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Orientierungshilfe für Radfahrer

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Foto: Christian Wechslinger

Berchtesgaden – Ungewöhnliche Fahrbahnmarkierungen sollen den Radfahrern am Bahnhofskreisverkehr den richtigen Weg weisen. Damit die Radler nicht in den neuen, relativ engen Bypass geraten und dann die Abzweigung nach Königssee verpassen, werden sie mit weißen Fahrrädern auf dem Asphalt direkt in den Kreisverkehr geleitet. Die Maßnahme ist allerdings nicht unumstritten, wie verschiedene Einträge in einer Facebook-Gruppe zeigen.


So wundern sich verschiedene User im Internet über die ungewöhnliche Verkehrslenkung. Ihre größte Sorge ist es, dass es durch den plötzlichen Fahrstreifenwechsel kurz vor dem Bypass bei hohem Verkehrsaufkommen zu Unfällen kommen könnte. Richtig verstehen kann man den Sinn der Markierungen ohnehin nicht.

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Für Aufklärung sorgte nun auf Anfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« Marktbaumeister Peter Hasenknopf, der nach wie vor hinter dieser Maßnahme steht, die vor allem auf ortsunkundige Radfahrer abzielt. Denn auswärtige Radfahrer, die über Fernradwege Berchtesgaden erreichten, zieht es zumeist an den Königssee. Um sie richtig zu leiten, entschloss sich die Verkehrsbehörde des Landratsamts Berchtesgadener Land in Beratung mit der Polizeiinspektion Berchtesgaden, Radfahrer von der rechten Spur Richtung Ramsau auf die linke Spur nach Königssee zu leiten. Diese Maßnahme soll der Sicherheit der Radfahrer dienen, denn sonst könnte es zu gefährlichen Straßenquerungen kommen, wenn die Radfahrer nach dem Bahnhof bemerken, dass sie sich fälschlicherweise in Richtung Ramsau bewegen.

Nachdem Autofahrer beim Überholen von Radfahrern seit kurzem 1,5 Meter Abstand halten müssen, sei vor der Einfahrt in den Kreisverkehr laut Peter Hasenknopf gegenseitige Rücksichtnahme geboten. Auf das entsprechende Verständnis der Autofahrer können die Radfahrer nur hoffen. Oder sie meiden den Kreisverkehr ganz, indem sie den Radweg auf der Ostseite der Ache, der auch über den Hanserersteg zu erreichen ist, nutzen. Aber diese Variante kennen wohl nur die Einheimischen. Christian Wechslinger

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