Tradition Schäfflertanz: Erheiterung nach der Pandemie

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Die Schäffler bei einem Auftritt im Markt von Berchtesgaden. (Foto: Kilian Pfeiffer)

Berchtesgaden – Nach der Pandemie die Menschen zum Lachen bringen: Das planen die Schäffler – nicht nur in Berchtesgaden. »Wir sind in Gesprächen mit den Gruppen von Traunstein, Mühldorf bis München.« Noch im Laufe dieses Jahres soll es zeitlich abgestimmte Auftritte geben, sagt Werner Böhnlein, Vorstand des TSV Berchtesgaden. Im Spätsommer oder Herbst könnte es schon so weit sein. Vortänzer, Fassschlager, Spaßmacher und Reifenschwinger belustigen dann wieder die Zuschauer.


»Hoffnung, Mut und Lebensfreude« – ein positives Gefühl soll vermittelt werden, wenn die Schäffler zum Tanz bitten. Normalerweise findet der Schäfflertanz nur alle sieben Jahre statt, das letzte Mal 2019. Ursprünglich war der nächste Auftritt für das Jahr 2026 angedacht. Wegen der Pandemie soll die Tradition aber schon früher wieder aufleben.

Werner Böhnlein ist zuversichtlich, dass der Plan, dass die Schäffler noch dieses Jahr auf die Straße gehen, aufgehen wird. Im vergangenen Jahr sei die Idee bereits zur Sprache gekommen. Mit der nächsten Corona-Welle war das Vorhaben schon wieder zunichte gemacht. Nun ist man unter den Schäfflern erwartungsfroh, raus aus der Pandemie zu sein, zumindest aber dem eigentlichen Ursprung der Schäffler nachkommen und einen »Beitrag zur Erheiterung« leisten zu können, wünscht sich Böhnlein.

Ein gewaltiger Organisationsaufwand sei das, alle kurzfristig zurück ins Boot zu holen und die rund 50-köpfige Mannschaft zu koordinieren. »Mit den Münchner Schäfflern stehen wir bereits in gutem Kontakt«, sagt Werner Böhnlein.

Wenn möglich soll der Zunfttanz in diesem Jahr so gelegt werden, dass alle 15 bayerischen Schäfflervereine rund um einen festgelegten Termin zur Musik ihre Figuren tanzen. Werner Böhnlein hat bereits ein Gespräch mit dem Bürgermeister des Marktes Berchtesgaden, Franz Rasp, geführt. Dieser begrüßt den Plan der Schäffler. Angedacht ist, an einem Wochenende zu tanzen, in allen fünf Talkessel-Gemeinden einmal.

Natürlich ist die Zahl der Auftritte reduzierter als in normalen Schäfflerjahren. Allerdings ist die Zeit zur Planung auch deutlich knapper bemessen. »Wir müssen uns erst mal zum Üben treffen«, sagt Böhnlein. Etliche Male finden die Trainings statt.

Wenn es die Zeit zulässt, sind alle Schäffler dann mit dabei. Die Schäfflergruppe ist offiziell eine Unterabteilung des Berchtesgadener Turnvereins. Böhnlein selbst war 2019 als Reifenschwinger unterwegs. Nur gut, dass der letzte Tanz erst zwei Jahre zurückliegt, sagt der Vorstand des Turn- und Sportvereins. »Dann kommt man nicht so schwer wieder rein.« Damals hatte die Truppe Dutzende Auftritte, Tausende Zuschauer – »erfolgreich« seien die Zunfttänze gewesen.

Die Sehnsucht nach dem nächsten Tanz ist also groß. Schon bald hofft Böhnlein mit einem konkreten Datum aufwarten zu können.

Kilian Pfeiffer

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