Traditioneller Buttnmandllauf fällt Corona zum Opfer

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Die neuen Glocken des Gebirgsjägerbataillons 232 müssen im Regal bleiben. Die Hauptorganisatoren Stabsfeldwebel d. Res. Sepp Pfnür (l.) und Stabsfeldwebel d. Res. Joachim Schwab sind mit der Absage des Buttnmandllaufs alles andere als glücklich. (Foto: Helmuth Wegscheider)

Bischofswiesen – »In der derzeitigen Situation macht es absolut keinen Sinn, den traditionellen Buttnmandllauf von der Gebirgsjägerkaserne in den Markt Berchtesgaden durchzuführen«, erklärt der Bataillonskommandeur der Struber Jager, Oberstleutnant Sebastian Becker. In der aktuellen Coronazeit will man einen Menschenauflauf vermeiden. Gerade beim Ausmarsch aus der Kaserne sind Hunderte Besucher vor Ort und eine Ansteckungsgefahr kann bei einer solchen Menschenansammlung nicht ausgeschlossen werden.


Die Entscheidung gegen einen Buttnmandllauf ist letzten Endes nicht leicht gefallen, wie Becker mitteilt. Er hat mit den Verantwortlichen im Gebirgsjägerbataillon, Stabsfeldwebel d.Res. Sepp Pfnür und Stabsfeldwebel d. Res. Joachim Schwab, die Optionen auch möglichst lange offen gehalten.

»Ich finde es einfach sehr schade, dass es nicht durchgeführt werden kann, aber es ist in meinen Augen die richtige Entscheidung. Wir können das Risiko nicht eingehen, da sind wir einer Meinung«, so der Kommandeur. Gerade wegen des hohen Infektionsgeschehens in Bayern und vor allem auch in den nahe liegenden Landkreisen gab es aus seiner Sicht schlichtweg keine Alternative.

Dies ist heuer somit die dritte Absage des Buttnmandllaufes der Soldaten seit 1962. In den 90er-Jahren musste die Traditionsveranstaltung wegen eines Todesfalles einmal ausfallen und im vergangenen Jahr wegen Corona. Ansonsten wurde sie immer durchgeführt und findet auch ständig großen Zuspruch bei allen Teilen der Bevölkerung. Vor allem die Kinder kommen gerne zum Nikolaus des Bataillons, denn es gibt unter anderem auch immer Süßigkeiten von den Engerln.

Nicht nur der neue Kommandeur Sebastian Becker, der derzeit noch auf einem Lehrgang weilt, kann sich mit der Absage in diesem Jahr noch immer nicht anfreunden. Auch Sepp Pfnür stimmt die Entscheidung traurig. Er organisiert schon seit Jahren den Umzug vom Nikolaus mit seinen Buttn-mandln, Ganggerln, Engerln, den Tragtieren vom Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen in Bad Reichenhall und den Musikern.

»Es fällt uns keineswegs leicht, heuer schon wieder alles abzusagen, aber wir glauben schon, dass die Entscheidung auch bei den Leuten im Talkessel als richtig angesehen wird. Somit gibts heuer wieder koan Nikolaus, der aus da Kasern geht, weil es einfach zu gefährlich wäre«, so Pfnür. Die Verantwortlichen hoffen, dass sich die Lage wieder normalisiert und viele im nächsten Jahr vor der Kaserne warten, wenn sich um Punkt 14 Uhr das Tor öffnet und der Nikolaus mit seinem Gefolge die Jägerkaserne verlässt.

hw