Bildtext einblenden
Eindrücke aus der Ferne per WhatsApp: Bis März werden Thomas Huber und Anderl Soyter noch in Patagonien bleiben. (Foto: privat)

Tödliches Drama in Patagonien: Extrembergsteiger Thomas Huber und Anderl Soyter an Rettungsaktion beteiligt

Berchtesgaden – Der Berchtesgadener Extrembergsteiger Thomas Huber und sein Freund Anderl Soyter aus Schönau am Königssee sind vor kurzem zum Klettern nach Patagonien gereist. Doch der Beginn ihrer Reise erinnerte mehr an einen Albtraum, denn eine mächtige Lawine hatte den Bergsteiger Corrado »Korra« Pesce und dessen Begleiter Tomás Aguiló am Cerro Torre erfasst. Huber und Soyter beteiligten sich sofort an der Rettungsaktion. Doch trotz aller Bemühungen konnte nur Tomás Aguiló gerettet werden, Korra Pesce bezahlte den Abstieg vom 3.128 Meter hohen Berg mit seinem Leben.


Einige Tage liegt das Unglück nun zurück. Thomas Huber und Anderl Soyter, langjährige Freunde, hat das tödliche Unglück schwer getroffen. Schon wieder ein Toter. Berge kennen keine Gnade. Unter Extrembergsteigern gilt der Cerro Torre als einer der schwierigsten und schönsten Berge zugleich. Aufgrund seiner steil aufragenden, glatten Granitwände herrschen im oberen Bereich widrige Wetterbedingungen. Den Granitberg zu besteigen, gilt als besonders anspruchsvoll. »Wenn das Wetter passt, sind hier alle am Berg unterwegs«, sagt Huber. Etliche Gipfel gibt es in der Umgebung zu bezwingen.

Huber und Soyter kletterten selbst seit Tagen in der Region, waren unterwegs zum Berg Saint-Exupéry, inklusive Biwak unter dem Gipfel, weiter den Grat bis zum 2.460 Meter hohen Rafael Juarez. Später seilten sie sich ins Torre Valley ab, weiter ging es ins Camp Nipo Nino. Dort ereilte sie die Nachricht vom schweren Unglück.

Matteo Della Bordella, ein erfahrener Bergsteiger und mit Thomas Huber befreundet, hatte mit einem Begleiter tags zuvor an der Nordwand des Cerro Torre den Italiener Korra Pesce und dessen Begleiter Tomás Aguiló getroffen. »Es war eine angenehme Überraschung«, berichtet er in einem Blog. Die beiden waren gerade dabei, eine neue Route zu eröffnen. Es waren noch 300 Meter bis zum Gipfel. Die vier Kletterer beschlossen, die Route gemeinsam zu bewältigen. Gegen 17.30 Uhr waren alle auf dem Gipfel des Cerro Torre angekommen. Für Matteo Della Bordella war das eine große Freude: »Wir haben eine neue Route am legendären Cerro Torre eröffnet, die nicht nur ein großer Traum ist, sondern definitiv die schönste, wichtigste und schwierigste Route, die wir je in unserem Leben geklettert sind.«

Abstieg bei Dunkelheit

Während die einen noch eine Nacht bleiben und dann über die Südostflanke des Berges absteigen wollten, entschieden sich Korra Pesce und Tomás Aguiló für einen Abstieg bei Dunkelheit über die verhängnisvolle Ostwand. Das Unglück ereilte die Bergfexe zwei Stunden später: Eine »gewaltige Eis- und Steinlawine« habe sie überrascht, berichtet Della Bordella. Weil der Berg riesig ist, die Unglücksstelle nicht in Sichtweite, »hatten wir keine Ahnung, was passiert war«.

»Beide blieben schwer verletzt in ihren Sicherungen in halber Wandhöhe hängen«, berichtet der Berchtesgadener Anderl Soyter. Tomás Aguiló gelang es, ein alpines Notsignal zu senden. Aus eigener Kraft und gezeichnet von mehreren Knochenbrüchen konnte er sich rund 300 Meter abseilen, blieb aber weiter in der Wand hängen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der heutigen Montagsausgabe (7. Februar) des Berchtesgadener Anzeigers.

Kilian Pfeiffer

Mehr aus Berchtesgaden