Seniorengemeinschaft BGL Süd zählt 812 Mitglieder

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Endlich konnte sich die Seniorengemeinschaft BGL Süd zu einer Versammlung treffen. (Foto: Seniorengemeinschaft BGL)

Bischofswiesen – Nach eineinhalb Jahren Pause begrüßte der Vorsitzende der Seniorengemeinschaft Berchtesgadener Land Süd Dr. Friedrich Schmidt im Festsaal der Lebenswelt Insula viele Ehrengäste und Mitglieder zur Jahreshauptversammlung. Stellvertretend für Landrat Bernhard Kern wohnte Elisabeth Hagenauer der Sitzung bei. Auch die Bürgermeister aus Bischofswiesen und Marktschellenberg Thomas Weber und Michael Ernst und Vertreter aus Ramsau und Schönau am Königssee waren gekommen.


Die Besucher der Versammlung erhoben sich zum Gedenken an die verstorbenen Vereinsmitglieder von den Plätzen. Sie erwiesen ihnen die Ehre. Anschließend ergriff Dr. Friedrich Schmidt erneut das Wort. Er betonte, wie wichtig, das Zusammenspiel von Hilfesuchenden und Hilfeleistenden im Alltagsgeschäft sei. Er lobte die Mitarbeiter im Vereinsbüro für ihre Professionalität.

Walter Parma aus dem geschäftsführenden Vorstand umriss mit einem Power Point gestützten Vortrag die Entwicklung des Vereins seit der Gründung im August 2014. Der Verein zählt mittlerweile 812 Mitglieder. Bei der Gründung waren es noch 84. Die meisten Mitglieder – 616 Mitglieder – sind älter als 65 Jahre, eröffnete Walter Parma den Besuchern der Jahreshauptversammlung. Bislang hat der Verein 25 000 Stunden Hilfe geleistet. Das sei der liebevollen und zuverlässigen Hinwendung der Helfer zu verdanken. Auch in der Pandemiezeit und zu deren Höhepunkt seien Hilfsbedürftige nicht im Stich gelassen worden. Ein Hygienekonzept und vorgezogene Impftermine für die Helfer sorgten dafür, dass im Rahmen der Hilfeleistung sich kein Mitglied des Vereins mit Corona angesteckt hatte. Im laufenden Jahr leisteten die Helfer bis Ende Juni bereits 3 000 Stunden Hilfe, berichtete Walter Parma. Elisabeth Homberg organisierte viele Seminare für Helfer, die viele Hilfseinsätze erst möglich gemacht hätten. Hilfesuchende Vereinsmitglieder können über die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 eine Sachleistung von 125 Euro pro Monat abrechnen. Zwei Drittel der Helferleistungen werden durch den Verein direkt über die Pflegekassen abgerechnet, informierte Walter Parma.

Er dankte den großzügigen Spendengebern – den Vereinen (beispielsweise Berchtesgaden Hilft), den Gemeinden aus dem Talkessel, dem Landratsamt, den örtlichen Kreditinstituten und den Privatpersonen. Die Spenden machten es dem Verein leichter, etwa kostspielige Ausbildungen der Helfer zu finanzieren.

Walter Parma bedauerte sehr, dass das Vereinsleben in den vergangenen Monaten, bedingt durch die Corona-Pandemie, zum Stillstand kam. Viele Zusammenkünfte mussten abgesagt werden. Ob im Dezember zu Weihnachten eine Feier stattfindet, entscheide die Vereinsführung kurzfristig, so Walter Parma.

Thomas Vorberg (kommissarischer Kassier) verlas die Kassenberichte der Jahre 2019 und 2020. Wichtige Investitionen – allen Voran im EDV-Bereich – in die Geschäftsstelle führten sowohl 2019 als auch 2020 zu einem leichten Jahresverlust. Auch der Kauf von Dienstwesten und Helferschulungen waren mit Ausgaben verbunden. Wegen des Corona-bedingten Rückgangs der Helferstunden im Jahr 2020 gingen auch die Erträge in diesem Bereich zurück. Trotzdem stehe der Verein nach Thomas Vorberg auf finanziell gesunden Füßen. Weiterhin können notwendige Investitionen getätigt werden. Peter Peschik bescheinigte eine einwandfreie Kassenführung für 2019 und 2020. Der Vorstand und der Kassier wurden entlastet.

Anschließend wurde Manfred Vonderthann (2. Vorsitzender) zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Dr. Friedrich Schmidt reflektierte die Verdienste, die er besonders bei der Gründung der Seniorengemeinschaft geleistet habe. Seinem fundierten Wissen sei es zu verdanken, dass der Verein nach nicht einmal etwas mehr als einem halben Jahr die aktive Tätigkeit bei Hilfeleistungen aufnehmen konnte, denn die zügig erstellte Satzung und die ausgearbeitete Geschäftsordnung wurden von den Prüfungsbehörden ohne Beanstandungen angenommen und konnten somit im Mai 2015 in Kraft treten.

Einige Male hielt er mit seinem herausragenden notariellen Wissen hilfreiche Vorträge zu vielen persönlichen Angelegenheiten, wie beispielsweise das Erstellen eines Testaments, einer Patientenverfügung oder gar auf was man Achten sollte, wenn das Erbe geregelt werden soll. Nicht genug damit, als hilfeleistendes Mitglied fuhr er zu Mitgliedern nach Hause und stand ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Elisabeth Hagenauer und der Vertreter der Gemeinden brachten in ihren Grußworten die Wichtigkeit des Vereins zum Ausdruck. Sie attestierten den Verantwortlichen der Seniorengemeinschaft eine hervorragende Arbeitsweise, stets verbunden mit viel Engagement und Empathie für die Mitglieder.

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