Traditioneller Buttnmandllauf: Unterwegs mit Ruten, Glocken und Ochsenhorn

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Das Koller Hannerl besprengte die Buttnmandl mit Weihwasser.

Bischofswiesen – Das traditionelle Buttnmandllaufen in Loipl hat am 1. Adventssonntag nach altem Brauch stattgefunden. Das Wetter war ideal: In der Bischofswieser Gnotschaft lag eine geschlossene Schneedecke, wie man sie sich wünschte. Gebunden wurden die Buttnmandl im Breidlerlehen, Zickllehen, Rosenreitlehen und Oberthürlehen. Die Stadltüren waren verschlossen. Insgesamt waren 14 Buttnmandl und acht Ganggerl unterwegs.


Der Buttnmandlmeister ist dieses Jahr beim Oberthürlehen gebunden worden. Mit Stroh sparte man bei ihm nicht. An seinem Rücken wurde nur eine Glocke, die sogenannte Roin, befestigt und an seiner Brust hing das Ochsenhorn. In Loipl gibt es in der Regel jedes Jahr einen anderen Buttnmandlmeister. Er sucht sich auch einen Nikolaus aus, welcher absolut geheim gehalten wird. Dieses Jahr war es jedoch ein besonderer Nikolaus, er ist im irdischen Dasein ein Geistlicher.

Kurz nach 15 Uhr begann der Lauf. Im Unterholz trafen sich die Buttnmandl und Ganggerl vom Rosenreitlehen und vom Breidlerlehen, dann ging es hinauf auf die Thürhöhe. Dorthin kamen auch die Buttnmandl von den anderen Höfen. Gemeinsam liefen sie dann zum Unterthürlehen, um den Nikolaus und das Nikoloweibi ab zu holen. Der »Moaster« blies kräftig in das Ochsenhorn und die Buttnmandl setzten ihren Weg zur Kollerhöhe fort. Man versammelte sich zum Gebet: zwei »Vater unser«, ein »Gegrüßest seist du Maria« und einen »Engel des Herrn«. Mit diesen Gebeten gedachte man der verstorbenen But-tnmandl und bat den Herrgott um ein unfallfreies Laufen. Die Bäuerin, das »Koller Hannerl« (Johanna Ilsanker), besprengte Nikolaus, Nikoloweibi, Buttn-mandl und Ganggerl. Sie wünschte allen ein unfallfreies Laufen. Ein Schnapserl und »kemmts alle wieder g'sund hoam«, diese Wünsche gab ihr Sohn, der Koller Franzerl (Franz Ilsanker), mit auf den Weg. Der Meister blies ins Horn, alle liefen zum Kollerlehen hinunter und weiter zu den Familien in der Gnotschaft Loipl.

Bernhard Stanggassinger