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Sterben als Mitgeschöpf, nicht als Sache

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Berchtesgaden: Bio-Zertifikat für Schlachthof Berchtesgaden
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Strikte Trennung: Auf der linken Seite des Kühlraums hängen Schweine aus der Biohaltung, auf der rechten die Tiere aus der konventionellen Haltung. (Fotos: Patrick Vietze)

Berchtesgaden – Der Schlachthof Berchtesgaden hat ein Bio-Zertifikat erhalten. Ein großer Erfolg für Dr. Horst Brunner; er ist seit zwei Jahren Leiter der Einrichtung. Der Tierarzt modernisierte den Schlachthof. Er konnte einiges erreichen, obwohl das mehr Aufwand für jeden bedeutet.


Nachdem Brunners Vorgänger verstorben war, schrieb die Gemeinde die Stelle des Schlachthofleiters aus. Zunächst schien der Tierarzt skeptisch. »Es war ein Sprung ins kalte Wasser«, so der 54-Jährige. Er musste sich mit den strengen Richtlinien bei einer Schlachtung auseinandersetzen und viel bürokratisches Zeug erledigen. Erschwerend kam hinzu, dass er seine Tierarztpraxis und den Schlachthof zugleich koordinieren musste. Dafür fand der 54-Jährige eine Lösung: Er verbringt einen Tag in der Woche im Schlachthof und andere Tierärzte aus seiner Praxis vertreten ihn.

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Brunner hatte die besten Voraussetzungen für die Leitung. Zum einen hat er sämtliche Hygieneschulungen absolviert. Zum anderen behandelt er als Tierarzt Großtiere. Rinder, die in Berchtesgaden unter anderem geschlachtet werden, gehören auch dazu.

»Im Studium setzte ich mich mit den Krankheiten der Tiere auseinander. So kann ich feststellen, ob die Lebewesen gesund sind«, sagt Brunner. Er wisse, ab wann ein Lebewesen schwer krank ist und deshalb eingeschläfert werden muss. Ist ein Tier hingegen gesund, kann es später in die Lebensmittelproduktion.

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Schlachthofleiter Dr. Horst Brunner ist mit der Arbeit zufrieden.

Wie wird der Schlachthof zur Bio-Einrichtung?

Im Laufe seiner Einarbeitung setzte sich Brunner ein großes Ziel: Der Schlachthof soll ein Bio-Zertifikat erhalten. »Wir sind das letzte Glied in der Kette zur Biovermarktung«, weiß der Teisendorfer. Bioprodukte dürfen laut EU-Richtlinien nicht als solche verkauft werden, wenn die Schlachtung nicht in einem biozertifizierten Hof stattgefunden hat.

Regionale Produkte stehen für den Tierarzt im Vordergrund. Brunner lehnt Tierhaltungen in Großbetrieben ab. Stattdessen fordert er die kürzesten Wege für die Lebewesen zum Schlachthof. Egal, ob Teisendorf, Anger oder Aufham: Die Tiere stammen aus dem Landkreis.

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der Dienstagsausgabe (31. März) des Berchtesgadener Anzeigers.

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Alles muss sauber verlaufen. Ein Arbeiter beim Schneiden.

Patrick Vietze

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