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Neben dem alten Bahnhofsgebäude soll ein Unterstand mit doppelstöckigem Fahrradständer gebaut werden. (Foto: Patrick Vietze)

Doppelstockparker am Bahnhof

Bischofswiesen – Bischofswiesen schließt sich der »Bike+Ride-Offensive« der Deutschen Bahn an: Zwei überdachte Fahrradabstellplätze sind am Bahnhof geplant. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Allerdings gab es noch Diskussionsbedarf, als es um die PV-Anlagen auf dem Dach und die doppelgeschossigen Fahrradständer ging.


Ein doppelstöckiger Fahrradständer soll neben dem alten Bahnhofsgebäude entstehen. Laut Gemeindebaumeister Hans Ertl ist die Anlage kinderleicht zu bedienen, denn mittels Gasdruckfeder wird das Fahrrad in das obere Stockwerk befördert. Alexander Cramer (CSU) konnte aus diesem Grund nicht nachvollziehen, warum der zweite Unterstand am Bahnsteig gegenüber nur einstöckig werden soll.

Ertl verwies auf das Gutachten der Deutschen Bahn, die 70 Prozent der Baukosten trägt. Darin heißt es: Der Unterstand liegt direkt neben einer Rampe, die auch den Zugang zum Gleis darstellt. Zieht man das Fahrrad aus dem oberen Stockwerk auf den Boden, gerät man automatisch auf die Rampe und blockiert die Strecke. Cramer sieht darin keine Probleme, denn die Frequenz der querenden Fahrgäste in Bischofswiesen ist deutlich geringer als die in einer Stadt.

»Hätten wir eine Frequenz wie in München, dann wäre der einstöckige Bau nachvollziehbar.« Deshalb plädierte er für einen doppelgeschossigen Unterstand. Ähnlich sah es Bürgermeister Thomas Weber: »Wir sollten das machen, wenn es kein K.o.-Kriterium für die Förderstelle gibt. Sonst schenken wir Platz her.« Im Idealfall könnten 48 Fahrräder abgestellt werden.

Simon Schwaiger (CSU) regte zudem an, die Fahrradständer hinsichtlich der Reifenbreite zu prüfen. Andernfalls könne nicht jedes Fahrrad abgestellt werden. Ebenso müsse man die Last der E-Bikes berücksichtigen, wenn sie mittels Gasdruckfeder in das obere Stockwerk gelangen sollen. Andreas Stanggassinger (CSU) wünschte sich eine PV-Anlage auf den Dächern. Weber erwiderte allerdings, man müsse die Kosten und den Nutzen bei solchen kleinen Flächen bedenken.

Michael Sturm (Die Grünen) wies darauf hin, dass die Unterstände wegen der Witterung von drei Seiten verschlossen werden sollen. Zudem wollte er wissen, ob auch eine E-Bike-Ladestation für den Bahnhof in Frage komme. Weber antwortete, man könne einen Ladeschrank an geeigneter Stelle platzieren. Dazu müsse man aber erst sehen, wie gut der Ladeschrank am Aschauerweiherbad angenommen wird.

Geklärt werden muss auch, ob ein Glasdach angelegt wird. Das wird aber in einer gesonderten Sitzung entschieden.

Patrick Vietze