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Der Angeklagte zeigte keine Einsicht im Laufener Gerichtssaal. (Foto: privat)

Angeklagter verletzt Security-Mitarbeiter – »Die reinste Diktatur«

Freilassing – Es gibt ein Video von dem Vorfall am 26. November 2021. Gegen Mittag war der 70-jährige Rentner ohne FFP 2-Maske in den Freilassinger Einkaufsmarkt gekommen. Von zwei Mitarbeitern darauf angesprochen, fing der Mann an zu schubsen und »wild mit den Händen um sich zu schlagen«, wie es im Strafbefehl hieß. Gegen den legte der Angeklagte aus den neuen Bundesländern am Laufener Amtsgericht vergeblich Einspruch ein – und zog schließlich erzürnt von dannen.


»Ich bin geimpft, aber habe damals eine FFP 2-Maske nicht vertragen«, behauptete der Angeklagte im Gerichtssaal, in den er mit FFP 2-Schutz gekommen war. Stattdessen habe er einen medizinischen Schutz aufgezogen und deshalb hatten ihn die beiden Sicherheitsleute angesprochen. »Die hingen an mir wie eine Klette«, erzählte der Rentner, weshalb das mit der Körperverletzung nicht stimme.

»Sie haben um sich geschlagen«, erwiderte Richter Martin Forster, einer der beiden Männer sei an der Schläfe und am Finger verletzt worden. »Schmarotzer sind das. Die wollen nur Geld rausschlagen«, so der Rentner, der sich nicht gewehrt haben will. Oder doch? »Ja, gewehrt habe ich mich schon. Aber wo ist da die Körperverletzung? Ein Witz ist das.« Die beiden Männer hätten ihn angegriffen und er sei dabei verletzt worden.

»Die Mitarbeiter haben von ihrem Hausrecht Gebrauch gemacht und haben Sie angesprochen«, sagte Forster. Der Rentner war daraufhin davongelaufen. Ermittelt wurde er nur deshalb, weil er etwa eine Woche später erneut in den Markt kam – diesmal mit FFP 2-Maske. »Die reinste Diktatur, ein Stasistaat«, wetterte der 70-Jährige im Gericht weiter und schilderte, dass er in dem Moment Angst gehabt habe, von den beiden Männern angesteckt zu werden.

»Ihr Einspruch ist nicht erfolgversprechend. Sie machen es hier nur noch schlimmer«, so der Richter. Er werde die 1 200 Euro keinesfalls zahlen, »Sie können mich einsperren.« Doch Forster stellte ihn vor die Wahl: Denn eine Haft von 30 Tagen sei allemal besser als eine mit 50. Verärgert zog der Rentner seinen Einspruch zurück und verließ eilig den Saal.

höf