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Kathrin Fraas und Reinhard Bachleitner stellen bis 24. Oktober in der »Galerie Ganghof« aus

Mit Farben das Leben reflektieren

Berchtesgaden – Peter Karger präsentiert noch bis 24. Oktober in der »Galerie Ganghof« eine interessante Ausstellung von Künstlern aus Berchtesgaden und Salzburg. Bei der Eröffnung am Freitagabend fanden sich viele Freunde ein und bestaunten die Werke von Kathrin Fraas und Reinhard Bachleitner. Titel der Ausstellung: »Mit Farbe künden«.

Ausstellungseröffnung in der »Galerie Ganghof« (v.l.): die Künstler Kathrin Fraas und Reinhard Bachleitner mit Dr. Margit Zuckriegl vom »Rupertinum Salzburg« und Galerie-Chef Peter Karger. Fotos: Anzeiger/Wechslinger

Reflektieren über das Leben, Nachdenken und Nachsinnen über das Alltägliche könnte als Motto über der Auswahl von Werke von Kathrin Fraas in der »Galerie Ganghof« stehen. Für die Künstlerin ist der Ausgangspunkt ihrer Überlegungen das Bild »Die Sinnende« von Gabriele Münter. Das Bild trägt im Englischen den Titel »Reflecting« und hier wird anschaulich, dass »Sinnen« mehr ist als »Nachdenken«. Reflektieren meint widerspiegeln wie die Reflexe von Licht im Wasser.

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Serie über Istanbul

Kathrin Fraas nimmt diese Spiegelungen des Alltags, des Alltäglichen, von Begegnungen und Begebenheiten in ihren Bildern in einer Kombination von zeichnerischer Notation und malerischer Farbatmosphäre auf. Ihre Serie über Istanbul ist ein Konglomerat von Flächen und Linien, in dem sich Geräusche und Gerüche der Stadt amalgamieren, Bewegungen und Silhouetten ablesen lassen, Straßen und Plätze zu einem lebhaften Organismus werden. »In der Malerei geht es mir primär um die Farbe und ihre eigenständige Wirkung, ohne etwas Konkretes, erkennbar Gegenständliches dazustellen. Meine Bilder sollen dem Betrachter Raum für eigene Gedanken, Gefühle und Assoziationen lassen«, so die Kunstmalerin, die von einer Logik spricht, welche sich fast von selbst entwickelt, ohne dies vorher planen zu können. Diese Arbeitsweise sei unglaublich faszinierend, ein Spiel aus Agieren und Reagieren, so Kathrin Fraas zu ihren Werken.

Die meisten in der Ausstellung gezeigten Arbeiten auf Papier sind die schnellen Gegenstücke zum langwierigen Prozess auf der Leinwand, Durch Zwischendurcharbeiten und Momentpapiere entstehen oft Serien oder schnelle Portraitskizzen. »Ich brauche den abrupten Wechsel in der Arbeitsweise, auch immer wieder Zeichnung, Collage oder Ton als Abwechslung«, so Fraas.

»Emotionen des Unterwegsseins«

Auch Reinhard Bachleitner spürt bestimmten Orten und Gegenden nach. Bachleitners Bilderauswahl in dieser Ausstellung könnte unter der Überschrift »Emotionen des Unterwegsseins« firmieren. Bei ihm sind Bilder immer Berichte von Reisen, von fremden oder bekannten Orten. Farbe bedeutet in seinen Bildern immer Ausdruck von Gefühl für Orte, für Landschaft, für Sonne, Erde, Wasser, aber auch für den Eindruck eines verregneten Sommertages oder eines kalt aufgewühlten Meeres im Winter. Dass Farbe auch Material ist, lässt sich in seinen Bildern ablesen: Sie changieren zwischen lasierend dünnem Farbauftrag und dichten Schichtungen, zwischen direkt sichtbarer Substanz oder zart nuancierten Flächen. Der pure Prozess des Malens ist der kreative Akt, nicht eine rationale Vorbereitung mittels Skizzen oder Entwürfen. Bachleitner erinnert sich an den »Kopf eines Tuareg« in Marokko in starken, heftig artikulierten Blau-Gelb-Kontrasten, an einen Palmenhain in Spanien mittels Grün-Ocker-Variationen, an eine Parklandschaft auch mit roten Akzenten im hellen Naturambiente.

»Kunst kommt von Künden«

Die Leiterin des »Rupertinums Salzburg«, Dr. Margit Zuckriegl, lobte bei der Ausstellungseröffnung die Arbeiten beider Künstler, deren Exponate noch bis zum 24. Oktober in der »Galerie Ganghof« zu sehen sind. »Kunst kommt von Künden« eröffnete Dr. Zuckriegl ihre Laudatio auf die beiden Künstler. »Mit Farben künden meint, seinem schöpferischen Wollen mit Farben Ausdruck zu verleihen, egal ob im Figurativen, bekannten Formen unserer sichtbaren Welt oder im Abstrakten, Gegenstandslosen, in dem die Anmutung, Emotion, Symbolkraft, aber auch Gestik, Rhythmus, Handbewegungen beim Farbauftrag zur Botschaft, zum Inhalt der Bildwerke werden«, so die Laudatorin.

»Mit dieser Ausstellung soll auch an Stefan Fritsch erinnert werden, den Gründer und Leiter der Kunstakademie Salzburg. Beide Künstler erhielten von diesem Mann wichtige Impulse für ihre Arbeiten«, erklärte »Galerie Ganghof«-Chef Peter Karger. Christian Wechslinger