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Im Werk 34 treffen sich Jung und Alt. (Foto: privat)

»Werk 34«-Familie feiert zehnjähriges Bestehen des Generationenhauses

Berchtesgaden – Ein Jugendzentrum wollte die Jugend von damals schon 1975, vor 47 Jahren, als sich die Initiativgruppe Jugendzentrum gegründet hatte. Aus dem Jugendzentrum wurde nichts. Dafür entstand vor zehn Jahren das Generationenhaus »Werk 34« in der ehemaligen Reifenwerkstatt an der Bergwerkstraße 34. Nun steht ein Geburtstagsfest an, das die ehemalige Jugendreferentin Sabine Wimmer mit allen Interessierten organisiert. Regelmäßige Vorbereitungstreffen finden ab kommendem Jahr statt.


Initiativgruppe Jugendzentrum

Wie alles begann: 1975 gründeten unter anderem Sabine Wimmer und Peter Karger die Initiativgruppe Jugendzentrum mit dem Ziel, ein selbst verwaltetes Jugendzentrum zu installieren. Träger sollte der Markt Berchtesgaden sein. Die Initiativgruppe nutzte zwar bis 1977 Räume der Bacheifeldschule als Jugendheim, organisierte Kabarettveranstaltungen, Band-Auftritte, das Donnerstagskino, Spielenachmittage und Podiumsdiskussionen, konnte aber ihr ersehntes Jugendzentrum nicht verwirklichen . Der ehemalige Marktbürgermeister Martin Beer lehnte das ab und der Verein löste sich auf.

2009 machte sich die damalige Jugendreferentin des Gemeinderats, Sabine Wimmer, erneut für den Nachwuchs stark. Rund 40 Jugendliche und sie trafen sich mit Marktbürgermeister Franz Rasp und Verwaltungsleiter Anton Kurz im Rathaus. Es gründete sich die Jugend AG mit dem Ziel, für die Jugend im Markt einzustehen. Die Jugend AG traf sich einmal in der Woche im Sitzungssaal des Rathauses, war auch bei Gemeinderatssitzungen dabei. Rat und AG diskutierten zum Beispiel über den Zustand des damaligen Jugendheimes in den Räumen der Bacheifeldschule. Die Jugend AG machte deutlich, dass die Bacheifeldschule ungeeignet ist. Allerdings entwickelte sich in der Folge eine enge Zusammenarbeit zwischen Marktgemeinderat und Jugend AG.

Gemeinsam organisierten Jugend AG, Markt und Gemeinderat 2009 erstmals »Rock am Rathaus«. Bürgermeister Franz Rasp und die Mandatsträger unterstützten die Jugend beim Verkauf von Essen und Getränken.

Damit nicht genug: Franz Rasp nahm die Anliegen der Jugend merklich ernst. 2012 lud er zur Jungbürgerversammlung. Die Beteiligung war groß: Jugendliche, Schüler, Klassensprecher, Vertreter des Landratsamtes. Auch die, die nicht dabei waren, sollten gehört werden. So fertigte die Jugend AG einen Fragebogen, der die Zufriedenheit der jungen Leute abfragen sollte. Der Fragebogen wurde gemeinsam mit Kreisjugendpfleger Klemens Mayer. 1 239 Rückmeldungen gingen ein, die per Hand ausgewertet wurden. Das Ergebnis: Die Jugend bewertete die Vereinsarbeit im Markt positiv, auf die Wunschliste setzte sie ein Jugendzentrum, einen Skater- und Volleyballplatz. Es ging also wieder um einen zentralen Treffpunkt. Eine geeignete Räumlichkeit aber war immer noch nicht gefunden.

Auch auch so traf sich die Jugend AG regelmäßig. Unter anderem unternahm sie mit Rollstuhlfahrern aus dem Martin-Beer-Haus einen Ausflug. Im AlpenCongress genossen Jung und Alt Kaffee und Kuchen und tanzten zur Livemusik der Musikschule. So wurde die Idee eines Generationenhauses geboren. Wenig später war ein Gebäude gefunden: die ehemalige Reifenwerkstatt an der Bergwerkstraße. Das Gebäude wurde privat gekauft, der Markt Berchtesgaden übernahm die Trägerschaft. Im und am Gebäude gab es noch viel zu tun. Jugendliche und Senioren halfen zusammen. Sie schliffen und strichen zum Beispiel gebrauchte Holzstühle des Hofbrauhauses Berchtesgaden. Zudem wurden barrierefreie Duschen und Toiletten sowie ein Aufzug installiert.

Dann, im November 2012 war es so weit: die Eröffnung des »Werk 34«. 300 Quadratmeter stehen auf drei Ebenen zur Verfügung. Es finden regelmäßige eine Vielzahl von Veranstaltungen statt, nicht nur betreute Gruppentreffen, sondern auch von Vereinen, Institutionen und Privatpersonen.

Fazit: Das Generationenhaus ist ein voller Erfolg, freut sich auch Sabine Wimmer. Jung und Alt genießen das Miteinander.

2023 wird gefeiert

Nun gilt es, den Geburtstag gebührend zu feiern – eventuell sogar über mehrere Tage. Das Fest, das im Frühjahr stattfinden soll, plant ein Team, das sich unter dem Punkt »Geburtstagsfeier Werk 34« im neuen Jahr erstmals treffen wird. Interessierte können sich bei Stefan Angerer melden unter der Telefonnummer 0862/6012478.

Gruppen im »Werk 34«

Die ganze Woche über treffen sich verschiedene Gruppen: Elterntreff mit Sabine Wimmer, Spielgruppe Berchtesgaden, Offener Jugendtreff der Jonathan Sozialen Arbeit, Fitness mit Marion, Schafkopfen für Anfänger und Fortgeschrittene mit Franz, Lagerfeuerlieder singen mit Herbie, fröhlicher Singkreis mit Eva Maria Schestag, Computerkurs für Senioren.

fb/li

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