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»Zerstörung, Trauer und Tränen«

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Ajit Laxman Dhakal aus Nepal startete mit seiner Frau Claudia Schülein eine große private Hilfsaktion für sein Land. In kurzer Zeit kamen Geldspenden und weitere Hilfsaktionen zustande. Seit gestern ist Dhakal auf dem Weg in seine Heimat, um dort zu helfen. Seine Frau koordiniert die Hilfsaktion von Berchtesgaden aus. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Nach dem verheerenden Erdbeben in der Himalaya-Region hat der Wahl-Berchtesgadener Ajit Laxman Dhakal eine Hilfsaktion ins Leben gerufen. Dabei sind binnen 24 Stunden mehrere Tausend Euro zusammengekommen. Dhakal machte sich gestern auf die Reise in seine Heimat Nepal, um das Geld dorthin zu bringen, wo es dringend gebraucht wird. Der Touristikfachmann will in die entlegenen Bergdörfer gehen, um den Menschen dort mit seinen Freunden zu helfen.


Sie fahren in ihre Heimat, um zu helfen, was erwarten sie?

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Ajit Laxman Dhakal: Zerstörung, Trauer und Tränen.

Aus welcher Gegend Nepals kommen sie ursprünglich?

Dhakal: Ich komme direkt aus der Hauptstadt Kathmandu. Wir kennen bisher aus den Medien die Situation um unsere Hauptstadt, aber wir wissen nicht was in den abgelegenen Bergdörfern los ist. Der Hauptfokus, um zu helfen, liegt weniger auf der Hauptstadt, sondern vielmehr auf den Dörfern, wohin ich mich mit meinen Freunden und Kollegen begeben werde. Wir werden versuchen, die Nachbardörfer von Kathmandu zu erreichen. Im Hauptgebiet, dem das Erdbeben schmerzhafte Wunden zugefügt hat, liegen die Orte rings herum, um die wir uns besonders kümmern müssen.

Wie haben sie von der Katastrophe erfahren?

Dhakal: Ich habe zunächst einiges über Facebook erfahren, mir aber zunächst nicht viel dabei gedacht. Erst Samstagfrüh bekam ich ein paar Bilder mit beschädigten Tempeln, bei denen ich an ein kleines Erdbeben gedacht habe. Später läutete mein Handy ununterbrochen. Freunde aus ganz Europa schickten mir eine Nachricht nach der anderen vom Ausmaß der Schäden. Dann bekam ich per Internet das ganze Szenario mit. Meine Freunde sagten mir, dass ich bei meiner Rückkehr in die Heimat zunächst nur heulen würde, wenn ich die ganze Katastrophe und die vielen Opfer sehen würde.

Es fehlt an Wasser, Nahrungsmitteln und Energie.

Dhakal: Probleme mit dem Strom hatten wir schon zuvor und jetzt noch viel mehr. Wenn es keinen Strom mehr gibt, funktioniert auch in Nepal heute nichts mehr. Ein Problem sind auch die Leichen, die verwesen, wenn sie nicht bald verbrannt werden. In unserer Kultur sind die Feuerbestattungen ohnehin die Regel und man wird hoffentlich Seuchen vermeiden können. Es gibt zwar auch ein elektrisches Krematorium, das aber ohne Strom nicht funktioniert. Das Schlimme ist, dass es jetzt auch noch heiß wird und die Leichen somit schneller verwesen.

Wie läuft ihre finanzielle Hilfsaktion ab?

Dhakal: Man weiß, wie Hilfsaktionen im Allgemeinen ablaufen. Da verschwindet viel Geld in der Bürokratie oder geht im betroffenen Land falsche Wege. Ich mache die gesamte Aktion mit meiner Frau, die nicht nach Nepal mitgeht, weil sie mir in meinem Land nicht wirklich helfen kann. Sie bleibt hier und koordiniert die Hilfe. So können meine Freunde und ich entscheiden, wo das Geld am nötigsten gebraucht wird. Ich werde versuchen, nach Berchtesgaden Fotos und Berichte von meinem Einsatz zu senden, damit die Spender mitbekommen, wohin ihr Geld geht. Mein Name muss nicht bekannt werden, aber mein Ziel.

Wer Ajit Laxman Dhakal bei seiner Hilfsaktion unterstützen möchte, kann ihn unter Telefon 0151/56297944 oder per Email an mail@exploreandenjoy.com erreichen. Christian Wechslinger

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