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Startschuss nach 108 Tagen

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Freuen sich über die Wiedereröffnung: die Stammgäste der Watzmann Therme. (Foto: Christian Wechslinger)

Berchtesgaden – Die Watzmann Therme ist am letzten Freitag nach insgesamt 108 Tagen seit Beginn der Corona-Krise wieder geöffnet worden. Unter den gegebenen Sicherheitsvorschriften ist der Besuch sowohl des Bades als auch der Saunalandschaft möglich. Der »Anzeiger« hat sich im Bad umgesehen und mit Gästen und Mitarbeitern gesprochen.


Die Besucherzahlen im Bad und im Saunabereich sind zahlenmäßig reglementiert, was jedoch in den nächsten Tagen gelockert werden soll. Im Saunabereich dürfen sich zurzeit maximal 50 Gäste aufhalten, im Bad 300. Abteilungsleiter Sepp Moser achtet mit seinen Mitarbeitern streng auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsvorschriften, die von den Gästen sehr diszipliniert beachtet werden.

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Einer, der sich schon lange auf die Wiedereröffnung gefreut hat, ist der ehemalige Autoslalom-Spezialist Willi Pichler: »Endlich dürfen wir wieder unseren Körper von innen reinigen.« Saunieren ist für ihn das Entstressen von Körper und Seele. Willi Pichler und viele andere haben das sehr vermisst. Das Saunabaden stärkt die Abwehrkräfte und übt die Anpassungsfähigkeit des Körpers an wechselnde Temperaturen. Wie das zelebriert wird, ist jedermanns eigene Sache. Vonseiten der Betreiber werden drei Saunagänge empfohlen, deren Höhepunkt zumeist der »Aufguss« ist.

Auf diese Aufgüsse müssen die Saunabesucher derzeit jedoch noch verzichten. Mehrere Saunarunden treffen sich regelmäßig an den gleichen Tagen, viele auch aus Österreich. Obwohl in Salzburg im letzten Jahr das neu gestaltete Paracelsusbad wieder eröffnet hat, blieben viele Salzburger der Watzmann Therme treu. Schließlich entwickeln sich unter den Saunagästen auch Bekanntschaften, ja sogar Freundschaften, die gepflegt werden.

Über die Jahre haben sich kuriose Geschichten zugetragen: Ein Gastwirt soll einmal vom Skilauf gekommen sein und sich im Skianzug in die Sauna begeben haben. Zogen sich mache dieser Saunagänge doch über Stunden hinweg, so kam es wohl auch schon zu Gesangseinlagen, die anderen Saunagästen missfielen. Dies alles zu regeln war Sache des Saunameisters, der nicht nur für die Aufgüsse sorgte, sondern auch für die nötige Ruhe und Ordnung.

Viele dieser Saunagruppen dürften nun erleichtert sein, ihrem Hobby wieder nachgehen zu können.

Aber nicht nur die Sauna wurde schmerzlich vermisst, auch die Schwimmbecken werden seit jeher für Trainingseinheiten genutzt. Wie zu erfahren war, gibt es Anfragen aus dem Bereich der Wettkampfschwimmer und der Reha-Sportgruppe des TSV Berchtesgaden sowie der Wasserwacht. Sie alle möchten ihr Schwimmtraining so schnell wie möglich wieder aufnehmen. »Wir konnten ja lange Zeit keine Schwimmkurse anbieten und hoffen, dass dies bald wieder möglich ist«, so Elke Schneider, Vorsitzende der Wasserwacht Berchtesgaden. Christian Wechslinger

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