Aktiv für Kinder in Namibia

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Der Conambiki-Vorstand (v.l.): Kathrin Buchner, Lukas Hage und Flora Dietlinger. (Foto: privat)

Piding – »Wie sieht es eigentlich hinter meinem Tellerrand aus?« – diese Frage stellten sich neun Menschen Anfang 20, als sie vor gut einem Jahr zwischen den Corona-Lockdowns am 9. Juli den Verein »Conambiki« für Kinder in Namibia gründeten. Und mit dieser offenen Frage wollen sie mit einem Vortrag am Dienstag, 28. September, um 19 Uhr im Pfarrheim Piding zum Nachdenken anregen.


Auf Einladung des Vereins »Fair miteinander im Pfarrverband Anger-Aufham-Piding und Eine-Welt-Laden« erzählen Lukas Hage aus Piding und seine Mitstreiter von ihren vielfältigen Projekten. In Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk gibt es auch ein Live-Streaming.

Wie ist es zu dieser außergewöhnlichen Initiative gekommen? Der 23-jährige Lukas Hage reiste gleich nach dem Abitur von Anfang bis Mitte 2019 auf eigene Faust nach Namibia. »Ich wollte mein Englisch verbessern.« Es entstand die Idee, dort im Kindergarten und in der Grundschule, die in Namibia bis zur 7. Klasse geht, zu arbeiten.

Dabei knüpfte er Kontakte zu anderen jungen Leuten aus Bayern, die zum Großteil aus der Region und aus München stammen. Inzwischen studiert er Lehramt. Die in Namibia beobachtete Ungerechtigkeit und am eigenen Leib erlebten Einschränkungen – »ich habe ein halbes Jahr kein warmes Wasser gehabt« – trieben ihn um. »Die Probleme, die wir haben, sind alles Luxusprobleme«, so sein Fazit. »Vieles läuft da unten nicht. Man kann von hier aus helfen« – dieser Gedanke brachte ihn zusammen mit den anderen Initiatoren auf die Idee, den gemeinnützigen Verein zu gründen.

»Inspiriert sind wir durch die vielfältigen Erfahrungen als Freiwillige in Namibia, unter anderem an unserer Partnerschule Treehouse Crèche and Academy in Rundu. Wir alle wollen unseren Beitrag zur Verbesserung der Situation für Kinder in Namibia leisten«, schreiben die jungen Leute. Der Weg in neue Perspektiven führe großteils über die Bildung. Doch der Zugang hierzu bleibt vielen Kindern in Rundu verwehrt. Mit vergleichsweise geringen Mitteln könne weiteren Kindern die Chance auf eine positive Zukunft ermöglicht werden. Es wurden Freunde und Bekannte mit dem Plan vertraut gemacht und Helfer rekrutiert.

Lukas Hage suchte sich bewusst Menschen mit verschiedenen Talenten zusammen, einer programmierte zum Beispiel kostenlos die Homepage. Was erwartet die Besucherinnen und Besucher sowie die Online-Zuhörer des Vortrags? Der Pidinger plant ihn in interaktiver Form. Nach etwa einer halben Stunde »Input«, auch über das Land Namibia, soll es viel Zeit für Fragen und den Austausch geben. Vorgestellt werden vor allem zwei aktuelle größere Projekte, ein Schulneubau für bis zu 200 Kinder bis zur 7. Klasse einschließlich Vorschule und eine Suppenküche. Deren Ziel soll es sein, regelmäßig Mahlzeiten an die Kinder in einkommensschwachen Wohnvierteln auszugeben und am Nachmittag Freizeitaktivitäten, wie Fußballspielen, anzubieten. Darüber hinaus vermittelt der Verein Patenschaften.

Eine Anmeldung ist sowohl für den Besuch des Abends im Pfarrheim, wo die 3 G-Regel und die üblichen Abstands- und Hygieneregeln gelten, als auch für die Online-Teilnahme unbedingt erforderlich. Online-Zuhörer erhalten nach der Anmeldung den Zugangslink. Interessenten werden gebeten, sich bis spätestens Sonntag, 26. September, bei Erni Schönherr unter Telefon 0160/92951261 oder per E-Mail an erni.schoenherr(at)web.de anzumelden.

Veronika Mergenthal