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Stefan Mohr verlässt das Stiftsland

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Fünf Jahre war Stefan Mohr der Stiftskapellmeister im Stiftsland Berchtesgaden. Die Nachricht, dass er den Talkessel verlässt, wurde von vielen mit Fassungslosigkeit und Unverständnis aufgenommen. (Archivfoto: Andreas Pfnür)

Berchtesgaden – Stefan Mohr wird ab 1. Oktober nicht mehr als Stiftskapellmeister für das Stiftsland Berchtesgaden tätig sein. Das bestätigte Mohr auf Nachfrage des »Berchtesgadener Anzeigers«. Er selbst hat sich in einem Facebook-Eintrag auf seiner privaten Seite wie auch auf der Seite »StiftsMusik Berchtesgaden« von seinen Freunden und Chormitgliedern in der Kirche verabschiedet. Die Gründe sind laut Mohr vonseiten der Kirche nicht genau genannt worden.


»Liebe Freunde der StiftsMusik Berchtesgaden. Leider hat der Personal- und Haushaltsausschuss der Kirchenstiftung in einer Sitzung am 16. Juni in einem Mehrheitsentscheid beschlossen, meine hauptamtliche (Vollzeit-)Kirchenmusikerstelle auf 65 Prozent zu kürzen«, erklärt Stefan Mohr in einem öffentlichen Beitrag auf seinen Facebook-Seiten.

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Diese Tatsache bestätigte er der Lokalzeitung in einem Telefonat. »Da ich diese Änderungskündigung nicht annehmen kann, werde ich deshalb zum 1. Oktober fristgerecht gekündigt und beende somit meinen Dienst als Stiftskapellmeister und Leiter der StiftsMusik.«

Gleichzeitig möchte er sich bei all den vielen Mitgliedern meiner Chorgruppe »für die wunderbare Zeit, die wir in den fünf Jahren gemeinsam hatten«, ganz herzlich bedanken. »Es war mir stets eine Freude, mit euch zusammenzuarbeiten.« Er bedankt sich auch bei den Kindern, Jugendlichen und Eltern der Singschule, bei den Kantorinnen und Kantoren, den Mitgliedern der StiftsSchola und den Mitgliedern des St.-Andreas-Chores Berchtesgaden für die schöne gemeinsame Zeit.

Unter dem Beitrag auf der Seite der StiftsMusik häufen sich Kommentare von Menschen, die Unverständnis und Enttäuschung äußern. Ein Facebook-Fan schreibt zum Beispiel: »Die Entscheidung, eine derartige Stelle auf 65 Prozent zu kürzen, ist nicht nachvollziehbar. Ein riesiger Skandal! Diejenigen, die das zu verantworten haben, mögen diese Entscheidung überdenken und revidieren.« Ein anderer kommentiert: »Das darf doch wohl nicht wahr sein. Unfassbar!« Außerdem zu lesen ist: »Ich bin entsetzt!«

Warum die Vollzeitstelle gekürzt wurde, weiß Mohr nicht. Ihm wurden nach eigener Aussage keine Gründe genannt. Noch hätte er Zeit, die veränderten Vertragsbedingungen anzunehmen, aber das will er nicht, wie er betont.

Die Lokalzeitung erkundigte sich bei Michael Koller, Verwaltungsleiter des Stiftslandes Berchtesgaden, nach dem aktuellen Stand. Dieser sagt, da die Frist für eine Entscheidung vonseiten Stefan Mohr noch läuft und dieser sich anscheinend noch nicht offiziell geäußert habe, ob er den Vorschlag annimmt (Stand Montagnachmittag), werde sich die Kirche noch nicht dazu äußern. Annabelle Voss

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