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Rätsel um Untersberger Zeitloch

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Stan Wolf ist vom sagenumwobenen Untersberg fasziniert. Dafür reist er durch verschiedene Länder und versucht, eine Verbindung zum Untersberger Zeitphänomen herzustellen. Diese Nachforschungen hält er in der Buchreihe »Steine der Macht« fest. Kürzlich veröffentlichte er den elften Band. (Repros: Patrick Vietze)

Berchtesgaden/Hallein – Das Zeitphänomen am Untersberg ist für Wolfgang Stadler ein zentraler Aspekt in seiner Buchreihe »Steine der Macht«. Unter dem Autorennamen Stan Wolf veröffentlichte er kürzlich den neuesten Band »Die weisse Rose am Untersberg«. Die Serie handelt von einem Zeitsprung am Untersberg: Dort verschwinden immer wieder Menschen, tauchen oft nach Tagen oder Wochen wieder auf und behaupten, nur für kurze Zeit am Berg gewesen zu sein. Unzählige Reisen quer durch die Welt sowie das Auffinden von mysteriösen schwarzen Steinen waren für den Autoren aus Hallein ausschlaggebend, persönliche Ereignisse und fiktive Handlungen in einem Roman zu koppeln.


Stan Wolf befasste sich mit dem Untersberg intensiver, nachdem dort die größte Suchaktion stattgefunden hatte. Am 15. August 1987 verschwanden drei Deutsche spurlos. 152 Mann und drei Helikopter waren über eine Woche lang im Einsatz – erfolglos. Zwei Monate später meldeten sich die Gesuchten von einem Frachtschiff im Roten Meer. Einem der Deutschen war der Autor einige Jahre zuvor auf einer Schutzhütte am Untersberg begegnet. Daraufhin fing Stan Wolf mit einer intensiven Recherche an – sei es in Zeitungen oder im Internet.

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So startete der Halleiner mit seiner damals 16-jährigen Tochter Sabine einen Selbstversuch auf dem Untersberg. »Wir haben unsere Armbanduhren auf die Sekunde genau gleichgestellt.« Tatsächlich konnten sie während des Aufenthalts zwei Minuten Zeitunterschied feststellen. Seitdem geht der heute 69-Jährige der Zeitverschiebung auf den Grund.

Zudem stellt er in seiner Geschichte eine Verbindung zu den Nationalsozialisten, dem ehemaligen Berghof am Obersalzberg, dem Kehlstein und der Ettenberger Kirche her. Das Zeitphänomen, die Mythologie, der Zweite Weltkrieg sowie Berchtesgadener Orte verflechten sich in einer fortlaufenden Geschichte.

Wolf begibt sich beispielsweise nach Ägypten und entdeckt in der unterirdischen Kammer der Cheops-Pyramide einen schwarzen, runden Stein, über den sämtliche Personen auf der Reise berichtet hatten. Stan Wolf nimmt in seinen Nachforschungen an, dass NS-Größen des Dritten Reiches über die Zeitverschiebungen und über die schwarzen Steine Bescheid wussten.

Im elften Band wird dem Hobbypilot Wolf das erste deutsche Düsenflugzeug gezeigt und er erfährt einiges über den Voodoo-Glauben in der Karibik. Fotos im Buch untermalen seine Erlebnisse. Der Autor erforscht gemeinsam das Land Ägypten und versucht dabei, eine Verbindung zum Untersberg herzustellen. Das Land der Pharaonen ist aber mit Vorsicht zu genießen. Zusätzlich spielen mystische Begebenheiten, beispielsweise geheimnisvolle Frauen und eine weiße Rose, in diesem Band eine wichtige Rolle.

Stan Wolf ist Schlossermeister und hat einen eigenen Betrieb in Hallein. 2009 schrieb der 69-Jährige das erste Buch. Für seine Literaturarbeit fand der Unternehmenschef genug Zeit. »Zunächst wollte ich die Informationen in einem Buch festhalten.« Doch daraus entwickelten sich mehrere Bände: Der Halleiner bekam immer wieder neue Informationen, die er in seinem Roman verarbeiten konnte. Dadurch entstanden Fortsetzungen. Mittlerweile hält er viermal im Jahr einen Vortrag im Gasthof »Schorn«. Stan Wolf folgt weiterhin seiner Leidenschaft: Er schreibt gerade den zwölften Band der Buchreihe. Die ersten zwei Kapitel sind bereits fertig.

»Steine der Macht. Die weisse Rose am Untersberg« (Band 11), Stan Wolf, novum pro Verlag, 208 Seiten, 21,30 Euro. Patrick Vietze

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