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(Screenshot: Kilian Pfeiffer)

Wurde ein Wolf überfahren? – Untersuchung durch Fachbehörden

Bischofswiesen – Zu einem Wildunfall ist es am Sonntag gegen 2.25 Uhr am Eisenrichterberg gekommen. Nach Polizeiangaben wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Wolf getötet. Weitere Untersuchungen sollen diesen Verdacht nun bestätigen. Dass es sich bei dem überfahrenen Tier um einen Wolf handelt, da ist sich jedenfalls Stefan Koehler, Umweltpräsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), ziemlich sicher.


Ein 18-jähriger Mann war mit seinem Fiat auf der Bundesstraße 20 nach Bischofswiesen gefahren. Kurz nach einer Kuppe sprang ein Tier auf die Fahrbahn, wurde vom Auto erfasst und getötet. Am Fiat entstand ein Schaden von etwa 1 000 Euro. »Bei dem getöteten Tier handelt es sich – nach ersten Erkenntnissen eines hinzugezogenen Jägers – mit ziemlicher Gewissheit um einen Wolf«, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei Berchtesgaden.

Stefan Koehler, Umweltpräsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), ist sich dagegen sicher, dass es sich hierbei um einen Wolf handelt. Im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« sagt er, dass mit dem Wolfsfund unter Umständen auch der Absturz der Jungrinder von der Zellerwand geklärt werden könnte.

»Das Landesamt für Umwelt hat den Vorfall runtergeredet und davon gesprochen, dass ein Gewitter oder Hornissen für den Tod der Rinder verantwortlich sein könnten.« Allerdings: »Ein Gewitter gab es zu diesem Zeitpunkt nicht.«

Zwischen Schleching und Bischofswiesen liegen nur rund 45 Kilometer Luftlinie. »Für den Wolf ist diese Distanz kein Problem«, sagt Koehler am Telefon. Seine Forderung: »Das Tier muss ordentlich beprobt und die Landwirte in Schleching müssen entschädigt werden.« Am Sonntagmorgen hatte sich der Umweltpräsident an Staatsministerin Michaela Kaniber und Umweltminister Thorsten Glauber gewandt, »um eine Beprobung einzufordern«. Seinen Appell richtet Koehler auch an das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. »Jetzt bietet sich die Chance, zweifelsfrei zu untersuchen, ob es sich um einen reinrassigen Wolf oder einen Hybriden handelt«, sagt Koehler. Er wertet dies als »wichtigen Schritt zur Transparenz«, auch, weil der Schutzstatus eines Wolfes ein ganz anderer sei als jener eines Hybriden. Der Unfall müsse »als Wolfsnachweis verwendet werden«, um den Absturz der Jungrinder von der Zellerwand zu erklären.

Die zuständigen Fachbehörden, welche die weiteren Untersuchungen durchführen, wurden jedenfalls verständigt. Ihnen wurde auch der Tierkörper übergeben.

fb/kp