Ärger über Ausbau der Aschauerweiherstraße

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Die Mitglieder der UBB fragen sich, ob dieser markante Ahorn am Aschauerweiher erhalten bleibt. (Foto: privat)

Bischofswiesen – Ein ganz wichtiges Thema der Unabhängigen Bürgervereinigung Bischofswiesen (UBB) bei der Gemeinderatswahl 2020 war der geplante Kreisverkehr an der Aschauerweiherstraße. Der Videoclip ist noch heute auf YouTube zu sehen. Die Mitglieder der UBB trafen sich kürzlich im Gasthof »Schönfeldspitze«, um über dieses Projekt zu sprechen.


Schon damals verstanden UBB-Anhänger nicht, wieso hier ein derart ausuferndes Verkehrsprojekt gebaut werden soll, obwohl die tatsächliche Dimension erst in diesem Jahr bekannt wurde. Nach Auffassung der UBB wurden wie so oft Bäume gefällt, der Wald gerodet und bereits jetzt ist der Humus von einer großen Landwirtschaftsfläche abgeschoben worden. All diese Maßnahmen setzen große Mengen an klimaschädlichen Gasen wie CO2 und Lachgas frei, dabei sei Lachgas 300-mal klimawirksamer als CO2.

Größte Zweifel haben die UBB'ler, ob der markanteste Ahorn der Tratte tatsächlich erhalten bleibt. Rita Poser erinnerte an die Jenner-Bergstation, als es hieß, die Felsnase werde in jedem Fall erhalten bleiben und dann wurde sie kurzerhand mit einem Drahtgeflecht umhüllt und gesprengt – Verkehrssicherungspflicht, hieß es dann hinterher.

Aus Sicht der UBB hat das Straßenbauamt zusammen mit sehr wenigen lokalen Akteuren hier eine Planung vollzogen, für die in der Bevölkerung keinerlei Verständnis besteht. »Sogar im Schulbus wird über das unsinnige Projekt gesprochen«, wusste Gemeinderatsmitglied Sepp Stangassinger. Birgit Hanke-Donaubauer verwies auf die zahlreichen Leserbriefe im »Berchtesgadener Anzeiger«. Geschmückt wurde der markante Ahorn inzwischen mit einem blütenbestückten bunten Band und Hinweisen wie »Naturschutz und Klimaschutz statt unsinniger Straßenbauprojekte«.

Ebenso wenig nachvollziehbar für die UBB ist die Umbaumaßnahme am Bahnhof von Bischofswiesen. Hier würden Millionen in das »Acheufer gesetzt« und der Effekt für die Mobilität und Nutzerfreundlichkeit sei mehr als gering. »Im Vergleich dazu muss man sich nur Piding anschauen, dessen Bahnhof deutlich höher frequentiert ist, aber ohne aufwendige Unterführung modernisiert wurde«, wie Susanna Müller informierte. »Man gewinnt den Eindruck, dass es bei solchen Projekten oft vor Allem darum geht, teure Aufträge für die Baufirmen zu generieren«, so Rita Poser.

Das Unsinnigste am Projekt ist laut UBB die Verkehrsführung, denn es muss über die Loipler Brücke gefahren werden. Jeder Bischofswieser wisse um die problematische Ausfahrt von Loipl auf die B 20. Hier hatte sich das Straßenbauamt vehement gegen einen Kreisverkehr am Ortseingang ausgesprochen, obwohl die meisten Bürger dies befürworteten. »Schaut man sich die Vorgeschichte an, so wird deutlich, dass seitens der Behörden Einzelinteressen stärker berücksichtigt werden als das Allgemeinwohlinteresse«, so Paul Grafwallner.

Verärgert zeigte sich Sepp Stangassinger über die neue Verkehrsführung der Schulbusse durch die Datzmann-Siedlung, ohne dass es zuvor eine Information der Anwohner gegeben hätte. Es wurde einfach ein Parkverbotsschild aufgestellt und fertig war die neue Verkehrsführung. Unklar ist, wie lange das »Provisorium« erhalten bleibt. Anschließend informierte Sepp Stangassinger noch über erste Erfolge seines Grünordnungskonzeptes für die Gemeinde. Inzwischen schaffte er, dass einige markante Straßenbegleitflächen nicht mehr gemulcht werden. Hartnäckig verfolgt er das Ziel, dass in Bischofswiesen nicht nur Bäume gefällt, sondern auch nachgepflanzt werden.

Aber das sei wirklich nichts, was sich als Selbstläufer erweisen könnte, so Stangassinger. Dabei habe man in der Nachbarschaft Bad Reichenhall so ein tolles Beispiel, wie man Orte lebenswert gestaltet. Da der Klimawandel immer mehr besonders heiße Tage bringen wird, sei es umso notwendiger, Bäume jetzt zu pflanzen, damit sie zu Schattenspendern und Luftqualitätsverbesserern heranwachsen können. fb