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»Rainbow City« bei Foto-Ausstellung im Nationalparkzentrum

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Berchtesgaden: "Rainbow City" bei Foto-Ausstellung im Nationalparkzentrum
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Mit seinem Foto »Rainbow City« holte sich Cristobal Serrano den Gesamtsieg. (Repro: Friederike Glossner)

Berchtesgaden – Im Nationalparkzentrum »Haus der Berge« in Berchtesgaden werden derzeit die prämierten Bilder des europaweiten Wettbewerbs »GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres 2018« gezeigt, der jährlich von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen ausgerichtet wird.


Ziel des Wettbewerbs ist es, die hohe Qualität und den spezifischen Stil europäischer Naturfotografie in Bildern aus Europa und aller Welt darzustellen und den Naturschutzgedanken mit den Mitteln der Fotografie zu fördern.

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Die Bilder konnten in neun Kategorien eingereicht werden, darunter Vögel, Säugetiere, Pflanzen und Pilze, Landschaften sowie Mensch und Natur. Eine Sonderkategorie in diesem Wettbewerb ist der international ausgeschriebene Fritz-Pölking-Preis, den die GDT seit 2008 in Zusammenarbeit mit dem Tecklenborg-Verlag ausrichtet. Fritz Pölking ist Gründungs- und Ehrenmitglied der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen und sein Werk Ansporn für viele Fotografen.

In ihrem Geleitwort weist die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Beate Jessel, darauf hin, dass im 18. Jahr des Wettbewerbs »GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres« über 18.000 Bilder eingereicht wurden, die eindrucksvoll die Schönheit und Vielfalt der Natur, aber auch den Stellenwert des Wettbewerbs unter Amateur- und Profifotografen zeigen. Die Bilder der 1112 Teilnehmer ermöglichen es, in Naturräume und Ökosysteme einzutauchen und die Natur aus nicht alltäglichen, teilweise außergewöhnlichen Perspektiven zu entdecken. Nicht alle Fotos konzentrieren sich auf die Schönheit, einige rütteln auf und zeigen, wo die Natur an ihre Grenzen stößt und wo der Mensch die Natur an ihre Grenzen bringt.

Das Foto des diesjährigen Gewinners Cristobal Serrano »Rainbow City« hält aus der Vogelperspektive einen faszinierenden Eindruck fest, der vor allem durch seine Farbenpracht begeistert. Die Luftaufnahme zeigt Zwergflamingos am Bogoriasee, die dort ihre bevorzugte Nahrung, Cyanobakterien (Blaualgen) der Gattung Spirulina, aus dem alkalischen Wasser filtern. Durch das Ausbleiben der Regenfälle während der Trockenzeit liegen Mineralien und Salze aus dem vulkanischen Untergrund in sehr hoher Konzentration vor, sodass sich aus der Luft eine Explosion satter Farben beobachten lässt. Der Zwergflamingo reagiert empfindlich gegenüber Veränderungen des Ökosystems und wird bereits auf der internationalen Roten Liste gefährdeter Arten in der Kategorie »Potenziell gefährdet« geführt.

Bemerkenswert ist das »Seerosenblatt im ersten Eis«, für das Hannu Ahonen aus Finnland den ersten Platz in der Kategorie Pflanzen und Pilze erhielt. Die »Sandskulptur« von David Frutos Egea aus Spanien zeigt eine eigenwillige Formation aus Sand in der Lagune »Mar Menor« (Murcia, Spanien), modelliert von den Kräften der Wellen.

Leichter Nebel verhüllt die Berge am Horizont, was dem Bild eine sanfte Anmut verleiht. Für diese Arbeit erhielt der Fotograf den ersten Platz der Kategorie Landschaften. Lobend erwähnt wurden Theo Bosboom aus den Niederlanden für »Die Kreise«, Georg Kantioler aus Italien für »Gletscherhöhle in den Alpen« und Panos Laskarakis aus Griechenland für »Steile Gipfel auf dem See«.

Den Fritz-Pölking-Preis 2018 erhielt Johannes Wassermann aus Italien für sein Werk »Mein Haselhahn im Südtiroler Bergwald«.

Mateusz Piesiak aus Polen erhielt den Fritz-Pölking-Jugendpreis 2018 für »Shades of blue«, ein fotografisches Langzeitprojekt. Gezeigt werden besondere Momente im Leben der Vögel in verschiedenen blau dominierten Lichtsituationen. Noch bis zum 30. April kann die Ausstellung von 9 bis 17 Uhr besucht werden.

Friederike Glossner

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