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Für den Grundschulunterricht in Marktschellenberg wurden digitale Geräte angeschafft. (Foto: Lisa Schuhegger)

Corona und Katastrophe kosten: Trotz außer- und überplanmäßiger Ausgaben baut Gemeinde Schulden ab

Marktschellenberg − Die Marktgemeinde Marktschellenberg hat im vergangenen Jahr etwas mehr als 220.000 Euro Schulden abgebaut. Das geht aus dem Rechenschaftsbericht 2021 hervor, den Bürgermeister Michael Ernst in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates präsentierte.


Im vergangenen Haushaltsjahr mussten wesentliche Maßnahmen wegen Corona und der Hochwasserkatastrophe verschoben werden. Diese würden im nächsten Haushalt eingeplant, sagte Michael Ernst, der den Marktgemeinderat darum bat, die corona- und katastrophenbedingten über- und außerplanmäßigen Ausgaben zu genehmigen. Es fielen etwa Kosten für die Digitalisierungsoffensive an der Grundschule an. Dank einer Förderung von Bund und Land musste die Marktgemeinde für alle Maßnahmen verhältnismäßig wenig Geld ausgeben, nämlich 50.000 Euro. Zudem hatte die Marktgemeinde Ausgaben zu tätigen, um diverse Hygienekonzepte umzusetzen.

Gewerbesteuerausfälle

Corona brachte auch Gewerbesteuerausfälle mit sich. Im Vergleich zum Jahr 2018 (590.000 Euro) nahm die Marktgemeinde 2021 nur knapp 199.000 Euro Gewerbesteuer ein. Zum Ausgleich erhielt sie bereits eine Entschädigung in Höhe von 50.000 Euro, eine Schlusszahlung in Höhe von voraussichtlich 30.000 Euro soll noch in diesem Quartal eingehen.

Nicht nur die Corona-Pandemie, auch die Hochwasserkatastrophe belastete den Haushalt. So hatte das Starkregenereignis Liegenschaften der Gemeinde und die Infrastruktur beschädigt. Die dringlichsten Schäden wurden sogleich behoben. Michael Ernst nannte beispielsweise die Instandsetzung des Rathauskellers. Die Ausgaben hätten sich im mittleren fünfstelligen Bereich bewegt, sagte der Bürgermeister. Ein Antrag auf einen Ausgleich durch Mittel aus dem Katastrophenschutzfonds sei bereits gestellt worden, informierte er.

Auch die Almbachklamm wurde in Mitleidenschaft gezogen. Darum musste die Marktgemeinde mehr Geld in den Kurbetrieb investieren als im Haushaltsplan vorgesehen. Knapp 155.000 Euro steckte die Marktgemeinde in die Almbachklamm, um sowohl die geplanten Erneuerungsmaßnahmen durchzuführen als auch die Unwetterschäden zu beheben. Diese wurden schnell repariert. Eine längere Schließzeit konnte vermieden werden. Die Einnahmen aus der Almbachklamm übertrafen mit 340.000 Euro sogar den Haushaltsansatz um 20.000 Euro.

Corona- und katastrophenbedingt verschoben werden mussten beispielsweise die Erneuerung des Hochwasserschutzes der Außenanlagen am Rathaus, die Neubeschaffung von Feuerwehrfahrzeugen, die Erweiterung des Gemeindearchives in der Grundschule, den Erweiterungsbau zur Kinderbetreuung auf dem Pfarrhofgelände.

Keine neuen Kredite

Trotz Corona und der Hochwasserkatastrophe stiegen 2021 die Rücklagen geringfügig von gut 100.000 auf fast 130.000 Euro. Zudem musste die Marktgemeinde keine neuen Kredite aufnehmen, was die Haushaltsführung laut Michael Ernst in den nächsten Jahren »wesentlich erleichtert«.

li