen sowie im Anschluss zu verkochen.

Anders als im deutschen Format sind in Frankreich jedoch drei Gerichte nachzukochen. Und so machte es Michael Stanger dem Starkoch nicht leicht, als er eine Schweinskopfsülze, Kasnocken und ein klassisches bayerisches saures Lüngerl vorbereitet hat. Nachdem Juan Arbaláez die drei Gerichte gekostet hatte, zog er los, um die Lebensmittel dafür einzukaufen. »Mit der Schweinskopfsülze und den Kasnocken hatte Juan Arbeláez keine größeren Probleme. Nur statt Lunge tippte er auf Zunge und lag damit daneben«, so Stanger, der Testesser eingeladen hatte, um über die Gerichte zu urteilen.

Die zwei Drehtage des französischen Fernsehens ermöglichten den beiden Köchen auch, sich näher kennen zu lernen: »Dieser Starkoch war völlig unkompliziert, es hat richtig Spaß gemacht ihm zuzuschauen und zwischendurch auch zu reden. Juan Arbeláez hat mich sogar eingeladen, nach Paris zu kommen und möchte mir seine Lokale vorführen«, freute sich Michael Stanger.

Christian Wechslinger

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