22-Jährige stirbt nach Absturz in den Berchtesgadener Alpen

22-Jährige stirbt nach Absturz in den Berchtesgadener Alpen
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Foto: Bergwacht Ramsau

Ramsau – Eine 22-Jährige stürzte am heutigen Freitag, 1. Oktober, während einer Bergtour ab und verstarb noch an der Unfallstelle.


Ein 24-jähriger Einheimischer setzte gegen 11.45 Uhr einen Notruf aus dem Bereich Hocheishörnl ab. Er war zusammen mit einer 22-jährigen Einheimischen auf der anspruchsvollen Bergtour, der Hocheisumrahmung, unterwegs, als ihr in einer kurzen Kletterstelle beim Anstieg auf das Hocheishörnl in 2230 Höhenmeter ein Klettergriff ausbrach. Die junge Frau stürzte rückwärts aus der Wand und über circa 250 Höhenmeter in das sogenannte Eiselkar ab. Dort blieb sie auf knapp 2000 Höhenmeter im Kar liegen. 

Die Leitstelle Traunstein alarmierte sofort die Bergwacht Ramsau und den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“, wobei die Besatzung mit zwei Bergrettern zum Hocheishörnl flog, einen Retter mit der Winde bei der Abgestürzten absetzte und mit dem zweiten Retter den 24-Jährigen oben am Grat sicherte, per Winde aufnahm und ins Tal flog. Der 24-Jährige konnte die Abgestürzte in rund 2000 Metern Höhe unter ihm zwar sehen, hätte aber aufgrund des extrem brüchigen und senkrechten Geländes keine Chance gehabt, sicher zu ihr abzuklettern.

Die Retter konnten nichts mehr für die tödlich Abgestürzte tun und forderten zur Bergung einen Polizeihubschrauber nach. „Edelweiß 3“ flog einen Polizeibergführer zur Unfallaufnahme und einen weiteren Bergretter ins Eislkar. Die Einsatzkräfte vor Ort bereiteten die Verstorbene für den Abtransport vor, sodass sie der Heli mit der Winde aufnehmen und ausfliegen konnte. Der KID kümmerte sich mit fünf Krisenberatern aus Altötting, Anger, Bergen und Ramsau um den betroffenen 24-Jährigen und die Angehörigen der Verstorbenen.

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Foto: Bergwacht Ramsau

16 Bergretter waren bis 16 Uhr gefordert. Der tödliche Absturz war auch für die Ehrenamtlichen emotional überdurchschnittlich fordernd, da die Verstorbene eine am Ort beliebte und bekannte junge Bergsteigerin war, mit der auch viele Ramsauer Bergretter befreundet waren. „Unser besonderes Mitgefühl gilt der Familie und allen Hinterbliebenen! Wir wünschen dem Tourenpartner viel Kraft, dass er die Erlebnisse verarbeiten kann“, sagt Bereitschaftsleiter Thomas Meeß.

Die Polizei schließt nach ihren Ermittlungen ein Fremdverschulden aus. Die Hocheis-Umrahmung ist eine lange und anspruchsvolle alpine Grat-Klettertour, die auch für gut trainierte und erfahrende Bergsteiger wie die Verunglückte 22-Jährige und ihren Begleiter fordernd und riskant ist, da der in vielen Abschnitten brüchige Fels oft schwer einzuschätzen ist.

fb/red

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