Schaufensterpuppe Corolina winkt Passanten zu

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Corolina trägt gerade ein Dirndlgwand. (Foto: Lisa Schuhegger)

Bischofswiesen – Da steht eine fesche Frau, mag sich so mancher Autofahrer oder Passant denken, der die Hauptstraße in Bischofswiesen-Winkl entlang fährt. Im Garten der Schwestern Swetlana Borisewitsch und Marina Hahn und ihrer Mutter Ottilie nämlich steht eine Schaufensterpuppe. Corolina, wie die Schwestern die Puppe genannt haben, gehört seit dem Frühling des vergangenen Jahres zum »Weiberhaushalt«. So bezeichnet die Wahlbischofswieserin Swetlana Borisewitsch die Wohngemeinschaft der drei Frauen.


»Die Puppe haben wir im Internet bestellt«, erklärt sie. Sie erzählt, wie es dazu kam: Die Familie wurde im Frühling des vergangenen Jahres in Quarantäne geschickt. Die Schwestern haben die Zeit zu Hause genutzt und den Speicher aufgeräumt. »Wir haben einen kaputten Leiterwagen gefunden.« Der habe den beiden gefallen. »Wir haben ihn hergerichtet und in den Garten gestellt.« Swetlana Borisewitsch erzählt weiter: »Es hat nur noch jemand gefehlt, der den Wagen ziehen kann.« Zuerst wollten sich die Schwestern ein Pferd anschaffen. »Kein lebendiges natürlich«, stellt Swetlana Borisewitsch klar. Ein Pferd sei schwer aufzutreiben gewesen. »Also haben wir uns Corolina in den Garten geholt.« Die gebürtige Berlinerin lacht.

»Ein Mann kommt uns nicht in den Garten.« Corolina hieße die Puppe, weil die Schwestern ohne die Coronapandemie und die Quarantäne wohl nicht darauf gekommen wären, sich eine Schaufensterpuppe vors Haus zu stellen. Der »Weiberhaushalt« hat die Puppe lieb gewonnen. »Wir achten darauf, dass Corolina herausgeputzt ist.« Die Puppe ist stets modisch gekleidet. Sie trägt oft Dirndlgwand. Während des ersten Lockdowns hat Corolina meist auch eine Mund-Nasen-Schutzmaske getragen. Zu Weihnachten haben die Frauen Corolina als Nikoläusin verkleidet. »Wir haben ihr ein Kleines Rotes angezogen«, erklärt Swetlana Borisewitsch. Die Schwestern kaufen Corolina nicht eigens ein »Outfit«. »Wir ziehen der Puppe Sachen an, die wir selbst nicht mehr tragen«, erklärt die Wahl-Bischofswieserin. Trotzdem sei es den Schwestern stets wichtig, dass Corolina adrett aussieht, wenn sie den Autofahrern und Passanten zuwinkt. »Im ersten Moment denken viele, eine echte Frau steht im Garten«, sagt Swetlana Borisewitsch und lacht.

Lisa Schuhegger