Bataillonskommandeur Oberstleutnant Martin Sonnenberger verlässt die Struber Jager

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Nach knapp dreieinhalb Jahren als Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232 gibt Oberstleutnant Martin Sonnenberger das Kommando an Oberstleutnant Sebastian Becker ab und wird nach Berlin ins Bundespräsidialamt versetzt. (Foto: Christian Wechslinger)

Bischofswiesen – Fast dreieinhalb Jahre lang führte Oberstleutnant Martin Sonnenberger das Gebirgsjägerbataillon 232 in der Strub. Für den Kommandeur war es die Wunschverwendung und vielleicht kommt er ja wie einige andere Bataillonsführer vor ihm in höherer Verwendung einmal in die Region zurück. Der allseits beliebte und hochgeachtete militärische Führer war allerdings nicht die ganze Zeit am Standort, sondern befand sich fast die Hälfte seiner Dienstzeit bei Einsätzen im In- und vor allem im Ausland. Am kommenden Mittwoch, 13. Oktober, wird der Verdiente bei einem großen Appell am Schlossplatz feierlich verabschiedet.


Oberstleutnant Martin Sonnenberger trat vor 25 Jahren in die Bundeswehr ein und durchlief in dieser Zeit die verschiedensten Verwendungen und Dienstposten. Bevor er in die Strub kam, war der Berufssoldat in Mittenwald zunächst als Zugführer und später drei Jahre als Kompaniechef und im Stab eingesetzt. »Wenn es mit Mittenwald, Bad Reichenhall und Berchtesgaden drei Optionen gibt, ein Gebirgsjägerbataillon zu führen, dann ist es schon großes Glück, nach Berchtesgaden versetzt zu werden«, erklärt der Kommandeur seinen Marschbefehl in die Strub.

Der scheidende Kommandeur spricht im Nachhinein von einer äußerst angenehmen militärischen Zusammenarbeit mit dem Dienstleistungszentrum der Bundeswehr, der im Kasernenbereich angeschlossenen Sportfördergruppe der Bundeswehr. Gefallen haben ihm aber auch die guten Kontakte zu den fünf Kommunen und die hohe Akzeptanz der Struber Jager in der Zivilbevölkerung. Aus seiner Dienstzeit in Berchtesgaden hat Sonnenberger viele große Übungen im Gedächtnis, wie im Jahr 2018 den »Berglöwen« oder die Übungen in Trondheim und Bardufoss in Norwegen. »In dieser Region können nicht viele andere kämpfen«, stellt Sonnenberger das Alleinstellungsmerkmal von Gebirgsjägern heraus. Danach folgten die Vorbereitungen für den Einsatz in Mali, die Verlegung nach Westafrika und der halbjährige Einsatz im Rahmen der Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen »Minusma«.

Das Jahr 2020 sollte sodann im Fokus der Ausbildung stehen, als jedoch durch »Corona« alles ganz anders wurde. Jetzt galt es, auf die Bedrohungen durch die Terroristen in Mali und die Bedrohung durch Corona angemessen zu reagieren. Dies alles habe nur gemeistert werden können, weil sich die Soldaten im Dienst und auch außerhalb strikt an die Regeln gehalten haben. »Kein einziger Soldat hat sich im Dienst angesteckt«, erklärt der Kommandeur im Rückblick.

Kein Hehl macht Sonnenberger daraus, dass ihm der Abschied aus Berchtesgaden schwerfällt. Auch wenn seine nächste Verwendung beim Bundespräsidenten sicher eine neue große Herausforderung wird, die sicher von vielen Erfahrungen geprägt sein wird. In Erinnerung bleibt dem Berufssoldaten eine »angenehme Zeit im herrlichen Berchtesgadener Land«. Und so wird er »seinen Haufen«, die Struber Jager, sehr vermissen. Auch wenn die Einsätze durch die Schneekatastrophe, die Covid-Umstände und zuletzt durch die Flutkatastrophe sehr fordernd gewesen seien.

In seiner nächsten Tätigkeit in Berlin führt Sonnenberger keine Soldaten und hat es auch nur mit Zivilisten zu tun. Er wird in der Hauptstadt Termine vorbereiten und steuern. Der Militär sieht seiner neuen Aufgabe, die ihn in Berlin wohl für zwei Jahre hält, mit Freude entgegen. Danach sei wieder alles offen, sogar eine Rückkehr zur Brigade 23.

Christian Wechslinger