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Fortschritt beim Hotelprojekt »Geiger«?

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Beim Hotelprojekt »Geiger« rührt sich etwas. Eine konkrete Information dazu konnte Bernhard Heitauer im Rahmen der CSU-Diskussionsreihe »Jetzt red's Ihr« aber nicht geben. Foto: privat

Bischofswiesen (CSU) - Die letzte »Jetzt reds Ihr«-Veranstaltung der Bischofswieser CSU fand in der Stanggaß statt. Schwerpunkt-Thema war diesmal das Baugebiet am Kressenweg. Aber auch weitere Themen aus der Stanggaß füllten einen informativen Abend.


Thomas Weber, der CSU-Ortsvorsitzende, konnte bei der Familie Springl im Gasthaus »Oberkälberstein« knapp 30 Teilnehmer begrüßen. Bernhard Heitauer erwähnte in seinem Bericht aus dem Gemeinderat lobend die sehr gute Situation der zahlreichen mittelständischen Betriebe und der Gastronomie in der Stanggaß. Problematisch sei aber weiterhin das Projekt »Kurklinik«. »Ich bin mir nicht mehr so sicher, ob der Eigentümer hier tatsächlich noch ein Hotelprojekt umsetzen möchte«, so Bernhard Heitauer.

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Insgesamt steht die Gemeinde Bischofswiesen sehr gut da: Das neue Feuerwehrhaus ist fertig und erfüllt die Anforderungen im vollem Maße und bei finanzieller Punktlandung. Die Grobplanung für die Sanierung und den Umbau des alten Feuerwehrhauses ist fertig. Im nächsten Jahr soll mit der dringend notwendigen Sanierung und dem Umbau begonnen werden.

Schade ist es laut Heitauer, dass in Bischofswiesen gerade neben der Hauptstraße einige Ladenflächen leer stehen. Umso erfreulicher sei es, dass das Geschäft vom ehemaligen Lederhosen Aigner wieder komplett vermietet ist. Ein Gast regte an, ob die Gemeinde nicht Einfluss auf die Vermietung des bald leer stehenden Rewe-Marktes nehmen könnte. Der Vorschlag fand positive Resonanz, jedoch war zu erfahren, dass die Gemeinde hier wenig Einfluss habe, da sie nicht Eigentümer dieser Immobilie ist.

»Wie sieht es eigentlich mit dem Hotel Geiger aus?«, wurde weiter gefragt. »Ich kenne den aktuellen Stand nicht, aber es scheint sich etwas zu bewegen«, antwortete Bernhard Heitauer. Für das Ortsbild von Bischofswiesen und Berchtesgaden wäre dieses Hotelprojekt von großer Bedeutung. Heitauer: »Wir haben Bedarf an weiteren Hotelbetten, da immer mehr private Vermieter aufgeben und somit die Anzahl der zu vermietenden Betten weiter sinkt.« Mit dem neuen Hotel »Edelweiß« und dem Berchtesgadener Advent habe das Berchtesgadener Land wieder an Attraktivität gewonnen.

Aber nicht nur der Bedarf an Betten, sondern auch der Bedarf an Wohnraum - gerade für junge Familien - steigt. »Unter Berücksichtigung verschiedener Parameter, die zur Ermittlung von Wohnraum in einem Gemeindegebiet Anwendung finden, wird die Zahl der Einwohner in Bischofswiesen in den nächsten Jahren um 200 steigen«, zitierte Bernhard Heitauer das Ergebnis aus den Arbeiten zum übergreifenden Flächennutzungsplan im Berchtesgadener Talkessel.

»Wir sind eine junge Familie und möchten uns in Bischofswiesen eine Wohnung kaufen oder ein kleines Haus bauen. Es ist fast unmöglich, etwas Bezahlbares für uns zu finden«, kritisierte eine junge Frau. »Gerade im neuen Baugebiet am Kressenweg könnte dringend notwendiger Wohnraum für junge Familien geschaffen werden«, antwortete Bernhard Heitauer. Die letzten Baugebiete im Gemeindegebiet waren in Winkl und in Bischofswiesen in der Simon-Schwaiger-Straße. Dort seien so gut wie alle Bauplätze verkauft. Sowohl in der Stanggaß als auch in Bischofswiesen wohnten überwiegend junge Familien mit Kindern. »Warum sollten wir das nicht auch in der Strub schaffen?«, fragte Bernhard Heitauer in die Runde. Ein wichtiges Entscheidungskriterium werde der Kaufpreis sein. Junge Familien sollten sich das leisten können, war der Konsens in der Runde.

Bernhard Heitauer stellte klar, dass dieses Bauvorhaben allen rechtlichen Vorgaben entspreche. Es habe eine mehrheitliche demokratische Abstimmung im Gemeinderat gegeben, über mehrere Parteien hinweg. Das Landratsamt und die Naturschutzbehörde hätten ihre Zustimmung gegeben. »Deshalb bin ich fassungslos, mit welcher Aggressivität die Initiatoren des Bürgerbegehrens vorgehen«, so Bernhard Heitauer.

Thomas Weber ergänzte dazu: »Gerade auf politischer Ebene soll es um eine sachliche und konstruktive Meinungsbildung gehen. Es ist völlig in Ordnung, wenn es zu unterschiedlichen Ansichten kommt. Gerade unterschiedliche Ansichten können bei gemeinsamer Aufarbeitung zu effektiven Lösungsansätzen führen. Was nicht in Ordnung ist, sind die persönlichen Angriffe und emotionalen Äußerungen, die hier fehl am Platz sind. Es geht hier nur um ein Baugebiet. Leider wird aber nicht mehr sachlich und fachlich diskutiert.« Thomas Weber schloss dieses Kapitel mit einem Appell an alle Wahlberechtigten von Bischofswiesen: »Jeder sollte sich seine eigene Meinung bilden und am 25. November seine Stimme abgeben.«

Eine junge Frau wollte wissen, wie der aktuelle Stand zum Thema Neubau eines Kinderspielplatzes in der Stanggaß ist. Dazu gibt es aus Sicht der Gemeinde bisher noch keine Veränderung. Ein Bauwerber hat eine Baugenehmigung erhalten mit der Auflage, einen Kinderspielplatz zu errichten. Diese Auflage wurde bisher noch nicht erfüllt. Bernhard Heitauer gibt die Anregung an die Gemeindeverwaltung weiter, nochmals beim Landratsamt nachzuhaken, denn die baurechtliche Aufsicht liegt ausschließlich beim Landratsamt.