Neuer Träger für Diakoniewerk Hohenbrunn

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Freuen sich auf die künftige Zusammenarbeit (v.l.): Joachim Gengenbach, Vorsitzender der Augustinum-Geschäftsführung, und Heike Winkler, Geschäftsführerin des Diakoniewerks Hohenbrunn. (Foto: Patrick Vietze)

Bischofswiesen – Die Münchner Augustinum Gruppe übernimmt das Diakoniewerk Hohenbrunn. Das gab Geschäftsführerin Heike Winkler in einer Pressekonferenz der beiden diakonischen Unternehmen am Montagnachmittag bekannt. Das Diakoniewerk Hohenbrunn hatte in den vergangenen Jahren operative Verluste gemacht. Deshalb suchte man nach einem neuen Träger. »Die wirtschaftliche Gesundung der Einrichtung können wir nur mit einem starken Partner stemmen«, sagte Winkler.


Thomas Weber, Bischofswiesens Bürgermeister und Kuratoriumsmitglied, erklärte: »In den vergangenen Monaten haben wir mit Hochdruck an einer Lösung für die Weiterführung der Lebenswelt Insula gekämpft.« Nach Prüfung verschiedener Angebote hat sich das Kuratorium des Diakoniewerks einstimmig für das Münchner Unternehmen entschieden.

Gleiches Leitbild

Das Diakoniewerk soll im Laufe des Jahres 2022 zu einer Tochtergesellschaft der Augustinum Gruppe werden. Das Unternehmen will alle 270 Mitarbeiter in der Insula übernehmen. Nach Winklers Angaben wurden die Beschäftigten bereits in einer Mitarbeiterversammlung darüber informiert. »Uns war wichtig, dass wir einen Träger finden, der mit uns die Arbeitsplätze sichert«, betonte Winkler.

Bundesweit beschäftigt Augustinum mehr als 5 300 Mitarbeiter. Es hat 23 Seniorenresidenzen mit mehr als 7 500 Bewohnern und ist auch Mitglied im Diakonischen Werk der evangelischen Kirche. Dieser Aspekt spielte laut Winkler eine wichtige Rolle für die Entscheidung. »Die Diakonischen Werke vertreten dieselben Werte und verfolgen das gleiche Leitbild«, so die Geschäftsführerin. Entscheidend sei auch, dass Bewohner der Insula nicht um ihren Wohnsitz fürchten müssen. Im Gegenteil: Mit der Übernahme durch das Augustinum könne man die Angebote des Diakoniewerks sogar professionalisieren. Auch Harald Frei (Go Around ManagementBeratung, Altdorf), der das Diakoniewerk derzeit als Interimsmanager begleitet, sieht in dem Unternehmen mit seiner breiten Expertise verschiedener sozialer Einrichtungen einen »idealen Partner«.

Die Gruppe betreibt nämlich zwei stationäre Pflegeeinrichtungen, eine Fachklinik für Innere Medizin mit angeschlossener Herzchirurgie sowie zahlreiche heilpädagogische Einrichtungen, Schulen und Internate für Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf.

Ähnlich sah es Thomas Weber. »Letztlich haben wir uns für den Partner entschieden, der das beste langfristige Konzept für die Lebenswelt Insula vorgelegt hat, der den Standort in Bischofswiesen sichert und ein solides, sicheres und langfristig tragfähiges Geschäftsmodell gewährleisten kann. Der neue ›Partner‹ muss auch finanziell in der Lage sein, die enormen künftigen Herausforderungen zu stemmen.«

Hohe Verluste über Jahre hinweg zwangen die Verantwortlichen zum Verkauf der Residenzen in der Insula, die anschließend wieder angemietet wurden. Dies soll nicht mehr passieren. Winkler versicherte: »Es wird nichts mehr verkauft werden, es werden keine neuen Eigentümer geduldet.« Der Vorsitzende der Augustinum-Geschäftsführung, Joachim Gengenbach, ist sich der Herausforderung durch die Übernahme bewusst. Schließlich sind etliche Einrichtungen in der Insula sanierungsbedürftig. Nach intensiver Prüfung hatte Gengenbach die Erkenntnis: »Die dortige Angebotsvielfalt nötigt uns zwar absoluten Respekt ab. Doch sie hat auch Spuren hinterlassen«, sagte Gengenbach.

Überlegungen für kleinere Seniorenresidenz

Trotzdem sollen die Angebote in der Insula nicht nur erhalten bleiben. Sie könnten sogar um eine kleinere Seniorenresidenz »Augustinum 2.0« erweitert werden. Bei dem Projekt handelt es sich um ein umfangreiches Servicepaket, das die Verantwortlichen »Betreutes Wohnen Plus« nennen. Integriert in das Vorhaben werden viele Freizeitangebote. Dazu gehören das gemeinsame Essen im Restaurant, Sport- oder Wellnesskurse und eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen bis hin zum Kulturprogramm.

Laut Gengenbach »ist das Berchtesgadener Land mit seiner Lebensqualität und seiner Attraktivität ein Standort mit bester Aussicht«. Bisher seien das aber nur Überlegungen. Auf Anfrage teilte der Geschäftsführer mit, dass 120 Appartements in der Größenordnung realisierbar sein könnten.

Fest steht auf jeden Fall: »Das Diakoniewerk wird in seiner Historie erkennbar bleiben.« Beide Geschäftsführer freuen sich auf die künftige Zusammenarbeit. Heike Winkler sagte: »Wir wollen beide Kulturen zusammenführen.«

Patrick Vietze