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Dank vieler Spender aus dem Berchtesgadener Land gab es auch heuer wieder Weihnachtspackerl für Schul- und Kindergartenkinder sowie ältere »Patenkinder« in Bakowa und Temeswar. (Foto: privat)

Weihnachtsgeschenke für Kinder und Bedürftige in Bakowa und Temeswar übergeben

Bischofswiesen/Bakowa – Auch in Rumänien grassiert das Corona-Virus, vor allem viele Bedürftige leiden darunter. Umso wichtiger war auch im abgelaufenen Jahr wieder die Unterstützung von alten und jungen »Patenkindern«, von Kindergarten- und Schulkindern in Bakowa und Temeswar durch die 1990 auf Initiative von Pfarrer Dr. Wolfgang Höhne, Prälat Dr. Walter Brugger und Landrat Martin Seidl ins Leben gerufene Arbeitsgemeinschaft »Berchtesgaden hilft Rumänien«. Diesjähriger Abschluss der Vereinsaktivitäten um das Bischofswieser Ehepaar Herta und Arnold Eder war jetzt wieder die Weihnachtspackerlaktion.


Der Pfarrgemeinderat von Bischofswiesen und Winkl sammelte 215 »Ich denk an dich«-Säckchen für die Kindergarten- und Schulkinder in Bakowa. Eine Woche später wurden die Päckchen für die alten und jungen »Patenkinder« in Temeswar und Bakowa bei den Eders abgegeben und anschließend nach Rumänien transportiert. Für die Schul- und Kindergartenkinder übernahm am vergangenen Dienstag das Lehrerehepaar Arpad und Nicoleta Balogh die Verteilung in Absprache mit dem Ehepaar Weinschrott. Die Kinder warteten mit strahlenden Augen, denn sie wussten, dass bald die Geschenke kommen. Die Freude war dann riesengroß und als Dank sangen die Kinder Weihnachtslieder für die Spender.

Bei den Altenheimleitern Anni und Helmut Weinschrott, erste Ansprechpartner der Arbeitsgemeinschaft vor Ort, bedankten sich Herta und Arnold Eder auch in ihrem aktuellen Weihnachtsrundbrief an die Unterstützer der Arbeitsgemeinschaft. Darin gehen die Eders auch auf die Probleme ein, die Rumänien aktuell mit Corona hat. Sie schreiben: »Das Banat und Temeswar sind auch betroffen, die Stadt war teilweise abgeriegelt und wie bei uns von Ausgangssperren lahm gelegt. Die Schulen sind teilweise geschlossen und es findet dann nur noch Online-Unterricht statt. Aber nicht jeder Schüler hat einen Computer oder es ist kein Internet möglich. Die Krankenhäuser haben auch Probleme wie bei uns, viele Leute lassen sich nicht impfen.«

Immerhin lief in den beiden Altenheimen in Temeswar (85 Bewohner) und Bakowa (17 Bewohner) auch dieses Jahr alles gut. Anfang des Jahres wurde schon geimpft. Viel körperliche und seelische Kraft brauchte das Ehepaar Weinschrott, um die Herausforderungen zu bewältigen. So schreiben die beiden an die »lieben Wohltäter im Berchtesgadener Land: »Wir alle vermissen Normalität, Nähe und Freunde und wir sind uns bewusst, dass dieser Ausnahmezustand noch länger anhalten wird und die Pandemie große Opfer kosten wird – Menschenleben, Gesundheit, Wirtschaft, Finanzen und Sicherheit. Manchmal scheint es, als wäre aus unserem Leben die Buntheit verschwunden.« Dennoch sieht das Ehepaar Weinschrott auch etwas Positives: »Die Initiativen, welche die Arbeitsgemeinschaft ›Berchtesgaden hilft Rumänien‹ nun schon länger als drei Jahrzehnte durch Pfarreien, Frauenrunden und Gruppen von beherzten Mitarbeitern durch den Versand von Päckchen und Briefen unermüdlich tätigt, lässt uns spüren, dass wir nicht alleine sind, sondern von einem großen Netzwerk guter und hilfsbereiter Menschen getragen werden.«

Wie Herta und Arnold Eder in ihrem Rundbrief mitteilen, hat das Finanzamt Traunstein die Unterlagen des Vereins von 2017 bis 2019 geprüft. Demnach wurde nichts beanstandet, »auch dank der gewissenhaften Arbeit unserer Schatzmeisterin Andrea Huber«. Eine normale Hauptversammlung konnte aufgrund von Corona nicht durchgeführt werden, bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung blieben die Mitglieder zu Hause. Die einstimmige Entlastung des Vorstands erfolgte schriftlich.

Als Schwerpunkte für das nächste Jahr nennen Herta und Arnold Eder Essen für 41 Bedürftige in Bakowa (davon 34 Kinder), Essen für 290 Bedürftige in Temeswar sowie 13 Personalpatenschaften. Der Jahressatz für das Essen beträgt 216 Euro jährlich beziehungsweise 18 Euro monatlich für junge und alte »Patenkinder«. Die Personalpatenschaften kosten 124 Euro jährlich beziehungsweise 62 Euro im Halbjahr. Während der Paketdienst 2022 zu Ostern entfallen wird, ist der Weihnachtstermin 2022 bereits für den 22. November festgesetzt.

Ulli Kastner