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So bitte nicht! Wer sein Geschäft verrichten muss sollte mindestens 15 Meter Abstand zu Gewässern halten, damit das Wasser nicht verunreinigt wird. (Fotos: Nationalpark Berchtesgaden)
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Die Plakate des Nationalparks Berchtesgaden geben Tipps für den Toilettengang in der Natur.

Naturtoilette – Wenn man in der freien Natur mal »muss«

Berchtesgaden – Wohin mit dem großen Geschäft beim Wandern? Der Nationalpark Berchtesgaden informiert in einer aktuellen Plakat- und Social Media-Kampagne über den richtigen Toilettengang in der Natur.


Scherzfrage: »Wo ist bei einem Baum eigentlich hinten? – Da, wo das Papier liegt!« Wirklich gut war der Witz nicht, doch das Thema Naturtoilette ist ernst und muss diskutiert werden. Was auf den ersten Blick lustig klingt, wird im Nationalpark zunehmend zum stinkenden Ärgernis. Wanderparkplätze, Alm- und Berghütten, Gewässerufer, Holzstapel. Überall scheint die Besucher oft mehr zu drücken als nur die Blase. Was zurück bleibt, sind übel riechende Hinterlassenschaften und Unmengen an benutzten Taschentüchern in der Landschaft – oft sogar direkt neben oder auf dem Weg. Aber wie macht man es denn richtig, wenn Zusammenkneifen beim Wandern keine Alternative ist?

Es ist ein schwieriges Thema. Schließlich ist der Toilettengang etwas sehr Intimes, über das man nicht gern spricht. Dennoch muss das Thema Naturtoilette diskutiert werden. Denn so, wie es derzeit auf vielen Wanderparkplätzen, rund um beliebte Rast- und Badeplätze oder auch im Bereich von Alm- und Berghütten aussieht, kann und darf es nicht weitergehen. Exkremente, Taschentücher, Slipeinlagen oder Windeln, dies und noch vieles mehr findet man, auch ohne lange danach zu suchen: hinter Bäumen, Büschen, Holzstapeln oder Wegweisern.

Eines ist klar: Was raus muss, muss raus. Aber was tun, wenn man es nicht mehr bis zur nächsten Toilette schafft? Damit auch nachfolgende Wanderer noch Freude am Brotzeitmachen an Wegkreuzungen und Kinder am Herumtollen rund um die Alm- und Berghütten haben, hat der Nationalpark Berchtesgaden einige Tipps zusammengestellt, die auch der schützenswerten Natur im Nationalpark zugutekommen.

Menschliche Hinterlassenschaften brauchen rund einen Monat zum Verrotten. Damit nachkommende Wanderer nicht die Nase rümpfen müssen, sollten Besucher ein Loch für ihre Naturtoilette scharren. Das geht mit Ästen, Steinen oder auch mit den Wanderschuhen. Des Weiteren sollten Hinterlassenschaften anschließend großzügig mit Erde, Laub, Ästen oder Steinen bedeckt und nicht offen liegen gelassen werden.

Wer sein Geschäft verrichten muss, sollte großzügigen Abstand zu Wegen halten.

Besucher sollten zudem nicht in Gewässer urinieren. Diese werden durch menschliche Ausscheidungen stark verunreinigt. Mindestens 15 Meter oder eine halbe Baumlänge Abstand helfen, das Wasser sauber zu halten.

Taschentücher, Feuchttücher, Binden und Windeln haben in der Natur nichts verloren. Diese Materialien brauchen zwischen fünf und 800 Jahren, bis sie verrottet sind. In einem Plastikbeutel verschlossen und mitgenommen kann man sie daheim fachgerecht entsorgen.

Auch Toilettenpapier braucht rund sechs Wochen zum Verwittern. Daher sollten Besucher am besten einfaches Toilettenpapier verwenden und nichts offen liegen lassen. Da Wasser und Wind die benutzen Fetzen in der Landschaft verteilen, muss alles ordentlich abgedeckt werden.

Mit ein paar kleinen Vorkehrungen wird das Bedürfnis in der Natur nicht zum Ärgernis für andere. Zum Wohle der Natur und allen nachkommenden Besuchern des Nationalparks, sollten Wanderer keine oder zumindest so wenige Spuren wie möglich hinterlassen. In einer neuen Plakat- und Social Media-Kampagne informiert der Nationalpark Berchtesgaden aus aktuellem Anlass über das richtige Toilettengeschäft in der Natur.

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