Tiergestützte Therapie erweitert

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Die Patienten freuen sich, wenn sie von Therapiehündin Lukka besucht werden. (Foto: Medical Park)

Bischofswiesen – Die Augen der Patienten beginnen zu leuchten, wenn sie von der »neuen Therapeutin« begrüßt werden. Seit Anfang des Jahres vervollständigt Therapiehündin Lukka das therapeutische Spektrum im Medical Park Loipl. Lukka und Doreen Jagoschitz, Leiterin der Ergotherapie, haben eine mehrmonatige Ausbildung zum Therapiehundeteam mit Abschlussprüfung absolviert, welche beide mit Bravour bestanden.


Längst sind die positiven Effekte auf den Heilungsprozess durch die Interaktion mit einem Tier bekannt. Dabei ist das Einsatzfeld der Tiergestützten Therapie sehr weit. Tiere helfen Patienten, sich von Schlaganfällen zu erholen oder mit motorischen Einschränkungen zurecht zu kommen. Darüber hinaus werden auch psychosoziale Fähigkeiten trainiert.

Auch Lukka, ein Hybridhund aus Golden Retriever und Königspudel, gelingt es mit ihrem offenen Wesen, sofort eine Brücke zum noch so zurückhaltenden Menschen zu bauen. So trainieren Patienten beim spielerischen Umgang mit der Therapiehündin – etwa beim Kommando geben – das Sprechen und die Handkoordination. Zudem führt die Entspannung während der Therapie dazu, dass sich selbst Spastiken lösen, was ein enormer Erfolg der Tiergestützten Therapie ist.

»Die Tiergestützte Therapie passt vortrefflich in unser Therapiekonzept«, sagt Prof. Dr. med. Peter Rieckmann, Chefarzt der Neurologie. Der Experte für die Behandlung von Erkrankungen des Zentralnervensystems verweist auf das Therapiekonzept der klinischen Neuroplastizität in »seiner« Rehabilitationsklinik, dem Medical Park Loipl. Basierend auf der Plastizität des Nervensystems, der Fähigkeit des Gehirns bis ins hohe Alter wandlungs- und anpassungsfähig zu bleiben, hat er gemeinsam mit seinem multidisziplinären Team ein innovatives Konzept für die neurologische Rehabilitation entwickelt. »In diesem Sinne erfüllt Lukka alle Komponenten unseres Therapiekonzepts der klinischen Neuroplastizität«, erläutert Prof. Dr. Rieckmann. Denn die Patienten seien hoch motiviert und könnten nicht genug von der Tiergestützten Therapie bekommen – trainieren also gezielt sowie intensiv. Zudem sei zu beobachten, dass während der Therapie die förderliche Entspannung einsetzt und so stelle sich auch der gewünschte Erfolg ein.

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