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Bürgermeister Thomas Weber zeichnet Herta und Arnold Eder sowie Adolf Renoth aus

Silberne Bürgermedaille für drei Bischofswieser

Bischofswiesen – »Man merkt, mit wieviel Herzblut ihr dabei seid«, attestierte Bürgermeister Thomas Weber Herta und Arnold Eder sowie Adolf Renoth bei einer Feierstunde.

Mit der Silbernen Bürgermedaille der Gemeinde Bischofswiesen für ihr außerordentliches humanitäres Engagement ausgezeichnet (v.l.): Arnold Eder, Herta Eder, Bürgermeister Thomas Weber und Adolf Renoth. (Foto: Berwanger)

Die drei Bischofswieser engagieren sich seit Jahrzehnten für bedürftige Menschen in Bosnien, Kroatien und Rumänien. Für ihre jahrelange ehrenamtliche Arbeit wurden sie jetzt aufgrund eines einstimmigen Beschlusses des Gemeinderats mit der Silbernen Bürgermedaille der Gemeinde Bischofswiesen ausgezeichnet.

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Bei der feierlichen Verleihung der Auszeichnungen an die drei Geehrten begrüßte Bürgermeister Thomas Weber im Gasthaus »Brenner Bräu« neben den Fraktionssprechern des Gemeinderates auch Pfarrer Bernhard Bielasik. Der Rathauschef machte keinen Hehl aus seiner Hochachtung für Herta und Arnold Eder sowie Adolf Renoth. »Was ihr da macht, ist unglaublich bemerkenswert«, so Weber, »ihr seid mit wahnsinnig viel Energie und Engagement dabei.« Dieser Einsatz währe bereits Jahrzehnte, »und ich bin überzeugt, dass er mit dem heutigen Tag nicht endet«, sagte der Bürgermeister. Dass sie daran auch nicht denken, machten die drei Geehrten am Rande der Feier deutlich. »Wenigstens einmal im Jahr fahren wir selbst runter«, erzählte Arnold Eder. Er und seine Frau sind seit Anfang 1990 Organisatoren und treibende Kräfte der Arbeitsgemeinschaft »Berchtesgaden hilft Rumänien«.

Was im Februar 1990 mit dem ersten Hilfstransport nach Bakowa im Banat begonnen hat, sei heute ein Selbstläufer geworden, so Arnold Eder, dessen Frau Herta aus Bakowa stammt. Zwölf Personen begleiteten beim ersten Transport vier Fahrzeuge, darunter drei Lkw und ein Sattelschlepper. Geladen waren unter anderem Medikamente, Bekleidung, medizinische Geräte, 225 Baby-Pakete und 564 Lebensmittelpakete für Bakowa. Außerdem war für jedes Haus in Bakowa ein Paket an Bord, zumeist mit einem Brief des Absenders versehen.

In jener Zeit auf diesem Wege entstandene persönliche Kontakte haben teils bis heute Bestand. Sie stehen exemplarisch für die zutiefst menschliche Seite dieses Einsatzes des Ehepaars Eder und seiner Helfer, Paten sowie Unterstützer aus den Talkesselgemeinden und Freilassing. Auf die umfangreichste Hilfslieferung mit sieben Fahrzeugen, darunter fünf Lkw, im Mai 1990, bei der unter anderem ein komplett ausgestatteter Krankenwagen, zwei Röntgenstationen, Krankenhausbetten und Krankenhausmobiliar für das Krankenhaus in Busiasch, Medikamente und erneut Lebensmittelpakete für Bakowa transportiert wurden, folgten noch unzählige weitere große und kleine Aktionen für die Menschen im Banat.

»Wir unterstützen die alten Deutschen und die bedürftigen Kinder«, fasste Arnold Eder zusammen. Beim täglichen warmen Essen im Altenheim, das von der Arbeitsgemeinschaft und ihren Unterstützern finanziert wird, kommen so Deutsche und Rumänen zueinander. Im Banat unterstützt die Familie Anni und Helmut Weinschrott die Arbeit tatkräftig. Und so hat neben der beachtlichen bisherigen Hilfssumme von insgesamt mehr als einer Million Euro der Völker verbindende, dem europäischen Gedanken folgende Charakter der Arbeit des Ehepaars Eder nicht nur nach Ansicht von Bürgermeister Thomas Weber Vorbildfunktion.

Dieses gelte auch für den Einsatz von Adolf Renoth, betonte das Gemeindeoberhaupt. Der langjährige Leiter der Auslandshilfe der Arbeiterwohlfahrt Bischofswiesen-Berchtesgaden organisiere seit 1992 hauptverantwortlich mit seinem Helferkreis unterschiedliche Hilfsaktionen. Er zeige bis heute persönlichen Einsatz auch bei den Fahrten ins Ausland.

Auslöser für die 25 Jahre währende Auslandshilfe sei der jugoslawische Bürgerkrieg gewesen, der zu einer ersten Hilfsaktion für serbische Flüchtlinge aus dem umkämpften Teil Kroatiens geführt habe. Zwischen 1992 und 1998 lag der Hauptschwerpunkt in Kroatien und Serbien, wo regelmäßige Hilfstransporte mit Lebensmitteln, Kindernahrung und Medikamenten der Not leidenden Bevölkerung das Überleben ermöglichte.

In den späten 1990er-Jahren habe sich der Schwerpunkt der Hilfsaktionen nach Sanski Most, einer Kleinstadt im Nordwesten Bosniens, verlagert. Seit einigen Jahren konzentriere sich das beispielhafte Hilfsprojekt auf die Rumänienhilfe in Satu Mare, wo ein Romadorf mit 500 Menschen, darunter 150 Kindern, unterstützt werde.

Das pensionierte Lehrer-Ehepaar Eder und der einstige Gemeinderat Adolf Renoth stellen laut Weber immer wieder unter Beweis, dass Mitmenschlichkeit und sozialer Einsatz in jeder Hinsicht grenzenlos sind. So habe sich Adolf Renoth zum Beispiel auch intensiv für die Realisierung der Ganztagsschule Bischofswiesen eingesetzt. Die ausgezeichneten Bürger konnten sich nach der Laudatio dann bei einem gemeinsamen Abendessen mit dem Bürgermeister für ihren weiteren Einsatz im Namen der Menschlichkeit stärken. Ina Berwanger