weather-image
10°

Auf Parkschein folgt Verwarngeld

3.2
3.2
Bildtext einblenden
Der Beleg zeigt: Der Parkplatz ist bezahlt.
Bildtext einblenden
Solche Automaten findet man in Ramsau an beinahe jedem Parkplatz. Nicht immer funktioniert das bargeldlose Zahlen. (Foto/Screenshot: Kilian Pfeiffer)

Ramsau – Parken soll im Bergsteigerdorf Ramsau einfach sein: App laden, Kennzeichen eingeben, die Zahlung erfolgt dann digital. Sieben Euro kostet ein Tagesticket. Für Friedrich und Sandra Ebert (Name von der Redaktion geändert) folgte die Überraschung ein paar Tage später. Nachdem sie ihr Ticket am Parkplatz an der Wimbachbrücke erworben hatten, landete bei ihnen ein Schreiben der Gemeinde mit einem Verwarngeld. Laut Informationen des »Berchtesgadener Anzeigers« kommt es in der Ramsau immer wieder zu Problemen mit der Parkster-App.


In Ramsau können Besucher auf vielen Parkplätzen mit dem Smartphone parken. Diese Möglichkeit gibt es noch nicht lange. Zuvor mussten Gäste einen Parkschein am Automaten erwerben. »Mit unserer App löst Du deinen digitalen Parkschein im Handumdrehen«, heißt es auf der Webseite der Gemeinde. Auch Friedrich und Sandra Ebert sind vom Parken mit dem Smartphone überzeugt. In der Großstadt, in der sie wohnen, nutzen sie die bargeldlose Alternative seit Langem. »Wir waren überrascht, dass es so etwas auch in der Ramsau gibt«, sagen sie.

Anzeige

Vormittag war es, als sie das Tagesticket über die App lösten. Der Beleg liegt der Zeitung vor. »Wir wollten zur Wimbachgrieshütte wandern«, sagt Friedrich Ebert. Der Ausflug sei schön gewesen, die Landschaft, die Natur. Der perfekte Ort für Großstädter zum Abschalten.

Sauer machte Ebert aber ein paar Tage später – da war der Urlaub schon vorbei und die Eberts wieder zu Hause – Post von der Gemeinde. Eine »Verwarnung mit Verwarngeld« landete im Briefkasten: »Sie parkten im Bereich eines Parkscheinautomaten ohne gültigen Parkschein«, heißt es darin. Zehn Euro verlangte die Gemeinde von den Eberts. »Hier geht es nicht ums Geld, sondern ums Prinzip«, sagt der Verwarnte. Wer ordentlich gezahlt habe, dürfe keine Verwarnung erhalten.

Auf Ramsauer Parkplätzen kontrolliert die Verkehrsüberwachung der Gemeinde alle stark frequentierten Stellplätze. Hat man digital bezahlt, erkennen die Kontrolleure dies anhand des übermittelten Kennzeichens.

Doppelt zu zahlen, kam für ihn natürlich nicht infrage. Er schrieb an die Gemeinde eine E-Mail: »Anbei sende ich Ihnen den Screenshot aus meiner Parkster-App, welche zeigt, dass ich eine Gebühr von 7 Euro an dem genannten Datum entrichtet habe.« Weiterhin bat er um Bestätigung, dass der zugehörige Bescheid damit nichtig sei. Die Antwort erhielt er eine knappe Woche später. »Entschuldigen Sie«, heißt es darin, »aufgrund eines Serverproblems« sei es der Verkehrsüberwachung nicht möglich gewesen, festzustellen, dass mithilfe der App bereits gezahlt wurde. »Ihre Verwarnung wurde eingestellt«, heißt es in der Antwort-Mail weiter.

In sozialen Netzwerken ist das Problem bekannt. Obwohl die Zahlung digital erfolgte, trudelten bei mehreren Nutzern Bescheide inklusive Verwarnung ein. »Unverschämt« finden das einige. Der App-Betreiber Parkster antwortete auf mehrfache Presseanfrage nicht. In der Gemeinde Ramsau gibt man sich auf telefonische Nachfrage ratlos: Hin und wieder funktioniere die Übermittlung von Daten einfach nicht, heißt es. Dass das Problem ein größeres sei, wollte der Gemeindemitarbeiter aber nicht bestätigen. Vielmehr solle man sich an den Verkehrsüberwacher der Gemeinde wenden. Allerdings sei dieser nur an einem Tag in der Woche telefonisch erreichbar: »Donnerstag, von 15 bis 16 Uhr.«

Kilian Pfeiffer

Mehr aus Ramsau