Baustellencharme statt Idylle

Bildtext einblenden
Der Gemeinde Bischofswiesen liegt selbst viel am Wanderweg, deshalb soll dieser auch so schnell wie möglich hergerichtet werden. (Foto: Eva Goldschald)

Bischofswiesen – Der Maximilians-Reitweg in Bischofswiesen ist normalerweise ein beliebter Wanderweg. Aktuell ist vom einstigen Charme nur wenig übrig. Zuerst die monatelange Sanierung der Soleleitung, dann die Hochwasserschäden. Der beliebte Wander- und Spazierweg am Reitweg ist aktuell nur eingeschränkt begehbar. Dort wo man wandern kann, blickt man teils auf liegen gebliebene Rohre der österreichischen Baufirma, überdimensional breite Wege und bis auf die schönen Holzfiguren hat der Wegabschnitt im Märchenpfad so gar nichts Märchenhaftes mehr.


Das weiß auch Hannes Grill, Bauabteilungsleitung in der Gemeinde Bischofswiesen. »So wie der Weg aktuell aussieht, finden wir ihn auch nicht schön. Dass etwas getan werden muss, ist für alle klar. Aber leider müssen wir uns noch gedulden.«

Geduld, genau das ist das Stichwort. Wäre es nach der Gemeinde gegangen, wäre der Weg längst wieder hergerichtet, im Wald wieder Bäume gepflanzt. »Wir haben das Salzbergwerk wochenlang gedrängt, mit den Maßnahmen zu beginnen. Als sie dann anfangen wollten, kam das Hochwasser. Und das hat massiven Schaden angerichtet.«

Die Wege wurden durch das Hochwasser im Juli teilweise komplett zerstört, viele Bachläufe unterspült. »Für uns war es dann an der Zeit, Entscheidungen zu treffen. Und die gingen ganz klar in Richtung Hochwasserschutz«, erzählt der Leiter der Bauabteilung. »Ich bin teilweise noch immer dabei, Schäden in der Gemeinde aufzunehmen. Bis das nicht alles geklärt ist und auch den Leuten geholfen ist, müssen wir den Reitweg, was die Optik betrifft, leider hinten anstellen.«

Geplant sind neue Schwellen und Wasserableitungen. Hierfür müsse man auch Teile des Weges aufgraben. Die Bauabteilung der Gemeinde hat sich dazu entschlossen, zuerst den Hochwasserschutz zu bauen und erst im Nachhinein Wege und Wald herzurichten.

Klar ist, dass der Reitweg optisch wieder auf Vordermann gebracht wird und auch der Wald langsam wieder dichter werden soll. »Allerdings wird der Weg nicht mehr so sein wie früher, das ist klar. »Wir werden versuchen, die Wege zu verschmälern und Bäume zu pflanzen. Den ursprünglichen Charme mit Wurzeln am Boden und kleinen Pfaden können wir aber leider nicht wieder herstellen,« bedauert Grill.

Wenig Hoffnung macht er auch wegen einer Sanierung der Geräte am Trimm-dich-Pfad in nächster Zeit: Rillen im Fußweg wurden kürzlich aufgefüllt. »Für die Geräte liegen Konzepte und Ideen vor, es gibt gute Denkmodelle und wir würden am liebsten heute als morgen starten.« Aktuell hätten aber der Hochwasserschutz und auch die Baustellen an der Tristramschlucht sowie die Unterführung am Färberwinkel oberste Priorität. Es gäbe schlicht keine Kapazitäten.

Hannes Grill und die gesamte Bauabteilung der Gemeinde betonen aber auch, dass ihnen selbst viel am Weg liege und die Gemeinde auf jeden Fall alles tun werde, um die Idylle wieder herzustellen. Auch wenn es wohl noch etwas dauern wird.

Eva Goldschald