Neue Abwasserleitung im Obersee abgesenkt

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Langsam senkt sich die neue Abwasserleitung in den Obersee. Foto: Sepp Wurm

Berchtesgaden – Am heutigen Freitag wurde die neue Abwasserleitung im Obersee abgesenkt. Die technisch und organisatorisch höchst anspruchsvolle Baumaßnahme stellt sicher, dass auch in Zukunft die Schönheit dieses Naturparadieses erhalten bleibt.


Neben der Gaststätte Salet sind damit jetzt auch die Salet- und Fischunkelalm, die im Sommer von insgesamt drei Landwirten genutzt werden, an die öffentliche Kläranlage in Berchtesgaden angeschlossen. Für Hannes Rasp, Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee, eine äußerst wichtige Maßnahme: „Königssee und Obersee haben Trinkwasserqualität. Wir sind verantwortlich, dass dieses Geschenk der Natur auch unseren Enkeln erhalten bleibt.“ Rasp dankt den ausführenden Firmen und lobt die Zusammenarbeit mit allen betroffenen Institutionen wie Freistaat Bayern, Nationalpark Berchtesgaden oder Wasserwirtschaftsamt Traunstein. „Das gemeinsam Ziel, die Natur rund um den Königssee so unversehrt zu erhalten, wie sie heute ist, war bei allen Gesprächen und Entscheidungen zu spüren.“

Die Baukosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro werden über ein Förderprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Gaststätten und Berghütten, die in mindestens 1000 Höhenmeter über Null liegen, bezuschusst. Die Almen am Königssee und Obersee liegen zwar nur auf einer Höhe von 620 Metern, aber dennoch so abgelegen, dass eine Sonderregelung und Förderung möglich war. Das bedeutet: 75% der tatsächlich angefallenen Kosten werden vom Freistaat übernommen, den Rest teilen sich die Gemeinde Schönau am Königssee und drei Almbauern. Diese profitieren neben der Abwasserleitung auch von den dafür notwendigen technischen Ergänzungen. So wurde im selben Leitungsrohr ein Glasfaserkabel verlegt, das zukünftig schnelles Internet ermöglicht.

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Sie alle freuen sich über die erfolgreiche Verlegung der neuen Abwasserleitung: Familie Freimoser/ BBT Freimoser, Bürgermeister Hannes Rasp mit seinen zuständigen Mitarbeitern Georg Fegg und Hans Brüggler, Thomas Lantenhammer/Wasserwirtschaftsamt Traunstein und Johannes Höglauer/beratende Ingenieure Dippold &Gerold. Foto: Sepp Wurm

Johannes Höglauer vom Planungsbüro Dippold & Gerold spricht von einer ungewöhnlichen Herausforderung. „Zuallererst galt es, die Natur so wenig wie möglich zu belasten, Seeforellen, Wild oder Vögel nicht zu stören und den Flächeneingriff möglichst gering zu halten. Dazu kam, dass der Obersee durch keine einzige Straße erschlossen und von hohen Felswänden umgeben ist. Das heißt, Material, Bagger, Werkzeuge und Arbeitskräfte konnten nur mit dem Boot oder Hubschrauber zur Baustelle gelangen. Nicht zuletzt musste eine gut durchdachte Besucherlenkung erstellt werden.“

Verantwortlich für die Umsetzung war die Ruhpoldinger Firma BBT Freimoser. Sechs Mitarbeiter mussten sowohl technisch als auch organisatorisch eine Meisterleistung abliefern. „Da der Obersee ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist, musste unser Zeitplan so gestaltet werden, dass Wanderer sich möglichst ungestört bewegen konnten. Gleichzeitig war der Erklärungsbedarf für Bauarbeiten mitten im Nationalpark sehr hoch, wir haben immer wieder Fragen vor Ort persönlich beantwortet“, erklärt Wolfgang Freimoser. Er ist vor allem stolz darauf, dass bereits wenige Wochen nach der Kabelverlegung an den Wanderwegen und Almwiesen kaum noch Spuren der Bauarbeiten zu sehen sind.

Mit der Absenkung des Leistungsrohrs im Obersee ist der entscheidende Schritt der Baumaßnahme nun geschafft. 1350 Meter lang, 54 Meter unter der Wasseroberfläche, wartet sie darauf, im kommenden Frühjahr in Betrieb genommen zu werden.

fb/red

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