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Der neue Kreisverkehr am Aschauerweiher kann ab sofort vom Verkehr genutzt werden und soll den Markt Berchtesgaden entlasten. (Fotos: Thomas Jander)

Freie Fahrt am Aschauerweiher

Bischofswiesen – Wie angekündigt, wurden gestern Mittag die Sperren an der Aschauerweiherstraße entfernt. Der Verkehr kann jetzt auch dort wieder Richtung Markt rollen. Einen Festakt oder etwas Offizielles gab es nicht, da die Baustelle noch nicht abgeschlossen ist. Der »Berchtesgadener Anzeiger« war aber vor der Freigabe bei der Baustellenbegehung mit Baudirektor Martin Bambach und Bischofswiesens Bürgermeister-Stellvertreter Thomas Resch dabei.


Deutlich wurde dabei auch, dass es sich um eine anspruchsvolle Baustelle handelt. Die Eingriffs- und Ausweichmöglichkeiten an den Seiten sind durch den Naturschutz sehr beschränkt, Ingenieurbauwerke müssen erstellt werden, der Amphibienschutz ist zu beachten und schließlich gibt es noch die Wanderer-Unterführung, die im dritten Bauabschnitt von Bedeutung wird.

Für Aufregung sorgte nicht nur der Fund einer Fliegerbombe (wir berichteten), sondern die Arbeiter trafen auch auf eine Gasleitung, die eigentlich zwei Meter weiter weg sein sollte. Und nicht zuletzt mussten die Belange der Landwirte bei der Bewirtschaftung ihrer Felder berücksichtig werden. »Das war auch durch die beengten Verhältnisse teilweise wirklich schwierig«, räumte Bambach ein, der aber auch Verständnis für diese Anliegen hat.

Dies war auch ein Grund – neben der hohen Verkehrsbelastung für den Markt –, den dritten Bauabschnitt in den September zu schieben. Zu dem Zeitpunkt ist die Bewirtschaftung der Felder so gut wie vorbei und auch der Badebetrieb dürfte dem Ende zugehen. Zudem ist fast sicher, dass die Baustelle bis zum Winter nicht fertig zu bekommen wäre.

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Vor der Verkehrsfreigabe gab es eine Baustellenbesichtigung mit Baudirektor Martin Bambach (vorne) und zweitem Bürgermeister Thomas Resch (l.).

Alles in allem ist die jetzige Pause also durchaus vernünftig, resümiert der Baudirektor. Ab September bis Weihnachten soll dann der dritte Bauabschnitt so weit voran gebracht werden, dass auch über den Winter die Verkehrsfreigabe möglich ist. Im Frühling stehen dann die abschließenden Arbeiten an, die bis zu den Pfingstferien abgeschlossen werden sollen.

Auch die häufige Kritik aus der Bevölkerung an der Maßnahme war am Rande noch mal Thema. Thomas Resch und Martin Bambach sind sich da einig: »Das muss man aushalten.« Denn insgesamt ist das Projekt gelungen; der stellvertretende Bürgermeister lobt, dass das Staatliche Bauamt auch Anregungen und Wünsche der Gemeinde aufgenommen hat. Und Bambach erklärt einmal mehr, dass bei einer derartigen Neugestaltung einer Straße die aktuellen Regeln, Gesetze und Vorgaben zum Straßenbau einzuhalten sind und der jetzige Kreisverkehr vom Flächenverbrauch her am wirtschaftlichsten war. Und übrigens mit 30 Metern Durchmesser fast der kleinste, den das Straßenbauamt seit langem erstellt hat. Nur der am »Haus der Berge« ist mit 27 Metern noch kleiner.

Von der Gestaltung kann sich nach der Verkehrsfreigabe aktuell jeder selbst überzeugen. Gestern Mittag wurden die Sperren entfernt, am heutigen Donnerstag wird die Umleitungsbeschilderung abgebaut.

Thomas Jander