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Nach versuchtem Tötungsdelikt: Kein Haftantrag gegen Tatverdächtigen – Kripo bittet um Zeugenhinweise

Piding/Kleinhögl – Ein 21-Jähriger hatte bei einer körperlichen Auseinandersetzung am frühen Sonntagmorgen, 15. Mai, schwere Stichverletzungen erlitten (wir berichteten). Der mutmaßliche Täter hatte sich noch am Nachmittag desselben Tages bei der Polizei gestellt. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln seitdem wegen eines versuchten Tötungsdelikts und informieren zum Stand der Ermittlungen. Die Kripo bittet zudem um sachdienliche Hinweise möglicher Zeugen.


Am frühen Morgen des 15. Mai war im Pidinger Ortsteil Kleinhögl ein schwerverletzter junger Mann mit Stichverletzungen aufgefunden und in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Der 21-Jährige befindet sich inzwischen auf dem Weg der Genesung. Der mutmaßliche Täter, ein ebenfalls 21 Jahre alter Mann, hatte sich noch am selben Tag bei der Polizei gestellt.

Die Staatsanwaltschaft Traunstein teilt nun mit, warum gegen den Tatverdächtigen kein Haftantrag gestellt wurde:

Es besteht nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen kein dringender Tatverdacht, da die vom Tatverdächtigen im Rahmen der Beschuldigtenvernehmung geschilderte Notwehrlage nicht ausgeschlossen werden kann. Denn bei der körperlichen Untersuchung des Tatverdächtigen wurden bei diesem mehrere Verletzungen festgestellt, die dessen Darstellung des Tathergangs stützen. Hinzu kommt, dass sich der Geschädigte, der den Sachverhalt bei einer ersten Zeugenvernehmung relativ detailliert beschrieben hatte, im Rahmen einer zweiten kriminalpolizeilichen Vernehmung auf Erinnerungslücken berief. Zudem wurde nach dem bisherigen Ermittlungsergebnis vom Tatverdächtigen nur einmal tatsächlich mit dem Messer zugestochen.

Die Ermittler des zuständigen Fachkommissariats K1 der Kripo Traunstein konnten inzwischen die mutmaßliche Tatwaffe sicherstellen. Das Messer hatte der 21-jährige Tatverdächtige seinen Angaben zufolge nach der Tat im Gemeindebereich von Piding in einen Teich geworfen. Dort konnte die Waffe am 18. Mai von Tauchern der Bereitschaftspolizei gefunden werden.   

Zur lückenlosen Klärung der Tatabläufe erhoffen sich die Ermittler des K1 sachdienliche Hinweise von möglichen Zeugen:

Wer hat möglicherweise am frühen Sonntagmorgen (15. Mai 2022) in der Zeit zwischen 04.00 und 04.30 Uhr eine körperliche Auseinandersetzung vor dem Club „Baamhakke“ beobachtet und kann der Kripo dazu Angaben machen?

Wer kann sonstige Hinweise in dem Fall geben?

Zeugen werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein unter der Telefonnummer (0861) 98730 zu melden.

fb/red