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Hannah mixt den fruchtigen, alkoholfreien Cocktail »Florida«. (Foto: Karin Kleinert)

Nach Abschlussprüfungen: Hälfte der FAGO-Absolventen bleibt Gastrobereich erhalten

Freilassing – Der in vielen Branchen beklagte Fachkräftemangel macht auch Gastronomie und Hotellerie schwer zu schaffen. Allerdings gibt es neben den vielen negativen Schlagzeilen immer wieder die eine oder andere Erfolgsmeldung. Positives zu berichten gibt es aus der Staatlichen Berufsfachschule für gastronomische Berufe (FAGO) in Freilassing, wo gerade die Abschlussprüfungen stattfinden. Die Hälfte der Absolventen beginnt im Herbst eine Ausbildung im Gastrobereich und bleibt der Branche erhalten.


Trotz Prüfungssituation darf der »Berchtesgadener Anzeiger« einen kurzen Blick in die Schulküche und den Servierraum werfen. Die jungen Leute aus dem gesamten Landkreis Berchtesgadener Land sind konzentriert bei der Sache. Sie geben ihr Bestes. Bei einigen Nachwuchsgastronomen fällt auf, dass ihnen die gestellten Aufgaben, etwa das Cocktailmixen, das Herrichten eines festlich eingedeckten Tisches mit allem, was dazu gehört, große Freude bereitet. Wie Anja Glück erklärt, seien die Theorieprüfungen bereits unter Dach und Fach. In der Praxis müsse noch eine Prüfung im Fach Büroorganisation, in dem eine Speise- und eine Menükarte gestaltet werden, absolviert werden. Das sei anspruchsvoll. wie die Fachbetreuerin an der Berufsschule für Gastronomie-Praxis betont.

Wenn die jungen Leute die einjährige, an die Berufsschule angegliederte Vollzeitschule mit Erfolg beendet haben, so Anja Glück weiter, dann hätten sie eine tolle Grundausbildung bekommen und gute Einblicke in die verschiedenen Sparten. Außerdem hätten die Schüler, die nach der Mittel- und Realschule noch nicht genau wissen, wohin der berufliche Weg gehen soll, ein Jahr Zeit, sich zu orientieren. Das festige die Persönlichkeit der teils erst 16- und 17-Jährigen und stärke ihr Selbstbewusstsein.

Daneben stünden eine Menge gemeinsame Aktivitäten und spannende Projekte auf dem Plan, etwa das schon traditionelle »Fago-Bier«-Brauen in Zusammenarbeit mit einer heimischen Brauerei. Bei einer kurzen Prüfungspause fragt der »Berchtesgadener Anzeiger« Hannah, warum sie der Gastrobranche treu bleiben will und warum sie sich für diese Berufssparte entschieden habe. Hannah, die eine Ausbildung zur Hotelfachfrau absolvieren wird, antwortet spontan, dass sie sich auf den Kontakt mit den vielen verschiedenen Menschen freue. Das FAGO-Jahr habe ihr, die eher schüchtern und verschlossen sei, sehr viel für ihre Persönlichkeitsentwicklung gebracht. Victor aus Piding antwortet, er hat eine Lehrstelle zum Restaurantfachmann in einem neuen Hotel in der Fußgängerzone von Bad Reichenhall bekommen. Auch ihm gefällt es sehr, mit und für Menschen zu arbeiten. Er wolle ein guter besonderer Gastgeber sein, hat sich der junge Mann zum Ziel gesetzt. Er werde bereits am 1. August »voll durchstarten«.

Karin Kleinert