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Protest in Stroh: Buttnmandl-Aktive demonstrieren gegen mögliche Absage des Brauchs

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Berchtesgaden/Königssee: Buttnmandl-Aktive demonstrieren mit Protest gegen mögliche Absage des Brauchs
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Auch an der Kreisstraße BGL 1 waren die Brauchtumsfreunde tätig. (Fotos: Kilian Pfeiffer)

Berchtesgaden/Schönau am Königssee – Noch ist nicht entschieden, ob das Buttnmandllaufen im Berchtesgadener Talkessel stattfinden wird. Dass es zu keiner Absage kommen darf, dafür setzten sich am Sonntagabend einige Freunde und Aktive des Brauchtums ein. In einer Nachtaktion platzierten sie an viel befahrenen Orten in Berchtesgaden und Schönau am Königssee Nachbildungen von Buttnmandln.


Jeder mannshohen StrohNachahmung spendierten sie eine Fellmaske. Sie garnierten die aufsehenerregenden Arbeiten mit Holzplatten. Darauf klare Forderungen: »Sitt’ und Brauch der Alten müssen wir erhalten«, stand auf der Holzkachel an der Kreisstraße BGL 1 am Wahlbaum. »Den Brauch erhalten« konnten aufmerksame Autofahrer an der BavariaKreuzung beim Berchtesgadener Bahnhof lesen.

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Ein weiterer Protest-Buttnmandl stand beim Rathaus in Unterstein. »Der Brauch darf nicht verboten werden« stand auf der Holzplatte. Am Montagmorgen sind die Strohfiguren entfernt worden.

Die Urheber des Protests sind der Redaktion bekannt, wollen aber anonym bleiben. Einer der Buttnmandl-Vertreter sagt: »Wir wollten ein Zeichen setzen und darauf hinweisen, dass es sicherlich andere Möglichkeiten gibt, wie wir unseren Brauch umsetzen können.« Dabei denkt er an reduzierte Gruppen oder an Familienbesuche, die nur mit dem Nikolaus vor dem eigenen Haus stattfinden.

Die Aktiven, die jedes Jahr als Kramperl und Buttnmandl unterwegs sind, trafen sich am Sonntag und bildeten über den ganzen Tag hinweg mehrere Buttnmandl aus Stroh nach.

Dabei haben sie das Stroh gebunden und über Holzkreuze befestigt, damit diese an den Zielorten aufgestellt werden konnten. »Es geht hier um keine Spielerei oder eine Gaudi aus eigenem Interesse, sondern um ein jahrhundertealtes Brauchtum, das stattfinden muss«, sagt einer der Buttnmandl-Vertreter.

Er fordert von den hiesigen Bürgermeistern, sich für das Brauchtum einzubringen und Möglichkeiten aufzuzeigen, um einer Absage zu entgehen. Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp und Schönau am Königssees Bürgermeister Hannes Rasp informierten vergangene Woche, zunächst auf weitere Bestimmungen warten zu wollen, wie es mit den Corona-Einschränkungen weitergeht.

Der Lockdown, der im Landkreis bereits am 20. Oktober verordnet wurde, soll zunächst bis Ende November dauern. Die Gemeindechefs wollen spätestens Anfang Dezember die Buttnmandlbassen des südlichen Landkreises informieren, ob und in welcher Form der Brauch durchgeführt werden kann.

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Ein Protest-Buttnmandl stand beim Rathaus in Unterstein.

Kilian Pfeiffer

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