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Haben erfolgreich ihre Prüfung abgelegt (v.l., stehend): Mario Velev, Stefan Angerer, Christian Stangl, Simon Geiger, Meli Schwarz, Verena Häusser; (v.l., kniend): Elisabeth Koll und Daniel Huber.

Rückblick auf ein turbulentes Jahr 2021: Jahreshauptversammlung der BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Berchtesgaden

Berchtesgaden – Die Jahreshauptversammlung der BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Berchtesgaden fand im Gasthof »Goldener Bär« in Berchtesgaden statt. Zahlreiche Mitglieder, Ehrengäste aus Politik und anderen Blaulichtorganisationen sowie weitere Gäste folgten der Einladung des Vorstandes.


»Bis in den Mai hinein haben wir einfach gravierende Probleme gehabt«, eröffnete Ortsgruppenvorsitzende Elke Schneider ihren Bericht. »Corona hier, Corona dort, das gesamte Wasserwachtleben hat stillgestanden. Das kennen wir so eigentlich gar nicht«, resümierte sie. Die Vorsitzende macht auch deutlich, dass sie stolz ist auf ihre Ortsgruppe mit 1 085 Mitgliedern. »Aktuell haben wir 40 aktive Einsatzkräfte«, freute sie sich. Trotz der Corona-Auflagen aus Politik und Verband begann im Sommer das Kinder- und Jugendtraining wieder. Es lief aber einiges anders als sonst: Schwimmkurse im Freibad, Trainer mit Mund-Nase-Schutz- oder FFP 2-Maske, kleinere Gruppen sowie eine »genauste« Registrierung der Teilnehmer. Die Ortsgruppe sei stark gefordert gewesen, konnte aber die Ausbildung durchführen.

»Ab Ende Mai haben wir zusammen mit der Gemeinde Marktschellenberg ein Corona-Schnelltest-Zentrum im Rathaus eröffnet«, fuhr Elke Schneider fort. »Ein großer Dank gilt Bürgermeister Michael Ernst und den immer fleißigen Helfern, die hier viele Stunden geleistet haben.« An Michael Ernst gewandt sagte sie: »I hoff, mia brauchen's nimma.«

Dann blickte Elke Schneider kurz auf die Jahreshauptversammlung im Kurhaus zurück. »Es war einfach anders. Ich bin mir vorgekommen, wie in der Schule. Einzeltische, viel Abstand, kein Essen. Das waren aber die damaligen Vorgaben.«

Ein kleines Highlight 2021 war der Besuch des Konzertes der »Fantastischen Vier« am Königssee: »Wir sind beim Radiosender Bayernwelle Südost für unseren Einsatz beim Hochwasser im inneren Landkreis vorgeschlagen worden und haben die Helfertickets gewonnen«, sagte Elke Schneider erfreut. Der technische Leiter Martin Planegger und eine weitere aktive Wasserwachtlerin e hatten die BRK-Wasserwacht Berchtesgaden vorgeschlagen.

Zum Ende des Jahres 2021 durfte sich die Ortsgruppe noch bei der Eröffnung des »Kulturhof Stanggass« präsentieren. Sie stellte den Sanitätsdienst vor und die Jugendgruppe zeigte jede Stunde am Badebereich verschiedene Vorführungen.

Auch der technische Leiter Martin Planegger blickte auf die vergangene Zeit zurück: »Erst einmal a ganz herzliches Vergelt's Gott, an euch alle, eure Familien, Lebensgefährten, Kinder und Arbeitgeber«, eröffnete er seinen Bericht. »Ohne Unterstützung könnten wir unsere Aufgaben nicht bewältigen. Ehrenamt ist Leidenschaft. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Einfach Danke«, fuhr er fort. Im Jahresvergleich war das Jahr 2021 ein durchschnittliches Jahr mit 106 Einsätzen.

Die geleisteten Stunden waren deutlich weniger als in den Vorjahren. Aufgrund der Corona-Beschränkungen konnten deutlich weniger Übungen und Ausbildungen durchgeführt werden. Ein paar besondere Einsätze des Jahres 2021 erwähnte Martin Planegger: Die Alarmbereitschaft des Wasserrettungszuges Oberbayern, in dem die Kreiswasserwacht Berchtesgadener Land einen Tauchtrupp stellt, die Alarmbereitschaft der Canyon-Rettungsgruppe aus Berg- und Wasserwacht, eine Lebensrettung aus der Almbachklamm sowie die Hochwassereinsätze im »Hohen Norden« und im Talkessel. »Selbstverständlich haben unsere Aktiven auch die Coronaarbeiten unterstützt«, so Martin Planegger weiter. »Neben einer Test-Aktion an der Watzmann Therme haben wir zusammen mit der BRK-Bereitschaft Berchtesgaden die Schnelltestphase in den Hotels durchgeführt. Hier ging immer alles Hand in Hand mit der Bereitschaft.«

