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Seit Mittwoch ist ein Modell des neuen Marktplatzes im Rathaus ausgestellt. Bürgerinnen und Bürger können Einwände und Hinweise vorbringen, diese werden in der Sitzung am 15. März behandelt. (Foto: Lisa Schuhegger)

Gemeinderat stimmte dem Bauantrag zur Errichtung des Gebäudes »Residenz Forelle« geschlossen zu

Marktschellenberg – Der merklich gut aufgelegte Marktgemeinderat stimmte am Dienstagabend dem Bauantrag von Bauunternehmer Thomas Schwaiger zur Errichtung des Gebäudes »Residenz Forelle« geschlossen zu. Über die Parteigrenzen hinweg machten die Marktgemeinderätinnen und -räte deutlich, wie sehr sie sich auf das neue Gebäude am Marktplatz freuen. Dieses wird als Ersatzbau für das ehemalige Gasthaus »Forelle« errichtet.


»Die Residenz Forelle wird das bestimmende Gebäude am Marktplatz sein«, sagte Bürgermeister Michael Ernst. Deswegen will er die Bürgerinnen und Bürger in die Planung mit einbeziehen. »Wir haben einen Modellbau anfertigen lassen«, wandte er sich an die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer und deutete auf das Modell in der Mitte des Sitzungssaales. Seit Mittwoch ist dieses im Erdgeschoss des Rathauses ausgestellt. Die Bürgerinnen und Bürger können Einwände und Hinweise vorbringen. Diese sollen bei der abschließenden Planung berücksichtigt werden.

Michael Ernst stellte die Residenz anhand mehrer Zeichnungen vor: Das Erdgeschoss soll Raum bieten für eine Gastronomie, einen Lebensmittelladen, einen Friseur und eine öffentliche Toilette, die Obergeschosse für Seniorenwohnungen, eine Tagespflegeeinrichtung, einen ambulanten Pflegestützpunkt und Praxen (wir berichteten).

Die Planung des Gebäudes habe sich eineinhalb Jahre lang hingezogen, sagte Michael Ernst. Der Bauherr erstellte gemeinsam mit der Verwaltung und der Städteplanerin Martina Schneider vom Büro »Stadt Raum Planung« das Konzept.

Der Bauherr Thomas Schwaiger reagierte auf die Wünsche der Bürger, die die Verwaltung in einer Bürgerbefragung mit einer regen Beteiligung von 50 Prozent abgefragt hatte. »Das Ergebnis der Befragung sehe ich als Auftrag«, sagte Michael Ernst, der sich für die die Umsetzung der Anliegen starkgemacht hatte.

»Thomas Schwaiger musste viele Zugeständnisse machen«, sagte er. Die ursprüngliche Version des Gebäudes wurde verändert. Michael Ernst verdeutlichte das, indem er den vorhergehenden Plan des Gebäudes zeigte. »Es wird nun höher«, erklärte er. Der Abstand zu den umliegenden Gebäuden sei größer.

Die Vertreter der Abteilung Planen, Bauen, Wohnen des Landratsamtes hätten wertvolle Anregungen gegeben, wie sich die Residenz bestmöglich ins Ortsbild einfügt, sagte Michael Ernst. Während der Marktgemeinderat das Projekt bauplanungsrechtlich genehmigt, ist die Abteilung Planen, Bauen, Wohnen des Landratsamtes für die ordnungsrechtliche Genehmigung zuständig. »Nun liegt der Antrag im Landratsamt«, informierte Michael Ernst. Bis Dienstagfrüh seinen keine negativen Stellungnahmen seites der Behörden eingegangen. Der Bürgermeister aber wusste von Anwohnern, die Bedenken wegen der Parkplatzsituation geäußert hätten. »Die sind berechtigt«, räumte er ein, schickte aber sogleich hinterher, dass sich der Marktgemeinderat bereits Gedanken über die fehlenden Stellplätze gemacht habe. Er verfolge den Plan einer Tiefgarage unter der Grünanlage, informierte der Bürgermeister.

Das Thema Tiefgarage werde in einer der kommenden Sitzungen des Gemeinderates behandelt werden, kündigte Michael Ernst an und räumte so die Bedenken zur Parksituation der Marktgemeinderätinnen und -räte, die sich freilich auch zum Projekt äußerten, vorerst aus.

Volkert Geiger (FWG) reagierte als Erster. »Ich stehe dem Projekt positiv gegenüber«, sagte er. Das Parkplatzproblem aber müsse zeitnah angegangen werden. Er erinnerte an mögliche Übergangslösungen über die das Gremium bereits gesprochen hatte, etwa Parkmarken für die Bürger einführen oder Stellplätze innerorts an der Bundesstraße schaffen. Sophia Stanggaßinger (CSU) machte deutlich, wie sehr sie sich über und auf das »moderne Projekt« freue.

Wolfgang Lochner (CSU) sagte: »Das Vorhaben ist top.« Er hoffe auf eine schnelle Umsetzung. »Das Problem mit der Infrastruktur werden wir in den Griff bekommen«, zeigte er sich zuversichtlich. Daniela Graßl (FWG) nannte das Projekt, das der Bauherr Thomas Schwaiger verwirklichen will, »einen Glücksgriff« für den Ort. »Es spielt uns genau in die Karten.«

Auch Martin Wagner (BL) brachte seine Begeisterung zum Ausdruck. Ebenso Elke Schneider (CSU), die sich über die gute Zusammenarbeit des Bauherrn mit der Marktgemeinde und auf die (Wieder-)belebung des Ortskernes freut. »Ja, wir können uns glücklich schätzen, dass Thomas Schwaiger auf unsere Belange eingeht«, sagte der Bürgermeister. »Das ist ein tolles Projekt, das uns weiterbringt.«

Geschlossen erteilte der Marktgemeinderat dem Bauantrag das Einvernehmen mit dem Zusatz der Regelung des Grunderwerbs und der Sicherung der städtebaulichen Nutzung des Gebäudes.

Lisa Schuhegger