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Direkt an der Ache baut die Lebenshilfe Berchtesgadener Land ein Wohnheim für 24 Menschen mit Behinderung.
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Sepp Obraczka (l.), 2. Vorsitzender von »Berchtesgaden hilft e.V.«, überreichte Oswald Lerach, 1. Vorsitzender der Lebenshilfe Berchtesgadener Land, einen Scheck über 5 000 Euro.
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Legten bei der Grundsteinlegung Hand an (v.l.): Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp, Lebenshilfe-Unterstützer Joachim Althammer, 2. Vorsitzender der Lebenshilfe, Josef Landthaler, stellvertretender Landrat Rudolf Schaupp und Architekt Rüdiger Lerach. (Foto: Berwanger)

Optimismus auf Großbaustelle am Triftsteg

Berchtesgaden – Er und der gesamte Vorstand der Lebenshilfe Berchtesgadener Land »sind heute glücklich und dankbar«, sagte Oswald Lerach gestern bei der feierlichen Grundsteinlegung für das künftige Behinderten-Wohnheim seiner Einrichtung am Triftsteg. Der 1. Vorsitzende der Lebenshilfe konnte zum Festakt gestern Dienstag eine Reihe von Gästen aus Politik und Wirtschaft begrüßen, darunter zahlreiche Unterstützer der Lebenshilfe. Sie alle und noch viele weitere Vereine, Unternehmen und Privatpersonen hätten die Realisierung des Projektes möglich gemacht, betonte Lerach.


»Der Verein Lebenshilfe wird alles tun, um aus diesem Wohnheim einen Ort der Geborgenheit, oder einfach ausgedrückt, einen Ort der Heimat zu machen«, versprach Oswald Lerach zum Auftakt seiner Festrede. Wenn der Baustellenbetrieb weiterhin reibungslos verlaufe, könnte in den ersten Monaten des neuen Jahres Richtfest und im Spätherbst die Fertigstellung des Gebäudes gefeiert werden. Das dreigeschossige Wohnheim an der Ache wird laut Architekt Rüdiger Lerach eine Nutzfläche von 1 300 Quadratmetern und 6 300 Kubikmeter umbauten Raum haben.

»Einschließlich Grundstück, Erschließung, Baukosten und Einrichtung gehen wir von einem Gesamtbetrag von 4,1 Millionen aus«, bezifferte sein Vater Oswald Lerach die Bruttokosten für das Wohnheim. Dieses wird 16, natürlich barrierefreie, Einzimmerappartements für Menschen mit Behinderung umfassen, außerdem je vier Plätze für die Kurzzeitpflege und für Betreutes Wohnen. Zwar werde das Bauvorhaben von staatlicher Seite unterstützt, rund ein Viertel der Kosten werde der Verein jedoch selbst aufbringen müssen, so der 1. Vorsitzende. Umso dankbarer wäre die Vorstandschaft für jede »finanzielle Zuwendung aus der Bevölkerung.«

Erfahren habe die Lebenshilfe aber auch ideelle Zuwendung, nämlich von der freundlichen Nachbarschaft. »Wenn man von der Landkreis-Bevölkerung, von den maßgeblichen Politikern, den Nachbarn, dermaßen unterstützt wird, dann – so denken wir alle – braucht man auch keine Sorgen mehr vor dem Bauaufwand zu haben«, sagte Oswald Lerach.

»Alles erdenklich Gute und viele Spenden«, wünschte stellvertretender Landrat Rudolf Schaupp der Lebenshilfe für ihr Bauvorhaben. Der südliche Landkreis habe »sehr, sehr lange« auf eine Einrichtung dieser Art warten müssen. Dies sei daher »ein freudiger Tag« für den südlichen Landkreis. Dass das Wohnheim nun an der Schnittstelle der Gemeinden Berchtesgaden und Schönau am Königssee, einem besonders schönen und günstigen Platz für Wanderungen wie für Einkäufe, seinen Standort gefunden habe, sei mehr als erfreulich.

Aus seiner Freude kein Hehl machte auch Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp. Dass die Idee 14 Jahre nach ihrer Geburt »im Miteinander« nun an dieser Stelle realisiert werden könne, gebe dem Vorhaben gleichsam etwas im positiven Sinne Beseeltes. Weniger poetisch, aber auch sehr begeistert zeigte sich vor der Grundsteinlegung der Architekt. Rüdiger Lerach sprach von einer glücklichen Fügung und versprach, dass die Fertigstellung des Baus nicht wie beim Kölner Dom 632 Jahre dauern werde. Damit sich dereinst aber noch spätere Generationen an diesen freudigen Tag für den südlichen Landkreis erinnern können, packte der Architekt nach guter, alter Sitte die gestrige Ausgabe des »Berchtesgadener Anzeigers, Münzen, die Projektbeschreibung und einen Prospekt der Edelweiß-Classic«, deren Veranstalter Joachim Althammer ein eifriger Unterstützer der Lebenshilfe und anderer sozialer Einrichtungen ist, in einen Kupferbehälter. Fest in einem Betonsarkophag verschlossen, schwebten die stummem Zeitzeugen dann am Kran in die riesige Baustelle. Ina Berwanger

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