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Verantwortlicher stellt alten Zustand wieder her – Alpenverein distanziert sich von Betonierung

Das Goldbründl auf dem Untersberg leuchtet wieder

Bischofswiesen – Nach der Aufregung der letzten beiden Wochen um das Goldbründl sollte nun wieder Ruhe einkehren auf dem Untersberg. Auf Druck der Alpenvereinssektion Berchtesgaden stellte der für die Betonierung des kleinen Quellbeckens auf dem Untersberg zuständige Planer am Freitag den vorherigen Zustand wieder her. Sektionsvorsitzender Beppo Maltan, der in den letzten Wochen wie einige seiner Vorstandskameraden heftig kritisiert worden war, stellte gegenüber der Heimatzeitung klar: »Die an der Goldbründl-Quelle durchgeführte Auffüllung und Betonabdeckung wurde von der DAV-Sektion Berchtesgaden weder beauftragt noch ausgeführt.«

Das ist der aktuelle Zustand des Goldbründls: Der Beton ist entfernt und der Quelltopf ist wieder frei. Foto: Alpenverein

In mehreren Leserbriefen und auf Facebook waren vor eineinhalb Wochen die Wogen hochgeschlagen. Schließlich hatten einheimische Berggeher entdeckt, dass das Goldbründl zugeschüttet und sogar mit Beton aufgefüllt worden war. Tatsächlich wollte die Alpenvereinssektion die Quellausschüttung testen, um im Bedarfsfall das rund 100 Meter höher liegende Stöhrhaus mit frischem Trinkwasser versorgen zu können. Denn das Unterkunftshaus wird bislang lediglich mit Regenwasser versorgt, das über das Dach gesammelt und in großen Wassertanks gespeichert wird. Allerdings wusste man im Verein nichts davon, dass das Goldbründl komplett zubetoniert worden war. Sektionsvorsitzender Beppo Maltan hatte davon aus dem »Berchtesgadener Anzeiger« erfahren. Kein Wunder also, dass der Schönauer sauer war, zumal zahlreiche Kritiker gegen den Alpenverein Stimmung machten.

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Nun stellten Beppo Maltan und Sektions-Geschäftsführer Bernhard Kühnhauser gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger« klar: »Die Arbeiten wurden eigenmächtig ohne Wissen und Auftrag der Sektionsverantwortlichen durchgeführt. Weder eine Betonabdeckung noch eine Auffüllung waren für unsere Voruntersuchungen zur Nutzbarkeit der Quelle notwendig.«

Die späte Reaktion der Sektion erklärt Beppo Maltan damit, »dass wir erst Nachforschungen über den Umfang und vor allem die Verantwortlichkeit der Maßnahmen unternehmen mussten.« Da die Hüttenwarte ehrenamtlich und in ihrer Freizeit tätig seien, habe das ein wenig gedauert.

Am Mittwoch letzter Woche fand laut Maltan ein Gespräch mit dem verantwortlichen Planer, der nicht Mitglied der Sektion Berchtesgaden ist, statt. Der habe bestätigt, dass er die Arbeiten eigenmächtig und ohne vorherige Rücksprache mit der Sektion durchgeführt hat. Er habe die Verantwortung für die Arbeiten voll übernommen und auch gegenüber dem Landratsamt bestätigt.

Die Sektion hat den für die Arbeiten Verantwortlichen aufgefordert, den Quelltopf wieder zu öffnen und wieder in seinen bisherigen Zustand zu bringen. Dies ist am Freitag geschehen. Der Beton wurde mithilfe eines Bohrhammers und eines Aggregats vollständig entfernt. »Für mich ist die Angelegenheit damit erledigt und ich werde mich zu diesem Thema nicht mehr äußern«, sagt Beppo Maltan, den dieses Thema wie seine ebenfalls ehrenamtlich tätigen Vorstandskollegen in den letzten Tagen viel Zeit und Nerven gekostet hat. Unverständlich ist für Maltan auch, dass der bei den Bauarbeiten am Stöhrhaus tätige Baggerfahrer wegen der Goldbründl-Aktion viel Kritik einstecken musste. »Dabei hatte der Mann mit dieser Sache nicht das Geringste zu tun«, stellt Maltan klar.

Und wie geht es mit der Goldbründl-Quelle und der Stöhrhaus-Wasserversorgung jetzt weiter? »Das hängt von den Auflagen des Gesundheitsamtes ab«, sagt Beppo Maltan. »Wenn das Gesundheitsamt uns vorschreibt, dass wir die Quelle nutzen sollen, dann werden wir es tun.« Doch der Alpenvereinschef deutet gleichzeitig an, dass er nach der heftigen Diskussion der letzten Tage und auch aufgrund der Wasserqualität nicht von einer Nutzung des Quellwassers für das Stöhrhaus ausgeht. Immerhin ist man in puncto Regenwasser nun gut ausgestattet. Die neuen 50-Kubikmeter-Tanks müssten einige Zeit reichen. Ulli Kastner