»Während des Trainings in der Therme ging der Piepser: Einsatz nach Rheinlandpfalz, Treffpunkt in Freilassing«, erinnerte er. »Nach einer kurzen Aufregungsphase ist der Hochwassereinsatz also doch losgegangen«, sagte er. Der Wasserrettungszug der Wasserwacht Oberbayern war von Montag bis Mittwoch in Bereitschaft versetzt worden. Der Alarm kam am Donnerstag etwas überraschend. Zwei Aktive der Ortsgruppe fuhren zusammen mit anderen Kollegen der Kreiswasserwacht zum Einsatzort. »Die beiden sind zwölf Stunden rauf gefahren, haben leider keinerlei Aufgaben bekommen und sind dann nach ewigen Warten und Nichtstun wieder zwölf Stunden heimgefahren«, erklärte Martin Planegger. Dann sagte er: »Kaum wieder daheim, ging es schon bei uns rund.« Es gab drei Einsätze beim Juli-Hochwasser. »Glücklicherweise nur kleinere Sachen«, sagte er und fügte hinzu »Wir waren aber lange in Standby.«

Aus- und Fortbildung

Besonders lobte Martin Planegger die Aktiven, die im Jahr 2021 trotz aller Vorschriften diverse Aus- und Fortbildungen durchgeführt haben. Insgesamt fünf Helfer bestanden die Prüfung zum Sanitätsdiensthelfer, drei neue Fließwasserretter konnten ausgebildet werden und ein neuer Einsatzleiter Wasserrettungsdienst unterstützt die Ortsgruppe seit 2021. Auch Martin Planegger ging kurz auf das Konzert am Königssee ein: »Der Vorschlag bei Bayernwelle Südost kam auch von mir. Ich wollte einfach den Helfern der Wasserwacht, die mich daheim mit den Aufräumarbeiten unterstützt haben, etwas Gutes tun.« Beim Martin Planegger stand das Wasser im Erdgeschoss. Neben den Aufräumarbeiten kümmerte er sich auch um die Abwicklung der Einsätze im Talkessel. Zum Konzert sagte er: »Es freut mich, dass dies ein besonderer Abend am Fuße des Jenners gewesen ist. Die Musik ist einfach super, die Stimmung genial genial gewesen«, freute er sich.

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Die neuen Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst (v.l.): Jugendleiterin Leni Stöger, Johanna Schuster, Theresa Poser, Julia Bründl, Rady Jannis, Florian Wenig und Lisa Gloau mit Vorsitzender Elke Schneider. (Fotos: BRK BGL)

Viele Jugendaktivitäten

Die 2. Jugendleiterin Barbara Häusser ging auf die Schließzeiten der Watzmann Therme ein. Sie sagte: »Sobald wir durften, haben wir alles mögliche getan, um unsere Schwimmkurse aufrecht erhalten zu können.« Ab Mai hat die Jugendleitung in den Freibädern Schwimmkurse und Kindertrainings organisiert. »Jedes Kind, das wollte, hat schwimmen können«, so Barbara Häusser. Sie bedauert: »Viele Gruppen leider nur im Zwei-Wochen-Modus, aber immerhin.« Mittlerweile läuft das Training wieder normal. Im Durchschnitt werden die Trainings-Donnerstage von 104 Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Gruppen besucht.

Neben dem Training hat sich die Jugendleitung für die coronafreie Zeit einiges einfallen lassen: »Neben einer Kräuterwanderung, einer großen Müll-Sammel-Aktion, einer Wanderung um den Hintersee sowie der Teilnahme bei einer Übung mit der Rettungshundestaffel der Wasserwacht Dachau haben wir noch einen kreativen Nachmittag für unsere Kinder gestaltet und durchgeführt«, berichtete Barbara Häusser.

Die Ehrengäste aus Politik und von anderen Blaulichtorganisationen lobten das große Engagement der Ortsgruppe: »Ihr seid die größte Ortsgruppe, die mit den meisten Einsätzen«, so BRK-Wasserwacht-Kreisvorsitzende Sabrina Schauer. »Ich komme immer gerne zu euch nach Berchtesgaden, weil es einfach Spaß macht, mit euch zusammen zu sein oder zusammen zu arbeiten.« Sowohl die Feuerwehren, die durch den Kreisbrandinspektor Anton Brandner vertreten waren, als auch die Polizeiinspektion Berchtesgaden, die durch Stefan Scharf vertreten war, lobten die gute, einfache, schnelle und krisensichere Zusammenarbeit mit Ortsgruppe. Geschäftsführer der Bayerischen Seenschifffahrt am Königssee, Michael Grießer, sagte: »Wenn meine Wasserwacht etwas braucht, darf sie jederzeit kommen. Ich habe immer ein offenes Ohr, das wisst ihr ja. Einfach Danksche für das vergangene Jahr.«

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