Stabiler Wald durch junge Baumvielfalt

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Wechsel beim Forstbetrieb Berchtesgaden: Vinzenz Bader löst Christian Lischka ab. (Foto: Patrick Vietze)

Berchtesgaden – Vinzenz Bader leitet seit Kurzem das Forstrevier Berchtesgaden West. Der 29-Jährige aus Altenau in Saulgrub fühlt sich im Forstbetrieb Berchtesgaden wohl. Dennoch weiß er, dass er sich im neuen Territorium zuerst einen Überblick verschaffen muss. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit soll die Pflege des Schutzwaldes sein.


Bader wurde über Umwege Förster, zuvor war er ein aktiver Mountainbiker. Er fuhr für eine Sportmannschaft und machte bei einem Radhersteller eine Lehre zum Kaufmann. Doch er konnte sich nicht vorstellen, dort langfristig zu bleiben. »Ich fahre aber immer noch gerne mit dem Mountainbike. Sobald es das Wetter zulässt, will ich eine Tour in Berchtesgaden ausprobieren«, sagt Bader.

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Aufmerksam wurde er auf das Forstamt durch seine Familie. Baders Vater ist Forstwirtschaftsmeister, auch sein Großvater war in diesem Beruf tätig. »Ich bin damit aufgewachsen«, so Bader. Deshalb beschloss er, Forstingenieurwesen in Freising zu studieren. Nach erfolgreichem Studienabschluss machte Bader einen forstlichen Vorbereitungsdienst in Lohr am Main – eine Fortbildung, die ihn zum Forstrevierleiter qualifiziert. Daraufhin bewarb er sich um die freie Stelle beim Forstbetrieb Berchtesgaden und bekam die Zusage. »Mein Ziel war es, irgendwann in einem Gebirgsrevier zu arbeiten. Dass es aber sofort geklappt hat, überrascht mich.«

Der 29-Jährige ist vom neuen Umfeld begeistert. Seine Kollegen seien hilfsbereit, denn zunächst müsse er sich im Forstrevier Berchtesgaden West zurecht finden. Das Gebiet erstreckt sich von Hallthurm bis zum Grünstein, von der Reiteralm bis zum Untersberg und vom Hintersee bis zum Predigtstuhl. Letzteres sei auch ein wichtiger Bereich, da er sich mit den Mitarbeitern der Predigstuhlbahn über die Benutzung der Wanderwege austauscht. Zudem ist Bader für das Lattengebirgsplateau verantwortlich. »Ich muss mir erst einmal einen groben Überblick verschaffen«, sagt Bader.

Den ersten Schritt hat der Förster bereits gemacht: Er unternahm eine Skitour im Lattengebirge, um es zu erkunden. Der 29-Jährige hat sich auch die Betriebsabläufe angeschaut. Baders Aufgaben sind vielfältig. Er pflegt den Wald, erntet Holz, bekämpft Schadflächen, pflanzt Bäume und jagt Rehe, Rotwild und Gämsen. Besonders wichtig ist ihm die Pflege der Schutzwälder, wie Bader dem »Berchtesgadener Anzeiger« erzählt. Der Förster will die Bäume vor Lawinen, Erosionen und Steinschlägen schützen. »Die Allgemeinheit profitiert davon, wenn der Wald stabil bleibt.« Ein stabiler Bergwald verhindert auch, dass sich Lawinen bilden. Der Wald wird durch Jungbestände und eine Baumvielfalt stabilisiert.

Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller ist vom 29-Jährigen überzeugt: »Ich freue mich, dass wir ihn für das Forstrevier Berchtesgaden West gewinnen konnten. Er ist jung und tüchtig. Ein generationenübergreifendes Denken ist wichtig. Schließlich müssen wir nachhaltig wirtschaften.« Bader will zu Beginn nichts überstürzen, sich in den Forstbetrieb einleben und seine Kollegen besser kennenlernen. Der 29-Jährige wünscht sich aber für heuer einen niederschlagsreichen Sommer, »damit die Borkenkäfer kein leichtes Spiel haben«.

Patrick Vietze

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