Bahnunterführung wird für Rettungsfahrzeuge umgestaltet

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Die Unterführung vor der Siedlung im Färberwinkl ist für größere Rettungsfahrzeuge zu niedrig. Nun hat man im Gemeinderat eine Lösung gefunden. (Foto: Patrick Vietze)

Bischofswiesen – Die Anwohner der Färberwinkl- Siedlung sind hartnäckig geblieben. Mit Erfolg: Der Gemeinderat Bischofswiesen hat am Dienstag einen Plan beschlossen, wie man die Bahnunterführung so umgestalten kann, dass Rettungsfahrzeuge sie problemlos durchfahren können. Mitverantwortlich für den Erfolg ist der Wechsel des Planers, der eine neue Variante entwickelte. Der Gemeinderat stimmte einhellig zu, diesem Plan nachzugehen.


Seit März war es still um die Bahnunterführung Färberwinkl. In der Gemeinderatssitzung im Februar hieß es noch, man wolle sich regelmäßig darüber austauschen. Bürgermeister Thomas Weber klärte über die Umstände auf. Die Anwohner der Färberwinkl-Siedlung hatten sich an die Rechtsaufsicht des Landratsamtes gewandt, denn die Gemeinde untersteht der Aufsicht durch das Landratsamt.

So wurde der Sachverhalt überprüft. Geschäftsleiter Rupert Walch erklärte auf Nachfrage des »Berchtesgadener Anzeigers«: »Wir sind bewusst auf Sparflamme gegangen, weil wir nicht wussten, was auf uns zukommt.« Andernfalls seien mögliche Planungen umsonst gewesen.

Nun hat die Gemeinde grünes Licht bekommen. Bis zuletzt stand die Firma »Schwarz« beratend zur Seite. Inzwischen hat man mit dem Ingenieurbüro »Rupp« einen neuen Planer für das Projekt – und eine neue Lösung. Die Straße kann gesenkt werden. Zunächst schien dieser Ansatz ausgeschlossen, da der Schmutzwasserkanal eine vernünftige Überdeckung braucht. »Es ist auch ungünstig, wenn wir ihn umlegen«, so Gemeindebaumeister Hans Ertl.

Nun hat der Planer festgestellt, dass man mit einer anderen Methode die Straße senken kann, ohne den Schmutzwasserkanal umlegen zu müssen. Nur der Regenwasserkanal muss tiefer gesetzt werden. Künftig soll die Durchfahrtshöhe 3,50 Meter betragen. Problematisch werden kann der Kurvenradius nach der Unterführung. Man hat über eine Computersimulation ermittelt, dass das Feuerwehrfahrzeug auf beiden Seiten nur wenige Zentimeter Freiraum hat. Wenn es nicht durchkommt, muss man die Böschung anpassen. Somit würde die Gemeinde in das Bauwerk der Deutschen Bahn eingreifen. »Das ist jetzt aber das Ergebnis der Simulation. In der Praxis kann es anders ausschauen«, sagte Ertl.

Bürgermeister Thomas Weber sagte, man wolle das Rangieren mit einem Feuerwehrfahrzeug ausprobieren. »Wir sind optimistisch.« Thomas Resch (FWG) warnte, man müsse die Ängste der Anwohner berücksichtigen. »Ich denke, mit der Lösung können alle leben. Sie bringt uns weiter.«

Paul Grafwallner (UBB) lobte Gemeinderat Matthias Aschauer, der sich für dieses Projekt eingesetzt hatte. »Er hat sein technisches Wissen sehr gut untergebracht.« Mit dem neuen Planer habe das Projekt eine unglaubliche Beschleunigung erfahren. »Ich bin sehr glücklich, dass wir das nun abschließen können«, so Grafwallner. Thomas Weber freute sich über das Engagement der Anwohner im Färberwinkl. »Wir können nicht alles wissen. Und eines war wichtig: Die Bürger sind hartnäckig geblieben«, so der Rathauschef. Ähnlich sah es Michael Sturm (Grüne). Mit dem neuen Planer sei das Projekt vorangetrieben worden. »Wir von den Grünen stimmen mit Freude für den Beschluss.«

Nun bereitet die Gemeindeverwaltung die Ausführung vor. Noch wartet man auf die Genehmigung vonseiten der Deutschen Bahn. »Sollte alles nach Plan laufen, könnte man noch heuer die Maßnahme durchführen«, informierte Ertl. Die Gesamtkosten betragen 190.000 Euro.

Patrick Vietze